Beitrags-Archiv für die Kategory 'Diedrich'

„Reiseziel Erde – Sind UFOs real?“

Montag, 19. Juni 2017 2:00

Buchbesprechung:
„Reiseziel Erde – Sind UFOs real?“ Aspekte eines Phänomens
von Kurt Diedrich
ICover_1Der Autor des hier vorgestellten Buches, wird vielen langjährigen FGK-Mitgliedern noch aus den ersten Jahren des Vereinslebens bekannt sein. In den frühen Neunzigern hat er im Namen der damaligen „Forschungsgesellschaft Kornkreise“ vor Ort in Wiltshire mit wissenschaftlichen Methoden versucht, das Rätsel der geheimnisvollen Formationen im Getreide zu ergründen. Obwohl der Autor bisher haupt- und nebenberuflich nur als Verfasser von Fachbüchern im Bereich Elektronik und Computerprogrammierung [1] in Erscheinung getreten ist, sind „UFOs“ dennoch kein Neuland für ihn: Bereits seit seiner Kindheit interessiert er sich für sie, verfolgt die Berichterstattung in den Medien und hat fast alle Bücher namhafter Autoren „verschlungen“, die man als Kenner der Materie gelesen haben muss.
In seinem ersten selbst verfassten Buch zu diesem Thema geht er der Frage nach, warum UFOs und Menschen, die an UFOs glauben, in den Medien lächerlich gemacht werden und widerlegt die bekannten Argumente der UFO-Skeptiker. In den sich anschließenden Kapiteln zeigt er, dass das UFO-Phänomen durch ganz bestimmte, weltweit auftretende, charakteristische Aspekte gekennzeichnet ist, die sich auf die verschiedensten wissenschaftlichen Disziplinen wie Psychologie, Medizin, Biologie, Soziologie und natürlich auch Physik beziehen und auf deren Analyse man sogar ein komplettes Universitätsstudium aufbauen könnte. Zu diesen Aspekten gehören neben den legendären „Men in Black“ auch das „Missing Time“-Phänomen, der „Oz-Faktor“, Viehverstümmelungen und vielleicht sogar Kornkreise, denen der Autor ein eigenes Unterkapitel widmet. Das Buch wird abgerundet durch eine Auflistung einiger der bekanntesten UFO-Vorfälle, eine Biographie-Liste einiger wichtiger Persönlichkeiten innerhalb der UFO-Forschung sowie eine Literatur- und Weblink-Liste. Anhand einiger bekannter Beispiele zeigt der Autor, dass unerklärliche Phänomene real sind und UFOs, die sich nicht an unsere Naturgesetze halten, daher nicht einfach nur als Sinnestäuschungen eingeordnet werden sollten.
Kurz und gut: Ein Buch für Einsteiger in die Materie, in dem das Wichtigste zum Thema in übersichtlicher und gut lesbarer Form zusammengefasst ist – und ein Buch, das dem Leser die Möglichkeit bietet, UFO-Skeptikern in Zukunft durch gute Gegenargumente Paroli zu bieten.
Das Buch erscheint Ende Juni 2017 im NIBE Verlag Alsdorf und umfasst 204 Seiten [2].
[1] subroutine.info – [2] NIBE-Verlag


Der Buchautor Kurt Diedrich ist am FGK Veranstaltungs-Wochenende, 6.-8. Oktober 2017, Referent in Zierenberg. Dort wird er sein Buch „Reiseziel Erde – Sind UFOs real?“ Aspekte eines Phänomens vorstellen. Es ist dort natürlich auch käuflich zu erwerben.

