Beitrags-Archiv für die Kategory 'Archäologie'

Mouches volantes im alten Europa (4)

Montag, 7. August 2017 8:00

Teil 3: Die Kelten von Floco Tausin

4) Kurvenlinien und Schlangen

Wie die punktierten Kreise, könnten auch die häufigen Spiral- und S-Muster in der keltischen Kunst eine visionär-entoptische Grundlage haben. Kurvenlinien und Spiralen gehören zu den verbreiteten Motiven der visionären schamanischen Kunst und wurden in diesem Zusammenhang beispielsweise für Gravuren der megalithischen Ganggräber in Irland geltend gemacht (Dronfield 1995). Möglicherweise haben sich die entsprechenden Motive der keltischen Kunst in Westeuropa aus solchen früheren Motiven entwickelt.
Schild und Schwert

Punktierte oder konzentrische Kreise sind oft in kurvilineare Ornamente eingefügt, basierend auf S-, Leier- und Spiralmotiven. So etwa auf Schilden und Schwertern, die keltischen Kriegern ins Grab gegeben oder als Votivgaben in Gewässern versenkt wurden, sowie auf Halsringen, Brustplatten oder Zierscheiben, die nicht nur Zierde waren, sondern auch Schutz vor Geistern bieten sollten.Von links: Keltische Gold- und Bronze-Scheibe aus Auvers-sur-Oise, Frankreich, ca. 4. Jh. v. Chr.; Mittelteil des Schildbuckels des Battersea-Schilds aus der Themse, England, 4.-1. Jh. v. Chr.; gravierte Schwertscheiden aus Irland, 2./1. Jh. v. Chr. Quellen: wikimedia.org (18.8.16); wikimedia.org (23.8.16); Harding 2007.

Aus dem schamanisch-visionären Kontext ist außerdem die enge Verbindung der entoptischen Linien und Spiralen mit der Schlange bekannt (vgl. Tausin 2015). Dies könnte auch bei den Kelten eine Rolle gespielt haben. Von all den Tieren, die durch die Spiral-, S- und Knoten-Muster in stilisierter Weise dargestellt wurden, ist die Schlange das einfachste und nahe liegendste. Als keltisches Symbol für die Unterwelt und den Tod, für Wasser, Wellenbewegung, Fruchtbarkeit, Heilung und Erneuerung; als Begleiterin von Fruchtbarkeits-, Heil- oder Muttergöttinnen wie etwa Sirona, die Göttin der Heilung; sowie als Hüterin des Lebensbaumes und der Brücke zwischen der Unterwelt, der Menschenwelt und der Himmelswelt ist die Schlange wiederum mit mehreren schamanischen Themen assoziiert (vgl. Green 1992). So ist denkbar, dass die S- und Spiral-Motive in der keltischen Kunst direkt oder über das Symbol der Schlange vom Sehen der Leuchtfäden oder „Schlangenlinien“ in der Leuchtstruktur zeugen.

::Der AutorFloco Tausin


::Inhaltsverzeichnis

::Teil 1 – Einleitung
::Teil 2 – Die Kultur der Kelten
::Teil 3 – Gestirne, Götter, Schlangeneier
::Teil 4 – Kurvenlinien und Schlangen
::Teil 5 – Keltische Köpfe
::Teil 6 – Kessel, Räder und Sonnenwagen (1)
::Teil 7 – Kessel, Räder und Sonnenwagen (2)
::Teil 8 – Druiden als Schamanen, Ekstatiker und Seher


::Literatur

Die Bilder stammen aus Bilddatenbanken im Internet, aus wissenschaftlichen Publikationen oder aus meiner eigenen Sammlung (FT). Sie unterstehen entweder einer Creative Commons-Lizenz, fallen aufgrund der Verjährung nicht mehr unter das Copyright oder werden im Sinne des Zitatrechts aus wissenschaftlichen Publikationen verwendet. Bei den Bildern aus meiner Sammlung besitze ich das Copyright bzw. habe die freundliche Genehmigung des Künstlers eingeholt.

Dronfield, J. (1995): „Subjective Vision and the Source of Irish Megalithic Art“. Antiquity 69: 539-549
Harding, Dennis W. (2007): The Archaeology of Celtic Art. Oxon/New York: Routledge
Tausin, Floco (2015): „Leuchtende Essenz – Mouches volantes in der alten mesoamerikanischen Kunst“. Ganzheitlich Sehen 1. mouches-volantes.com (2.9.16)
Green, Miranda (1992): Animals in Celtic Life and Myth. London: Routledge

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Mouches volantes im alten Europa (3)

Samstag, 5. August 2017 8:00

Teil 3: Die Kelten von Floco Tausin

3) Gestirne, Götter, Schlangeneier

Die keltische Kunst zeichnet sich durch einen abstrakten Stil aus, der geometrische Figuren mit Flechtwerk und Knotenmustern verknüpft und teils zu menschen- oder tierähnlichen Gestalten formt (vgl. Davis 2000). Hier sind punktierte oder konzentrische Kreise häufig vorkommende Formen – manchmal vereinzelt, oft aber durch Linien verbunden oder in weiteren Kreisen oder auf Kreuzen zu Gruppen gefasst. In aufwändigeren fortlaufenden Knoten- und Flechtenmustern lassen sie sich als innerster Teil von Spiralumdrehungen erkennen.
2 - Kelt. Kunst und Muenzen
Keltische Kunst und Münzen

Beispiele konzentrischer oder gepunkteter Kreise auf keltischen Kunstgegenständen und Münzen. Von links oben nach rechts unten: Verzierung auf einem Goldgürtel aus einem keltischen Grab in Hallstatt, Österreich, 4.-8. Jh. v. Chr.; Glas-Augen-Perle aus Wiggonholt, Sussex, England, 1. Jh. v. bis 1. Jh. n. Chr.; Augen-Perlen aus Oberfranken, Bayern, Deutschland, ca. 5. Jh. v. Chr.; Vorder- und Rückseite einer keltischen Münze aus dem Rheinland, Deutschland, 50-25 v. Chr. Quellen: lessingimages.com (26.7.16); Smith n/a; numisbids.com (18.8.16).
In der Deutung der keltischen Kunst werden punktierte oder konzentrische Kreise meistens als Sonne oder Sonnenscheibe verstanden. Diese astronomische Deutung wird oft auf punktierte Kreise in der Kunst prähistorischer Kulturen und antiker Zivilisationen angewandt. Doch für diese Zeitepochen lässt sich die Astronomie kaum von kosmologischen und mythologischen Aspekten trennen: Gestirne werden von den Menschen mit bestimmten Gottheiten oder kosmischen Kräften gleichgesetzt, die wiederum in vielfältiger Beziehung mit Naturerscheinungen oder Ereignissen stehen (vgl. z.B. Tausin 2015, 2014, 2011a, 2011b). Wie alle prähistorischen Völker waren die Kelten genaue Beobachter des Himmels und nutzten die Erkenntnisse für Unternehmungen und Vorhersagen. Die keltischen punktierten Kreise könnten also grundsätzlich auch andere Himmelskörper als die Sonne repräsentieren.Auch die Sonnen-, Mond- und Himmelsgötter wie Lugus (Lugh, Lleu), Belenus, Arianrhod, Grannus oder Brigit könnten in ihrer abstrakten Form durch eine Sonnen- oder Sternenscheibe ausgedrückt worden sein (Berresford Ellis 2003; Rankin 1996; Davies 1809).
Eine andere Möglichkeit ist, dass die keltischen punktierten Kreise so genannte Schlangeneier oder Schlangensteine darstellen. Als Schlangenei galten den Kelten Glaskugeln, Glasscheiben oder gelochte glasige Steine, die auf natürliche Weise entstanden sind. Keltische Mythen aus Irland und England zeigen, dass Glas für die Kelten ein besonderes Material gewesen sein musste: Als ein schwer erreichbarer und schwer zu erobernder Ort voller magischer Schätze gilt ein Turm oder eine Festung aus Glas. Doch der walisische Begriff caer wydyr – die „gläserne Umschliessung“ oder „Glasfestung“ – ist auch eine der Bezeichnungen für die Anderswelt (vgl. Davies 1809). Vielleicht wegen dieser Qualität wurden die Schlangeneier von den Druiden hoch geschätzt und für Wahrsagerei, Erfolg in weltlichen Angelegenheiten und Heilung benutzt. Es hiess, sie würden entstehen, wenn Schlangen sich umschlingen und eine Flüssigkeit absondern, die sich zur Kugel formt und verfestigt. Diese Kugel werde durch die Bewegungen der Schlangen in die Luft geschleudert. Derjenige, der ein Schlangenei suchte, musste es in der Luft mit einem Tuch einfangen.
Sowohl in der einen wie der anderen Deutung werden die keltischen punktierten Kreise nicht nur mit Licht oder lichtdurchlässigem Material, mit dem Himmel, mit Himmelskörpern oder der Bewegung durch die Luft, sondern auch mit mythischen und andersweltlichen Aspekten assoziiert. Sie könnten damit einen entoptisch-visionären und schamanischen Ursprung haben und auf das Sehen der doppelmembranigen Kugeln der Leuchtstruktur zurückgehen.

::Der AutorFloco Tausin


::Inhaltsverzeichnis

::Teil 1 – Einleitung
::Teil 2 – Die Kultur der Kelten
::Teil 3 – Gestirne, Götter, Schlangeneier
::Teil 4 – Kurvenlinien und Schlangen
::Teil 5 – Keltische Köpfe
::Teil 6 – Kessel, Räder und Sonnenwagen (1)
::Teil 7 – Kessel, Räder und Sonnenwagen (2)
::Teil 8 – Druiden als Schamanen, Ekstatiker und Seher


::Literatur

Die Bilder stammen aus Bilddatenbanken im Internet, aus wissenschaftlichen Publikationen oder aus meiner eigenen Sammlung (FT). Sie unterstehen entweder einer Creative Commons-Lizenz, fallen aufgrund der Verjährung nicht mehr unter das Copyright oder werden im Sinne des Zitatrechts aus wissenschaftlichen Publikationen verwendet. Bei den Bildern aus meiner Sammlung besitze ich das Copyright bzw. habe die freundliche Genehmigung des Künstlers eingeholt.

Davis, Courtney (2000): Celtic and Old Norse Designs. Mineola: Dover Publications
Tausin, Floco (2015): „Leuchtende Essenz – Mouches volantes in der alten mesoamerikanischen Kunst“. Ganzheitlich Sehen 1. mouches-volantes.com (2.9.16)
Tausin, Floco (2014): „Mouches-volantes-Strukturen in Nordamerika. Teil 2: Sonnenscheiben und Medizinräder (Kalifornien, Südwesten, Grosse Prärie, Südosten)“. Ganzheitlich Sehen 2. mouches-volantes.com (2.9.16)
Tausin, Floco (2011a): „Schamasch, Ischtar und Igigi. Mouches-volantes-Strukturen im antiken Mesopotamien“. Virtuelles Magazin 2000 60. archiv.vm2000.net (1.9.16)
Tausin, Floco (2011b): „Im Auge des Re. Mouches volantes Strukturen in der Symbolik des antiken Ägyptens“. Virtuelles Magazin 2000 58. vm2000.net (14.2.11)
Berresford Ellis, Peter (2003): A Brief History of the Celts. London: Robinson
Rankin, David (1996): Celts and the Classical World. London/New York: Routledge
Davies, Edward (1809): The Mythology and Rites of the British Druids. London: J. Booth

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Mouches Volantes im alten Europa (2)

Donnerstag, 3. August 2017 8:00

Teil 3: Die Kelten von Floco Tausin

2) Die Kultur der Kelten

Nachdem um 1200 v. Chr. die spätbronzezeitlichen Zivilisationen in Griechenland, Anatolien, Zypern, Syrien, Mesopotamien und Ägypten durch ungeklärte Ereignisse kollabiert oder erheblich geschwächt wurden (Martin 2000; Popham 1994),begann im 1. Jahrtausend v. Chr. eine neue Ära. Als die Europäer begannen, Eisen in großen Mengen zu verarbeiten, als die Texte von Homer und Herodot die Zeit der Geschichtsschreibung und der Schriftlichkeit einläuteten, als sich Griechen und Phönizier, später Römer und Karthager um die Vorherrschaft im Mittelmeer stritten (Cunliffe 1994; Harding 1994), da blühte in Mitteleuropa die Kultur und Kunst der Kelten.
Die Kelten waren vermutlich eines der indoeuropäischen Völker, welche ab dem 4. Jahrtausend v. Chr. aus Zentralasien nicht nur nach Anatolien, in den Nahen Osten und nach Südasien wanderten, sondern auch nach Europa (Gimbutas 1994). Ihre europäische Heimat war das Gebiet um die Flüsse Rhein, Donau und Rhone in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz.Rasch verbreiteten sich die Kelten aber in ganz Europa. Keltische Stämme wohnten und herrschten von England bis Italien und von Spanien bis in die Türkei. Ihre Spuren lassen sich selbst in Syrien, Israel, Ägypten und Karthago nachweisen. Obwohl die keltischen Gesellschaften sehr divers waren, teilten sie eine ähnliche Grundsprache, soziale Organisation, Kunst und Religion.Von den Kelten existieren nur wenige schriftliche Zeugnisse. Unser Wissen über ihre Kultur und Religion gründet auf griechischen und römischen Quellen sowie auf archäologischen Funden. Erst ab dem 8. Jahrhundert, und unter dem Einfluss des Christentums, wurden in Irland und England die bis dahin mündlich überlieferten Mythen und Geschichten der Kelten aufgeschrieben und teilweise zu einem keltischen Christentum verbunden. Aus archäologischen Quellen über die Hallstatt- und Latène-Kulturen (9.-1. Jh. v. Chr.) ist bekannt, dass die Kelten ihre Wirtschaft als eines der ersten Völker Europas um Eisenwaren zentrierten, zweirädrige Streitwagen und Strassen bauten, geschickte Landwirte waren, Bewässerungssysteme und Kanalisationen entwickelten, Münzen herstellten, ihr eigenes Kalendersystem einrichteten und wohl aus religiösen Gründen Gebrauchsgegenstände, Waffen, Schmuck, Münzen sowie die Köpfe von besiegten Gegnern in Flüssen, Seen, Weihern, und Sümpfen versenkten.Sie nutzten die älteren megalithischen Erdwerke für kultische Zwecke, bauten aber auch neue Erdwerke.Die keltischen Gesellschaften waren unterteilt in „Kasten“: Bauern und Handwerker produzierten Lebensmittel und Gebrauchswaren. Der Kriegeradel stellte den König, wobei die keltischen Könige wiederum einen Großkönig wählten. Die Druiden schließlich waren die geistige Elite. Sie übernahmen diverse Aufgaben als Richter, Anwälte, Heiler, Barden, Priester, Wahrsager und Bewahrer der mündlichen Tradition (Berresford Ellis 2003; Rankin 1996).