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Reisetipps für Kornkreisfreunde, Teil 7/7

Dienstag, 24. August 2010 17:37

Wiedersehen nach 15 Jahren – Beitrag von Kurt Diedrich

Freitag, 25.06.2010
Eigentlich hatten wir geplant, den letzten Tag unserer Reise noch intensiv zur Besichtigung von Sehenswürdigkeiten zu nutzen, doch die ungewohnte Hitze, die im Laufe der Woche weiter zugenommen hatte, ließ den Aufenthalt im Freien am Freitag vollends zur Tortur werden. Aus diesem Grunde verschafften wir uns die ersehnte Abkühlung beim Shopping in den klimatisierten, kleinen Lädchen und Boutiquen in Marlborough. Wenn Frauen etwas Passendes zum Anziehen suchen, kann dies erfahrungsgemäß recht lange dauern, und schon bald war es daher wieder an der Zeit, ein angemessenes Lokal zum Abendessen zu finden. Per Zufall entdeckten wir das „Royal Oak“, ein modern eingerichtetes Restaurant am Marktplatz von Marlborough, das einen einladenden Eindruck machte. Freunden des indischen Currys kann ich dieses Lokal nur empfehlen: Er schmeckte herrlich und war wunderbar scharf. Ich sollte nicht unerwähnt lassen, dass man in diesem Lokal seine Bestellung an der Theke aufgeben muss. Leider wies uns niemand darauf hin, so dass wir erst einmal fast 20 Minuten recht verloren an unserem Tisch saßen und schon glaubten, dass man uns, aus welchem Grund auch immer, absichtlich ignorierte. Erst als ich an der Theke höflich nachfragte, warum sich niemand nach unseren Wünschen erkundigte, wurde ich über die Gepflogenheit dieses Lokals aufgeklärt. Hier wäre ein kleines Hinweisschild nicht verkehrt.
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Abendstimmung am Knap Hill mit Blick auf das Eastfield

Um an diesem letzten Tag nicht ganz auf einen kleinen Ausflug zu verzichten, machten wir nach dem Essen noch einen Abstecher zum Knap Hill, einem der zahlreichen Hügel in der Nähe von Alton Barnes. Die hereinbrechende Abenddämmerung tauchte die Landschaft in ein fast mystisches Licht und es herrschte wieder diese merkwürdige, nicht zu beschreibende Stimmung, die ich von meinen früheren Reisen in diese Gegend kannte. Auf den vielen Fotos, die wir dort aufnahmen, war neben den zahlreichen, kugelförmigen Orbs auch ein helles Gebilde zu erkennen, von dem ich jedoch auf Grund neuerer Experimente annehme, dass es sich lediglich um einen Nachtfalter handelte.
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Sinfonie für Orb, Nachtfalter (?) und Vollmond am Eastfield

Fazit
Damit war die Reise zu Ende. Sie war, wie bereits in Kapitel 1 erwähnt, nicht vergleichbar mit den spannenden, fast abenteuerlichen Fahrten, die ich Anfang der Neunziger-Jahre mit meinen alten Freunden von der FGK in diese Gegend unternahm, sondern eher eine ganz „normale“, touristisch geprägte Familien-Urlaubsreise mit wenig Kornkreisen und ohne die herrlich verrückten Geschichten von Kornkreisforschern über irgendwelche paranormalen Erscheinungen.
Erst jetzt, wo ich diesen Bericht schreibe, finde ich (wie sollte es anders sein) im Internet fast jeden Tag neue Fotos von Formationen, die rund um unseren Aufenthaltsort entstanden sind. Sollten wir uns daher noch einmal zu einer Reise dorthin entschließen, so wird sie auf keinen Fall mehr im Juni, sondern Ende Juli oder Anfang August stattfinden.
Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Reise nicht schön gewesen wäre, sonst hätte ich nämlich nicht mit so viel Begeisterung diesen langen Bericht geschrieben. Ich hoffe, ich habe niemanden damit gelangweilt und würde mich freuen, wenn einige meiner Tipps dem einen oder anderen Leser bei seiner nächsten Englandreise von Nutzen sein könnten.