::Der AutorFloco Tausin


::Inhaltsverzeichnis

::Teil 1 – Einleitung
::Teil 2 – Die Kultur der Kelten
::Teil 3 – Gestirne, Götter, Schlangeneier
::Teil 4 – Kurvenlinien und Schlangen
::Teil 5 – Keltische Köpfe
::Teil 6 – Kessel, Räder und Sonnenwagen (1)
::Teil 7 – Kessel, Räder und Sonnenwagen (2)
::Teil 8 – Druiden als Schamanen, Ekstatiker und Seher


::Literatur

Martin, Thomas R. (2000): Ancient Greece. From Prehistoric to Hellenistic Times. New Haven/London: Yale Nota Bene
Popham, Mervyn (1994): „The Collapse of Aegean Civilization at the End of the Late Bronze Age“. The Oxford Illustrated Prehistory of Europe, hrsg. v. Barry Cunliffe. Oxford/New York: Oxford University Press: 277-303
Cunliffe, Barry (1994): „Iron Age Societies in Western Europe andBeyond, 800-140 BC“. The Oxford Illustrated Prehistory of Europe, hrsg. v. Barry Cunliffe. Oxford/New York: Oxford University Press: 336-372
Harding, Anthony (1994): „Reformation in Barbarian Europe, 1300-600 BC“. The Oxford Illustrated Prehistory of Europe, hrsg. v. Barry Cunliffe. Oxford/New York: Oxford University Press: 304-335
Gimbutas, Marija (1994): Das Ende Alteuropas: der Einfall von Steppennomaden aus Südrussland und die Indogermanisierung Mitteleuropas (Innsbrucker Beiträge zur Kulturwissenschaft, Sonderheft 90). Innsbruck: Institut für Sprachwissenschaft der Universität Innsbruck
Berresford Ellis, Peter (2003): A Brief History of the Celts. London: Robinson
Rankin, David (1996): Celts and the Classical World. London/New York: Routledge

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Mouches volantes im alten Europa (1)

Dienstag, 1. August 2017 8:00

Teil 3: Die Kelten von Floco Tausin

1) Einleitung
Mouches volantes – Glaskörpertrübung oder Bewusstseinslicht? Der Blick auf die Kunst früherer Kulturen lässt vermuten, dass Mouches volantes für eine Vielzahl von Menschen eine spirituelle Bedeutung hatten. In diesem Artikel werden Mouches-volantes-Motive im prähistorischen Europa vorgestellt. Teil 3 thematisiert die Kultur der Kelten.

Alle haben sie, fast alle sehen sie, und fast niemand schaut hin: die vereinzelten, transparenten und beweglichen Punkte und Fäden im Blickfeld, in der Augenheilkunde „Mouches volantes“ genannt und als Glaskörpertrübung erklärt. Dieser Artikel basiert auf der Erfahrung, dass diese Punkte und Fäden – die „Leuchtstruktur Mouches volantes“ (Tausin 2012a) – keine Trübung, sondern eine leuchtende Struktur und Ausdruck unseres Bewusstseinszustandes sind. Diese Einsicht kam zu mir durch meinen Lehrer Nestor (Tausin 2010a, 2008, 2006b). In meiner weiteren Forschung fand ich zahlreiche Hinweise darauf, dass die Kugeln und Fäden der Leuchtstruktur – zusammen mit anderen entoptischen Erscheinungen – bereits von früheren Menschen vieler Kulturen wahrgenommen wurden. Die Vermutung ist, dass frühe Ekstatiker oder Schamanen sie während Praktiken der rituellen Bewusstseinsveränderung gesehen, mythisch oder spirituell gedeutet, künstlerisch ausgedrückt und damit an spätere Generationen vermittelt haben (z.B. Tausin 2013, 2011a, 2011b, 2010b, 2006a). Dieser Artikel unterstützt diese Sicht, indem er Punkt-und-Faden-Strukturen in einigen der frühen Kulturen Europas präsentiert. Teil 3 beschäftigt sich mit der Kultur der Kelten.
1 - Karte-keltengebietKelten

Karte des Keltengebiets.

Quelle:
www.hist-chron.com/Zillmer
(18.7.17).

links:
vergrößerter
Kartenausschnitt

::Der AutorFloco Tausin


::Inhaltsverzeichnis

::Teil 1 – Einleitung
::Teil 2 – Die Kultur der Kelten
::Teil 3 – Gestirne, Götter, Schlangeneier
::Teil 4 – Kurvenlinien und Schlangen
::Teil 5 – Keltische Köpfe
::Teil 6 – Kessel, Räder und Sonnenwagen (1)
::Teil 7 – Kessel, Räder und Sonnenwagen (2)
::Teil 8 – Druiden als Schamanen, Ekstatiker und Seher


::Literatur

Die Bilder stammen aus Bilddatenbanken im Internet, aus wissenschaftlichen Publikationen oder aus meiner eigenen Sammlung (FT). Sie unterstehen entweder einer Creative Commons-Lizenz, fallen aufgrund der Verjährung nicht mehr unter das Copyright oder werden im Sinne des Zitatrechts aus wissenschaftlichen Publikationen verwendet. Bei den Bildern aus meiner Sammlung besitze ich das Copyright bzw. habe die freundliche Genehmigung des Künstlers eingeholt.

Tausin, Floco (2012a): Mouches volantes (MV) und andere subjektive visuelle Phänomene. visuelle-subjektive-phaenomene (30.9.14)
Tausin, Floco. (2010a). Mouches Volantes. Die Leuchtstruktur des Bewusstseins. Bern: Leuchtstruktur Verlag
Tausin, Floco (2008): „Mouches volantes – Glaskörpertrübung oder Nervensystem? Fliegende Mücken als wahrnehmbarer Aspekt des visuellen Nervensystems“. Ganzheitlich Sehen. mouches-volantes/newsdezember2008 (18.7.17)
Tausin, Floco (2006b): „Mouches volantes. Bewegliche Kuglen und Fäden aus der Sicht eines Sehers“. Q’Phase. Realität … Anders! 4
Tausin, Floco (2013): „Mouches-volantes-Strukturen in Nordamerika. Teil 1: Bewusstseinsaugen und Weltenportale (Eskimo, Nordwestküsten-Indianer“. Virtuelles Magazin 2000 67. teil1-bewusstseinsaugenundweltenportale. (2.9.16)
Tausin, Floco (2011a): „Schamasch, Ischtar und Igigi. Mouches-volantes-Strukturen im antiken Mesopotamien“. Virtuelles Magazin 2000 60. FlocoTausin/Schamasch-Ischtar-und-Igigi (1.9.16)
Tausin, Floco (2011b): „Im Auge des Re. Mouches volantes Strukturen in der Symbolik des antiken Ägyptens“. Virtuelles Magazin 2000 58. vm2000.net (14.2.11)
Tausin, Floco (2010b): „Lichter in der Anderswelt. Mouches volantes in der darstellenden Kunst moderner Schamanen“. Galaxiengesundheitsrat. Schamanismus/forum/topics/lichter-in-der-anderswelt (13.12.10)
Tausin, Floco (2006a): „Mouches volantes und Trance. Ein unierselles Phänomen bei erweiterten Bewusstseinszuständen früher und heute“. Jenseits des Irdischen 3

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Mouches volantes im alten Europa

Freitag, 26. Mai 2017 14:00

Teil 2: Die frühen griechischen Hochkulturen
Von Floco Tausin

6. Zusammenfassung

In all den genannten Motiven sticht die Leuchtstruktur als Grundlage hervor. Und alle diese Motive lassen sich auch auf ursprünglich schamanische Thematiken wie die Anderswelt und den Weltenbaum zurückführen. Für die Zeit der griechischen Hochkulturen sind nur wenige Hinweise auf schamanische Praktiken bekannt. Den archäologischen Zeugnissen gemäss hatten die Religionen der Minoer und Mykener eher den Charakter eines auf Fruchtbarkeit und die Muttergottheit ausgerichteten Kults, oder den einer typisch nahöstlichen Praxis mit Kultbildern, Altaren, Opfern, Heiligtümern, Hymnen, Tanz und Göttern (Noegel 2007). Erst später, ab dem 8. Jh. v. Chr., berichten griechische Mythen und andere Schriften von Anhängern des Orpheus, Trophonius, Apollon oder auch Pythagoras, die in ekstatischer Trance ihre Seelen vom Körper trennen und mit den Göttern sprechen, gegen Dämonen kämpfen und Kranke heilen (Ruck 2004; Ogden 2002). Dennoch könnte bereits das bronzezeitliche Griechenland schamanische Elemente aus Zentralasien oder dem Nahen Osten (vgl. Tausin 2011) gekannt oder aus einheimischen neolithischen Praktiken tradiert und weiterentwickelt haben. Die Tholoi und die Bergspitzen und Höhlen mit ihren Schreinen könnten den Rückzug in die Einsamkeit, den Sinnesentzug und damit Andersweltreisen ermöglicht haben. Auch ein Pilzkult ist in diesem Rahmen denkbar, wofür die minoischen Schmuckketten in der Form von Pilzen, die Pilzform des „Schatzhauses des Atreus“ sowie der Name Mykene (von gr. mykes, „Pilz“) sprechen (Rätsch 1998). Die zahlreichen Darstellungen von Säulen und Bäumen in der minoischen Malerei könnten die Weltachse symbolisieren – neben dem Stil der Doppelaxt, dem Zugang zum Labyrinth und dem Oktopuskörper zwei weitere Symbole für die Leuchtstruktur und ihr Zentrum.

::Der AutorFloco Tausin


::Inhaltsverzeichnis

::Teil 1 – Einleitung
::Teil 2 – Hochkulturen in Griechenland ab 3000 v. Chr.
::Teil 3 – Hochkulturen in Griechenland ab 1400 v. Chr.
::Teil 4 – Tholoi, Kernoi und der Herd des Megaron
::Teil 5 – Doppelaxt und Oktopus
::Teil 6 – Zusammenfassung


::Literatur

Noegel, Scott B. (2007): „Greek Religion and the Ancient Near East“. A Companion to Greek Religion, hrsg. v. Daniel Ogden. Malden u.a.: Blackwell Publishing Ltd: 21-38
Ruck, Carl A. P. (2004): „Classical World Shamanism (Ancient Greece and Rome)“. Shamanism – An Encyclopedia of World Beliefs, Practices, and Culture, hrsg. v. Mariko Namba Walter und Eva Jane Neumann Fridman. Santa Barbara et al.: ABC Clio: 478-484
Ogden, Daniel (2002): Magic, Witchcraft, and Ghosts in the Greek and Roman Worlds. A Sourcebook. Oxford / New York: Oxford University Press
Tausin, Floco (2011): „Schamasch, Ischtar und Igigi. Mouchesvolantes-Strukturen im antiken Mesopotamien“. Virtuelles Magazin 2000 60. http://archiv.vm2000.net/60/FlocoTausin/Schamasch-Ischtar-und-Igigi.html (1.9.16)
Rätsch, Christian (1998): Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen. AT Verlag

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Mouches volantes im alten Europa

Dienstag, 23. Mai 2017 7:59

Teil 2: Die frühen griechischen Hochkulturen
Von Floco Tausin

5. Doppelaxt und Oktopus

Labrys_a
Labrys, die kretische Doppelaxt, war vielmehr Kultgegenstand und Symbol als Waffe und Werkzeug. Grosse und kleine Versionen wurden in Gold, Silber, Bronze und Stein hergestellt oder auf Vasen und Wände gemalt. Auf Fresken erscheint die Doppelaxt in Szenen mit Priesterinnen und Göttinnen, die Kulthandlungen ausüben. Im Bild: Bronzedoppelaxt aus dem minoischen Palast von Kato Zakros (rechts) und eine Golddoppelaxt aus der kretischen Arkalochori-Höhle (links), 2. Jahrtausend v. Chr.
Quelle: http://www.salimbeti.com/micenei/weapons4.htm (16.8.16) und https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6555159 (16.8.16).

Die Doppelaxt oder Labrys wurde u.a. als Symbol der Königsherrschaft, der Opferung von Tieren oder auch als Schmetterling und damit als Symbol der Göttin (Gimbutas 1999) interpretiert. Es zeigen sich in ihr aber auch Verbindungen zur Leuchtstruktur. Einerseits sind die kultischen Doppeläxte oft mit Kreis- und Röhrenmustern verziert, die an die Leuchtkugeln und –fäden erinnern. Die Darstellung der Leuchtstruktur könnte auf den Umstand verweisen, dass diese Zeremonialwaffe Teil von rituellen Handlungen mit Bezug auf die leuchtende Anderswelt war. Die Form der Doppelaxt lässt sich zudem als mittlerer Teil einer konzentrischen, durch die runden Klingen angedeuteten Kugel sehen. Die Doppelmembran ergibt sich entweder durch die Verzierung oder durch die häufige Darstellung einer zweiten, inneren Doppelaxt (Labrys als Vierfachaxt). Schliesslich verweist die Doppelaxt durch ihren Namen auf die Idee des Weges in der Leuchtstruktur, welcher in die letzte Kugel führt. Es wurde nämlich auf eine Verbindung zwischen den Begriffen „Labrys“ und „Labyrinth“ hingewiesen, so dass der in den Mythen als Labyrinth bezeichnete Palast von Knossos zum „Ort der Doppelaxt“ wird. Tatsächlich erinnert der Grundriss des Palastes nicht nur an eine Doppelaxt mit ihren zwei Seiten und einem länglichen Mittelteil. Sie erinnert auch an die früheste bekannte Darstellung des kretischen oder klassischen Labyrinths mit einem Zugang in Richtung Zentrum.

Knossos-map-labyrinth_a
Links: Der Grundriss des Palastes von Minos in Knossos. Rechts: Rückseite einer Linear-B-Tontafel aus dem Palast des Nestor in Pylos, ca. 1200 v. Chr.
Quelle:
http://www.odysseyadventures.ca/articles/knossos/00.palacePlan.html (16.8.16) und
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=471659 (16.8.16)

Häufig wird vermutet, dass der Grundriss des Palastes von Knossos die Quelle für das klassische oder kretische Labyrinth war. Es könnte aber auch umgekehrt sein, wenn wir das Labyrinth als eckige und komplexere Variante eines noch älteren Motivs begreifen. Die Rede ist vom konzentrischen Kreis mit Zugang, der in der jungsteinzeitlichen und bronzezeitlichen Felskunst sowie als Grundriss megalithischer Bauwerke verbreitet ist (Tausin 2016; Bradley 1997). Damit käme sowohl dem Labyrinth, als auch der Doppelaxt eine gleiche oder ähnliche symbolische Bedeutungen zu wie dem konzentrischen Kreis mit Zugang: der Eingang in die Anderswelt, die Rückkehr zum Ursprung, wo Ruhe, Erneuerung und Wiedergeburt erfahren wird.

Octopus-motif- creamics_a
Die Malereien auf minoischen und mykenischen Töpferwaren sind eine Mischung aus naturalistischer und abstrakter Kunst. Kurvilineare und abstrakte Muster deuten organischfigurative Formen wie Blumen, Blätter und Tiere an. Oktopus-Motive gehören zu den häufigeren Motiven sowohl auf Keramik, wie auch auf geschnitzten Edelsteinen und Böden von Thronräumen. Oft stilisiert, könnten sie zugleich Symbole oder Metaphern für kosmologische, religiöse oder mythische Ideen oder Geschichten sein. Im Bild: Minoischer Steigbügel-Oktopus-Krug von den Dodekanes (links); und diverse Oktopus-Motive in der mykenischen Keramikmalerei (rechts). Quelle: Popham 1994 und Furumark 1941.

Der Oktopus schliesslich ist ein Tier, das zunächst durch seine charakteristische Gestalt an die Leuchtstruktur erinnert: Die Tentakel mit ihren Reihen von Saugnäpfen sehen wie die mit Punkten gefüllten Leuchtstrukturfäden aus; und mehrere Tentakel oder „Fäden“ sind über den Kopf oder die zentrale „Kugel“ miteinander verbunden. Doch in der Keramikmalerei minoischer und mykenischer Künstler wurden Oktopusse eher stilisiert, denn naturalistisch dargestellt. Dadurch wird der mögliche Bezug auf die Leuchtstruktur verstärkt. So werden etwa die Augen, die sich bei realen Oktopoden durch eine waagrechte Pupille auszeichnen, als gepunktete oder konzentrische Ringe dargestellt. Welche Bedeutung der Oktopus für die Minoer und Mykener hatte, ist unbekannt. Doch die vorgeschlagenen Verbindungen des Oktopus mit dem Meeresgott Poseidon (Edey 1975), dem Sternbild des Krebses (Richer 1994) oder dem Labyrinth (vgl. Ferrebee 2011) gehen von einer tieferen mythisch-kosmologischen Bedeutung des Oktopus für die frühen Hochkulturen Griechenlands aus. Die Darstellung des Oktopus als Weltenträger unterstützt diese Vermutung (siehe rechtes Bild, unten links).

assyrische_WeltenbaeumeÄhnliches gilt für manche stilisierten Darstellungen, die den Oktopus als eine mit Tentakel und Spiralen versehene Herzform zeigen. Diese rufen jenes mesopotamische Ornament in Erinnerung, das als Lebens- oder Weltenbaum beschrieben wird (vgl. Stansbury-O’Donnell 2015; Tausin 2011). Wie das Labyrinth – und damit auch der konzentrische Kreis mit Zugang – ist der Oktopus ein Symbol für die Welt oder den Lebens- oder Weltenbaum: Seine Arme tragen die Geschöpfe der unterschiedlichen Sphären, sein Kopf oder Rumpf ist die Zentralachse, die die Sphären verbindet.

Vorlage oder Nachahmung der stilisierten minoischen und mykenischen Oktopus-Motive? Beispiele assyrischer Weltenbäume, 9.-7. Jh. v. Chr. https://www.pinterest.com/pin/514888169868570647/ (17.8.16)

::Der AutorFloco Tausin


::Inhaltsverzeichnis

::Teil 1 – Einleitung
::Teil 2 – Hochkulturen in Griechenland ab 3000 v. Chr.
::Teil 3 – Hochkulturen in Griechenland ab 1400 v. Chr.
::Teil 4 – Tholoi, Kernoi und der Herd des Megaron
::Teil 5 – Doppelaxt und Oktopus
::Teil 6 – Zusammenfassung


::Literatur

Die Bilder stammen aus Bilddatenbanken im Internet, aus wissenschaftlichen Publikationen oder aus meiner eigenen Sammlung (FT). Sie unterstehen entweder einer Creative Commons-Lizenz, fallen aufgrund der Verjährung nicht mehr unter das Copyright oder werden im Sinne des Zitatrechts aus wissenschaftlichen Publikationen verwendet. Bei den Bildern aus meiner Sammlung besitze ich das Copyright bzw. habe die freundliche Genehmigung des Künstlers eingeholt.

Gimbutas, Marija (1999): The living goddesses. Berkeley: University of California Press
Bradley, Richard (1997): Rock Art and the Prehistory of Atlantic Europe. Signing the Land. London: Routledge
Popham, Mervyn (1994): „The Collapse of Aegean Civilization at the End of the Late Bronze Age“. The Oxford Illustrated Prehistory of Europe, hrsg. v. Barry Cunliffe. Oxford/New York: Oxford University Press: 277-303
Furumark, Arne (1941): The Chronology of Mycenaean Pottery. Stockholm: Kungl. Vitterhets Historie och Antiqvitets Akademien
Edey, Maitland A. (1975): Lost World of the Aegean. Time-Life Books B.V.
Richer, Jean (1994): Sacred Geography of the Ancient Greeks. Astrological Symbolism in Art, Architecture, and Landscape. Albany: State University of New York Press
Ferrebee, Wayne (2011): „The Octopus Motif in Ancient Greek Ceramics“. Ferrebeekeeper, 15.4.2011. https://ferrebeekeeper.wordpress.com/2011/04/15/the-octopusmotif-in-ancient-greek-ceramics/ (1.9.16)
Stansbury-O’Donnell, Mark D. (2015): A History of Greek Art. Chichester: Wiley
Tausin, Floco (2011): „Schamasch, Ischtar und Igigi. Mouchesvolantes-Strukturen im antiken Mesopotamien“. Virtuelles Magazin 2000 60. http://archiv.vm2000.net/60/FlocoTausin/Schamasch-Ischtar-und-Igigi.html (1.9.16)

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Mouches volantes im alten Europa

Samstag, 20. Mai 2017 8:08

Teil 2: Die frühen griechischen Hochkulturen
Von Floco Tausin

4. Tholoi, Kernoi und der Herd des Megaron

Im Folgenden sollen fünf für diese Kulturen typische Strukturen oder Motive vorgestellt werden, die durch die Leuchtstruktur inspiriert sein könnten: die Tholoi, die Kernoi, der Herd des Megaron, die Doppelaxt und der Oktopus.

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Minoer wie auch Mykener begruben ihre Toten in runden Grabtürmen (Tholos), die ab dem 3. Jahrtausend v. Chr. gebaut wurden (vgl. McEnroe 2010). Auf Kreta ist keiner der Tholoi gänzlich erhalten. Das Bild zeigt die Grundmauern des Tholos in Kamilari. Quelle: http://www.minoancrete.com/kamilari.htm (14.8.16)

Tholos Treasury of Atreus_a
Traditionellerweise wurden die Mitglieder von Mykener Adelsfamilien in Grabkreisen bestattet, d.h. runden Friedhöfen mit einer kleinen Anzahl von Schachtgräbern. Möglicherweise durch die minoischen Tholoi inspiriert, wurden ab Mitte des 2. Jahrtausends v. Chr. auch auf der Peloponnes königliche Monumentalgräber gebaut (vgl. McEnroe 2010). Im Bild ist das „Schatzhaus des Atreus“ in Mykene, ca. 13. Jh. v. Chr. Ein mit Zyklopensteinen flankierter Weg (Dromos) führt zum Rundbau. Quelle: Adams 2011 und https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=43766 (15.8.16)

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Kalksteinrad in der Nähe des zentralen Hofes des Palastes von Malia auf Kreta. Die Funktion solcher Steinplatten, die häufig in öffentlichen Bereichen und nahe von Eingängen gefunden wurden, ist unbekannt. Man interpretiert sie als Spieltische oder Kultgegenstände. Sie gleichen den Spendengefässen aus ungefähr derselben Zeit, die auf den Kykladen vermutlich für Opfergaben gefunden wurden, und die auch in klassischer Zeit als „Kernos“ bekannt sind. Denkbar ist auch eine Kombination aus Spiel, Ritual und Wahrsagepraxis (vgl. McEnroe 2010). Quelle: http://www.minoancrete.com/malia02.htm (14.8.16)

Megaron Pylos_a
Das Megaron (gr. „grosser Raum“) war das Zentrum der ökonomischen, religiösen, administrativen und politischen Macht. Bei den Mykenern war es ein rechteckiger Raum mit zentraler kreisrunder Feuerstelle, umgeben von vier Säulen. Der runde Feuerstelle hatte vermutlich symbolisch-kultische Bedeutung und war der Ort von Feueropfern. Im Bild: Das Megaron mit rundem Herd im Palast von Nestor in Pylos auf der Peloponnes in der Imagination eines Künstlers (links) und nach der Ausgrabung (rechts). Quelle: Stansbury-O’Donnell 2015.

Diese architektonischen Werke haben nicht nur eine Kern-Umkreis-Struktur, sondern betonen auch die für die Leuchtstruktur und für Ekstasetechniken typischen Themen des Übergangs oder Kontakts mit einer anderen, transzendenten Realität. Die minoischen und mykenischen Grabtürme oder Tholoi lassen sich als Weiterentwicklung der jungsteinzeitlichen und megalithischen Grabkammern und Grabhügel verstehen (Sherratt 1994; Wardle 1994). Wie jene zeichnen sie sich durch einen Zugang zu einem runden, eingegrenzten Zentrum aus. Durch die Bestattung in Tholoi wurden die Toten symbolisch in die Unter- oder Anderswelt bzw. in die letzte Leuchtkugel oder Quelle geleitet. Auch die Lebenden fanden hier im Rahmen diverser Rituale ihre Verbindung zur Anderswelt und zu ihrer eigenen Leuchtkugel.
Auch Altäre und andere Opferstellen sind Orte, wo die Menschen in einen Austausch mit der leuchtenden Realität treten konnten, welche die Alltagswelt durchwebt. Die Menschen megalithischer Kulturen versenkten Gegenstände in Teiche, Moore, Seen und Flüsse, wohl um Beistand von Göttern und Geistern zu erhalten. Die Minoer legten für denselben Zweck Opfergaben in die Fächer der konzentrischen Kernoi, die Mykener verbrannten sie in den runden Feuerstellen im Megaron (vgl. Cosmopoulos 2003; Polignac 1995). Die Gaben wurden durch Feuer oder Verwesung in feinstoffliche Form transformiert und konnten so direkt auf den Kosmos einwirken. Die Opferpraxis widerspiegelt generell die seherisch-schamanische Praxis der Transformation von grobstofflicher zu feinstofflicher Energie, die als Ekstase in das Bild als ein Ganzes gegeben wird. Wo diese Schnittstellen zwischen den Welten die Kern-Umkreis-Struktur von Leuchtkugeln zeigen, kann ein ursprüngliches schamanisches Wissen um die Bedeutung der Leuchtstruktur vermutet werden.

::Der AutorFloco Tausin


::Inhaltsverzeichnis

::Teil 1 – Einleitung
::Teil 2 – Hochkulturen in Griechenland ab 3000 v. Chr.
::Teil 3 – Hochkulturen in Griechenland ab 1400 v. Chr.
::Teil 4 – Tholoi, Kernoi und der Herd des Megaron
::Teil 5 – Doppelaxt und Oktopus
::Teil 6 – Zusammenfassung


::Literatur

Die Bilder stammen aus Bilddatenbanken im Internet, aus wissenschaftlichen Publikationen oder aus meiner eigenen Sammlung (FT). Sie unterstehen entweder einer Creative Commons-Lizenz, fallen aufgrund der Verjährung nicht mehr unter das Copyright oder werden im Sinne des Zitatrechts aus wissenschaftlichen Publikationen verwendet. Bei den Bildern aus meiner Sammlung besitze ich das Copyright bzw. habe die freundliche Genehmigung des Künstlers eingeholt.

McEnroe, John C. (2010): Architecture of Minoan Crete. Construtcting Identity in the Aegean Bronze Age. Austin: University of Texas Press
Adams, Laurie Schneider (2011): A History of Western Art (5. Aufl.). New York: McGraw-Hill
Stansbury-O’Donnell, Mark D. (2015): A History of Greek Art. Chichester: Wiley
Sherratt, Andrew (1994): „The Emergence of Elites: Earlier Bronze Age Europe, 2500-1300 BC“. The Oxford Illustrated Prehistory of Europe, hrsg. v. Barry Cunliffe. Oxford/New York: Oxford University Press: 244-276
Wardle. K. A. (1994): „The Palace Civilizations of Minoan Crete and Mycenaean Greece“. The Oxford Illustrated Prehistory of Europe, hrsg. v. Barry Cunliffe. Oxford/New York: Oxford University Press: 202-243
Cosmopoulos, Michael B. (2003): „Mycenaean religion at Eleusis: the architecture and stratigraphy of Megaron B“. Greek Mysteries. The Archaeology and Ritual of Ancient Greek Secret Cults, hrsg. v. Michael B. Cosmopoulos. London/New York: Routledge: 1-24
Polignac, François de (1995): Cults, Territory, and the Origins of the Greek City-State. Chicago/London: The University of Chicago Press

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Mouches volantes im alten Europa

Mittwoch, 17. Mai 2017 8:09

Teil 2: Die frühen griechischen Hochkulturen
Von Floco Tausin

3. Hochkulturen in Griechenland ab 1400 v. Chr.

Ab 1400 v. Chr. ist ein Rückgang der minoischen Zivilisation zu verzeichnen, der mit dem Aufstieg der kulturell ähnlichen, aber anderssprachigen Mykener ab 1600 v. Chr. verknüpft ist. Die Mykener hatten ihre Zentren im Süden Griechenlands, insbesondere auf der Halbinsel Peloponnes, wo in Mykene, Pylos und anderen Orten prächtige Paläste gebaut wurden. Die mykenische Silbenschrift ist zwar entziffert, doch die überlieferten Dokumente geben einen nur begrenzten Einblick in die Kultur, da es sich um administrative Listen handelt. Archäologische Funde enthüllen, dass die Mykener eine überregionale See- und Wirtschaftsmacht waren und über ein Netzwerk von Ländereien mit Zitadellen als Zentren verfügten, deren Kriegereliten einem Wanax oder König an der Spitze folgten. Die Bedeutung von Krieg und Kampf wird durch die reichen Funde von Bronzerüstungen und Waffen in Fürstengräbern sowie die Befestigungen der Zitadellen durch dicke Steinmauern (Zyklopensteine) deutlich. Nach Homer war Mykene das Heim des legendären Königs Agamemnon, der angeblich die Griechen gegen Troja in den Krieg führte (Cartledge 2009; Martin 2000; Wardle 1994; Sherratt 1994). Um 1200 v. Chr. kollabierte die mykenische Kultur, zeitgleich mit vielen der spätbronzezeitlichen Zivilisationen des östlichen Mittelmeers. Die Gründe für den Niedergang sind umstritten und reichen von Migration, über Naturkatastrophen bis zu Krieg (Martin 2000; Popham 1994). Strukturen aus gepunkteten oder konzentrischen Kreisen und Linien kommen in den ägäischen Hochkulturen oft als Verzierung auf der edlen bemalten Keramik, auf Fresken, Siegel und Schmuck vor, teils auch in der Form von Rosetten und Doppelspiralen. Aber auch Waffen und architektonische Strukturen weisen dieses Muster auf (vgl. Edey 1975).

::Der AutorFloco Tausin


::Inhaltsverzeichnis

::Teil 1 – Einleitung
::Teil 2 – Hochkulturen in Griechenland ab 3000 v. Chr.
::Teil 3 – Hochkulturen in Griechenland ab 1400 v. Chr.
::Teil 4 – Tholoi, Kernoi und der Herd des Megaron
::Teil 5 – Doppelaxt und Oktopus
::Teil 6 – Zusammenfassung


::Literatur

Cartledge, Paul (2009): Ancient Greece. A History in Eleven Cities. Oxford: Oxford University Press
Martin, Thomas R. (2000): Ancient Greece. From Prehistoric to Hellenistic Times. New Haven/London: Yale Nota Bene
Wardle. K. A. (1994): „The Palace Civilizations of Minoan Crete and Mycenaean Greece“. The Oxford Illustrated Prehistory of Europe, hrsg. v. Barry Cunliffe. Oxford/New York: Oxford University Press: 202-243
Sherratt, Andrew (1994): „The Emergence of Elites: Earlier Bronze Age Europe, 2500-1300 BC“. The Oxford Illustrated Prehistory of Europe, hrsg. v. Barry Cunliffe. Oxford/New York: Oxford University Press: 244-276
Popham, Mervyn (1994): „The Collapse of Aegean Civilization at the End of the Late Bronze Age“. The Oxford Illustrated Prehistory of Europe, hrsg. v. Barry Cunliffe. Oxford/New York: Oxford University Press: 277-303
Edey, Maitland A. (1975): Lost World of the Aegean. Time-Life Books B.V.

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Mouches volantes im alten Europa

Montag, 15. Mai 2017 1:01

Teil 2: Die frühen griechischen Hochkulturen
Von Floco Tausin

2. Hochkulturen in Griechenland ab 3000 v. Chr.

Punkte, konzentrische oder gepunktete Kreise, Wellen, Zickzacklinien, Gittermuster und Spiralen gehörten neben naturalistischen Darstellungen zum Repertoire der frühen Kunst in ganz Europa, von der Altsteinzeit bis in die Jungsteinzeit (Von Petzinger 2011; vgl. Mithen 1994). An der Schwelle von Jungsteinzeit und Bronzezeit lassen sie sich nicht nur als Felsbilder sowie als gravierte Verzierungen und Symbole auf megalithischen Bauwerken feststellen (Bradley 1997), sondern die Megalithgräber und –anlagen haben selbst die Kern-Umkreis-Struktur und weitere ähnliche Eigenschaften, die sich bei den Leuchtstruktur-Kugeln beobachten lassen (Tausin 2016). Währenddessen läuteten die zivilisatorischen Impulse aus dem Nahen Osten bereits die Bronzezeit am anderen Ende Europas ein. Ab 3000 v. Chr. entstanden in der Ägäis die ersten Hoch- und Schriftkulturen: die minoische Kultur auf Kreta und die mykenische Kultur auf dem griechischen Festland. Da die kretische Hieroglyphenschrift bisher nicht vollständig entziffert werden konnte, können nur die archäologischen Funde Zeugnis der minoischen Kultur geben. Sie zeichnen das Bild eines friedlichen Volkes, das Handel mit den östlichen Mittelmeerländern trieb, sich dem guten Leben widmete, die Künste schätzte, den Göttern opferte und die Rolle der Frauen in Gesellschaft und Religion betonte. Die Paläste wurden nicht befestigt, es gibt keine Spuren von Kriegen, die in Gräbern gefundenen Waffen dienten zeremoniellen Zwecken. Die Paläste, die ab dem 2. Jahrtausend auf Kreta gebaut wurden, waren tauschwirtschaftliche, politische und religiöse Zentren. Der grösste Palast in Knossos ist eine komplexe labyrinthähnliche Anlage mit Kammern und Speichern für Wertgegenstände, Getreide, Wein und Olivenöl. Hier soll nach dem Dichter Homer (ca. 8. Jh. v. Chr.) der König Minos gelebt haben, dessen Frau sich in einen Stier verliebte. Sie gebar den Minotaurus, ein Mischwesen aus Mann und Stier, das im Labyrinth von Knossos sein Unwesen trieb. Theseus, ein Held aus Athen, tötete den Minotaurus und entkam dem Labyrinth mit Hilfe von Minos‘ Tochter Ariadne.

::Der AutorFloco Tausin


::Inhaltsverzeichnis

::Teil 1 – Einleitung
::Teil 2 – Hochkulturen in Griechenland ab 3000 v. Chr.
::Teil 3 – Hochkulturen in Griechenland ab 1400 v. Chr.
::Teil 4 – Tholoi, Kernoi und der Herd des Megaron
::Teil 5 – Doppelaxt und Oktopus
::Teil 6 – Zusammenfassung


::Literatur

Von Petzinger, Genevieve (2011). Geometric Signs. A new understanding. http://www.bradshawfoundation.com/geometric_signs/geometric_signs.php
Mithen, Steven J. (1994): „The Mesolithic Age“. The Oxford Illustrated Prehistory of Europe, hrsg. v. Barry Cunliffe. Oxford/New York: Oxford University Press: 79-135
Bradley, Richard (1997): Rock Art and the Prehistory of Atlantic Europe. Signing the Land. London: Routledge

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Mouches volantes im alten Europa

Freitag, 12. Mai 2017 8:41

Teil 2: Die frühen griechischen Hochkulturen
Von Floco Tausin

1. Einleitung

Mouches volantes – Glaskörpertrübung oder Bewusstseinslicht? Der Blick auf die Kunst früherer Kulturen lässt vermuten, dass Mouches volantes für eine Vielzahl von Menschen eine spirituelle Bedeutung hatten. In diesem Artikel werden Mouches-volantes-Motive im prähistorischen Europa vorgestellt. Teil 2 beschäftigt sich mit der minoischen und der mykenischen Hochkultur in der Ägäis.

Alle haben sie, fast alle sehen sie, und fast niemand schaut hin: die vereinzelten, transparenten und beweglichen Punkte und Fäden im Blickfeld, in der Augenheilkunde „Mouches volantes“ genannt und als Glaskörpertrübung erklärt. Dieser Artikel basiert auf der Erfahrung, dass diese Punkte und Fäden – die „Leuchtstruktur Mouches volantes“ (Tausin 2012) – keine Trübung, sondern eine leuchtende Struktur und Ausdruck unseres Bewusstseinszustandes sind. Diese Einsicht kam zu mir durch meinen Lehrer Nestor (Tausin 2010a, 2008, 2006b). In meiner weiteren Forschung fand ich zahlreiche Hinweise darauf, dass die Kugeln und Fäden der Leuchtstruktur – zusammen mit anderen
entoptischen Erscheinungen – bereits von früheren Menschen vieler Kulturen wahrgenommen wurden. Die Vermutung ist, dass frühe Ekstatiker oder Schamanen sie während Praktiken der rituellen Bewusstseinsveränderung gesehen, mythisch oder spirituell gedeutet, künstlerisch ausgedrückt und damit an spätere Generationen vermittelt haben (z.B. Tausin 2013, 2011, 2010b, 2006a). Dieser Artikel unterstützt diese Sicht, indem er Punkt-und-Faden-Strukturen in einigen der frühen Kulturen Europas präsentiert. Teil 2 beschäftigt sich mit den frühen griechischen Zivilisationen in der Ägäis: die minoische und die mykenische Kultur.
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::Quelle Gamble 1994
Unterschiedlich anforderungsreiche Siedlungsgebiete im Europa der Altsteinzeit.

::Der AutorFloco Tausin


::Inhaltsverzeichnis

::Teil 1 – Einleitung
::Teil 2 – Hochkulturen in Griechenland ab 3000 v. Chr.
::Teil 3 – Hochkulturen in Griechenland ab 1400 v. Chr.
::Teil 4 – Tholoi, Kernoi und der Herd des Megaron
::Teil 5 – Doppelaxt und Oktopus
::Teil 6 – Zusammenfassung


::Literatur

Die Bilder stammen aus Bilddatenbanken im Internet, aus wissenschaftlichen Publikationen oder aus meiner eigenen Sammlung (FT). Sie unterstehen entweder einer Creative Commons-Lizenz, fallen aufgrund der Verjährung nicht mehr unter das Copyright oder werden im Sinne des Zitatrechts aus wissenschaftlichen Publikationen verwendet. Bei den Bildern aus meiner Sammlung besitze ich das Copyright bzw. habe die freundliche Genehmigung des Künstlers eingeholt.

Tausin, Floco (2012): Mouches volantes (MV) und andere subjektive visuelle Phänomene. http://www.mouchesvolantes.com/home/visuelle-subjektive-phaenomene.htm (30.9.14)
Tausin, Floco. (2010a). Mouches Volantes. Die Leuchtstruktur des Bewusstseins. Bern: Leuchtstruktur Verlag
Tausin, Floco (2008): „Mouches volantes – Glaskörpertrübung oder Nervensystem? Fliegende Mücken als wahrnehmbarer Aspekt des visuellen Nervensystems“. Ganzheitlich Sehen. http://www.mouches-volantes.com/news/newsdezember2008.htm (27.10.10)
Tausin, Floco (2006b): „Mouches volantes. Bewegliche Kugeln und Fäden aus der Sicht eines Sehers“. Q’Phase. Realität … Anders! 4
Tausin, Floco (2013): „Mouches-volantes-Strukturen in Nordamerika. Teil 1: Bewusstseinsaugen und Weltenportale (Eskimo, Nordwestküsten-Indianer“. Virtuelles Magazin 2000 67. http://archiv.vm2000.net/67/flocotausin/teil1-bewusstseinsaugenundweltenportale.html (2.9.16)
Tausin, Floco (2011): „Schamasch, Ischtar und Igigi. Mouchesvolantes-Strukturen im antiken Mesopotamien“. Virtuelles Magazin 2000 60. http://archiv.vm2000.net/60/FlocoTausin/Schamasch-Ischtar-und-Igigi.html (1.9.16)
Tausin, Floco (2010b): „Lichter in der Anderswelt. Mouches volantes in der darstellenden Kunst moderner Schamanen“. Galaxiengesundheitsrat. http://wedismus.ning.com/group/Schamanismus/forum/topics/lichter-in-der-anderswelt (13.12.10)
Tausin, Floco (2006a): „Mouches volantes und Trance. Ein universelles Phänomen bei erweiterten Bewusstseinszuständen früher und heute“. Jenseits des Irdischen 3

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20.5.2017 – AGR-Veranstaltung

Dienstag, 4. April 2017 8:00

AGR-LogoArbeitskreis für GEOBIOLOGIE Rheinland e.V. (AGR)
53937 Schleiden-Gemünd / Eifel – Kurhaus – Seminarraum: Kleiner Kursaal

09.30 – 17.30 Uhr – STAN WOLF: Das Mysterium Untersberg – Unglaublich und doch real?
Der Untersberg ist ein Bergmassiv, auf österreichischer und bayerischer Seite, zwischen Bad Reichenhall und Salzburg. Dieser Berg birgt viele Geheimnisse in sich, man erzählt sich seit alters her Sagen und es geschehen unerklärliche Dinge. Es ist fast unmöglich, das Tagesthema in einem Text zusammenzufassen. Deshalb finden Sie nachstehend Stichworte aufgeführt. Sicher ist jedenfalls, dass die meisten Teilnehmer mit vielen neuen Erkenntnissen den Tag beenden werden, und vielleicht sogar mit einem veränderten Bild von den Geschehnissen auf der Erde. Lassen Sie diesem Tag einfach auf sich wirken. Auch, wenn Sie manches nicht für möglich halten, weil es sich extrem fantastisch anhört, so ist es doch Realität?
Die Bewohner des Untersbergs – Haarp – Verschwundene Menschen – Die Glocke – Zurückgekehrte Personen – Geheimnisvolle Funde – Die Templer – Isais – Die 12 Untersbergkirchen – Der Untersbergpfarrer – Die Ritter vom Schwarzen Stein – Es gibt keine Zufälle – Zeitanomalien – BlackGoo/Schieferöl – Was ist schon Zeit? – Zeitkorridore in Vergangenheit und Zukunft – Hologramme – Kontaktmann aus der Zukunft – Das morphogenetische Feld – Rituale – Dimensionstore – Flugscheiben – Die Anderen – Nationale Interessen – Globale Umwälzungen – Die Aktivierung des Berges und die globalen Effekte – Die Sage vom Kaiser Karl – Geheimnisvolles Berchtesgadener Land – zufällige Murenabgänge/Bergstürze? – Naturwesen – Stille Nacht – Wetterphänomene – Institution Kirche – Alois Irlmaier – Vorsorge – …
„Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft – Alles existiert gleichzeitig.“
Falls sich schon Teilnehmer mit dieser Thematik befasst haben, so notieren Sie sich bitte schon jetzt Ihre speziellen Fragen an den Referenten.

::Referent – Wolfgang Stadler, Bürmoos / Salzburgerland (*1950 in Passau)(Stahlbautechniker, Forscher, Autor, Privatpilot)
Für unsere Gäste/Nichtmitglieder: Tagesbeitrag: 20,- € – Fragen, Anmeldungen, Informationen zum Seminartag bei Heinz Josef Rademacher unter 02161 / 581021 oder rademacher-mg(et)gmx.de
Aufgrund der bereits vorliegenden zahlreichen Anmeldungen werden auch die Mitglieder unbedingt gebeten, sich anzumelden!

::AGR-Webseite – www.geobiologie-rheinland.de
::Der Weg nach Schleiden-Gemünd/Eifel – Landkarte


Wir wünschen dem Arbeitskreis viel Erfolg bei der Veranstaltung!
Forum für Grenzwissenschaften und Kornkreise (FGK),
stellvertretend Frank Peters und Ed Vos

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Mouches volantes im alten Europa (8)

Dienstag, 21. Februar 2017 8:00

Die Leuchtstruktur als Grundlage megalithischer Bauwerke
Von Floco Tausin

8. Aspekte der Leuchtstruktur
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::Bild 10 – Ein alter Plan von miteinander verbundenen megalithischen Anlagen? Eine Darstellung von miteinander verbundenen entoptischen Lichtern? Gravierte Muster in einem Felsen bei Old Bewick in Northumberland, England. ::Quelle – Bradley 1997.

Diese Eigenschaften – Unterwelt, Himmelswelt und Menschenwelt – erinnern nicht nur an die schamanische Dreiteilung des Kosmos (vgl. Tausin 2010b), sondern enthüllen auch Aspekte der Leuchtstruktur: Diese trennt dunkle und helle Anteile und verbindet die einzelnen Einheiten, die Kugeln, untereinander durch Röhrenstrukturen oder durch ihre Einbettung in dieselben Schichten (vgl. Tausin 2006b). Auch die damit einhergehenden Thematiken haben Entsprechungen im meditativen und ekstatischen Sehen der Leuchtstruktur: Die Rückkehr zum Ursprung (Gebärmutter) oder Eingang in die Anderswelt, wo Erneuerung, Transformation und Wiedergeburt stattfindet, erinnert an den Weg in der Leuchtstruktur und das Eingehen in die letzte Kugel oder Quelle (vgl. Tausin 2006b). Dass die jungsteinzeitlichen Menschen ihre Toten in Kern-Umkreis-Strukturen bestatteten, könnte ein Hinweis sein, dass die frühen Schamanen um das Eingehen in die letzte Kugel beim Einschlafen und Sterben gewusst haben. Die Ausrichtung auf den Kosmos und die als göttlich gedachten Lichter von Himmelskörpern wiederum entspricht der meditativen Betrachtung der Lichter der Leuchtstruktur. Dabei ist nicht auszuschliessen, dass manche der megalithischen Steinkreise und Henges nicht nur der Beobachtung von Gestirnen, sondern auch von entoptischen „Himmelskörpern“ dienten. Die Einbettung der Anlagen in grössere geografische und womöglich auch sakrale, kultische und mythische Netzwerke schliesslich ist nicht nur ein Spiegel vieler zeitgenössischer Felsbilder, sondern auch ein Spiegel des Netzwerkcharakters der Leuchtstruktur, die den Menschen durch zahlreiche Schichten hindurch mit seiner Quelle verbindet. Die Parallelen von megalithischen Bauwerken und den Kugeln und Fäden der Leuchtstruktur könnte dabei in beide Richtungen funktioniert haben: Einerseits inspirierte das Sehen der Leuchtstruktur und ihre Deutung die Gestaltung der jungsteinzeitlichen und bronzezeitlichen Felsbilder und Bauwerke; andererseits haben die megalithischen Bauwerke und die damit verknüpften Bilder von Welt, Mensch und Kosmos wiederum das Verständnis der subjektiven visuellen Lichter beflügelt, welche während ritueller Trance wahrgenommen wurden.

::Der AutorFloco Tausin


::Inhaltsverzeichnis

::Teil 1 – Einleitung
::Teil 2 – Vorgeschichte
::Teil 3 – Die Bauwerke der Megalithkulturen
::Teil 4 – Steinkreise, Steinkisten, Ganggräber
::Teil 5 – Stonehenge
::Teil 6 – Entoptische Erscheinungen?
::Teil 7 – Vorstellungen der damaligen Erbauer
::Teil 8 – Aspekte der Leuchtstruktur


::Literatur

Die Bilder stammen aus Bilddatenbanken im Internet, aus wissenschaftlichen Publikationen oder aus meiner eigenen Sammlung (FT). Sie unterstehen entweder einer Creative Commons-Lizenz, fallen aufgrund der Verjährung nicht mehr unter das Copyright oder werden im Sinne des Zitatrechts aus wissenschaftlichen Publikationen verwendet. Bei den Bildern aus meiner Sammlung besitze ich das Copyright bzw. habe die freundliche Genehmigung des Künstlers eingeholt.

Bradley, Richard (1997): Rock Art and the Prehistory of Atlantic Europe. Signing the Land. London: Routledge

Tausin, Floco (2010b): „Lichter in der Anderswelt. Mouches volantes in der darstellenden Kunst moderner Schamanen“. Galaxiengesundheitsrat. http://wedismus.ning.com/group/Schamanismus/forum/topics/lichter-in-der-anderswelt (13.12.10)

Tausin, Floco (2006b): „Mouches volantes. Bewegliche Kuglen und Fäden aus der Sicht eines Sehers“. Q’Phase. Realität … Anders! 4

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