::Bildquelle Kurt Diedrich©


01 – Anreise, Unterkunft, Knapp Hill und „Barge Inn“
02 – Wanderung East Kennett – Silbury Hill – Avebury u.a.
03 – East Kennett, Marlborough, Stonehenge und Devizes
04 – Einparken, „Silent Circle“ und West Kennett Long Barrow
05 – Cherhill Down
06 – Der Kornkreis am Savernake Forest bei Marlborough
07 – „Royal Oak“, Abendstimmung am Knap Hill und Reisefazit

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Reisetipps für Kornkreisfreunde / Teil 6/7

Montag, 23. August 2010 17:58

Wiedersehen nach 15 Jahren – Beitrag von Kurt Diedrich

Donnerstag, 24.06.2010
Der Nachmittag war für die Erkundung der im Silent Circle bereits markierten Formation Nr. 14 im Savernake Forest reserviert. Ohne detaillierte Informationen ist es nicht einfach, sich in diesem weitläufigen Waldgebiet im Osten Marlboroughs zurecht zu finden.
image-olivier-morel-copyright-2010.jpgNach einigen Irrfahrten haben wir das Feld, in welchem sich die Formation befand, schließlich entdeckt, und eine hilfsbereite Gruppe englischer Kornkreisfans, die mit ihrem riesigen Geländewagen neben uns parkte, zeigte uns den genauen Weg zur richtigen Stelle. Die Gruppe hatte den Kornkreis bereits am Vortag schon einmal besucht. Er soll (dem Farmer?) am frühen Mittwoch-Morgen zum ersten Mal aufgefallen sein. Laut Aussage unserer Begleiter befand sich in der Mitte der Formation (Bild mit Wirbel) ursprünglich ein schön anzuschauendes Büschel aufrechter Getreidehalme, die jedoch angeblich von einer „Esoterikerin“ mit ihrem Hinterteil platt gedrückt worden sei, als diese zum Meditieren genau auf den Halmen (dem Zentrum der Formation) Platz nahm.
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Zumindest die Mitte lässt den Kornkreis erahnen

Es war übrigens sehr amüsant, von einem der Anwesenden im Verlaufe einer recht plastischen Schilderung zu erfahren, wie er die betreffende Dame am Vortag mit den entsprechenden Schimpfworten sehr eindringlich auf ihre Freveltat aufmerksam machte.
Doch nun zur Formation selbst: Wie immer ließen sich aus der Bodenperspektive nur unzureichende Rückschlüsse über die gesamte Form des Objektes und damit über seine Ästhetik ziehen: Die Sichtweise ist am Boden einfach zu reduziert.
Als uns einer unserer Mit-Besucher auf seinem Handy eine bereits am Tag zuvor gemachte Luftaufnahme der Formation zeigte, konnten wir es gar nicht fassen, dass wir uns mittendrin befanden: Die zum Teil recht zerzaust erscheinenden Partien im Getreide zum Beispiel entpuppten sich auf der Luftaufnahme als Bereiche, in denen eine gleichmäßigen Schattierung bzw. ein homogener Grauwert zum Ausdruck kam. In ihrem Helligkeitsgrad bildeten diese Bereiche einen eindrucksvollen Mittelwert zwischen dem aufrecht stehenden und dem vollständig liegenden Getreide.
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Das soll ein Kornkreis sein?

Eine Dame aus der uns begleitenden Gruppe klagte übrigens nach einiger Zeit über ein gewisses Unwohlsein, das sie spontan dem Kornkreis zuschrieb, da sich dieses Unwohlsein bereits am Vortage sofort nach dem Besuch der Formation einstellte. Auch an diesem Ort entdeckten wir ein Schild mit der Bitte um eine kleine Spende für den „Flurschaden“. Da wir uns jedoch immer entlang der Traktorspuren bewegten und unser Urlaubsbudget bereits drastisch geschrumpft war, ignorierten wir die Aufforderung dieses Mal – aber bitte nicht weiter sagen!
Den Abschluss dieses ereignisreichen Tages bildete das Abendessen im „Waggon and Horses“, ein Restaurant, das vor zwanzig Jahren einmal einen legendären Ruf als bedeutender Treffpunkt aller Kornkreisforscher genoss. Davon ist heute nichts mehr zu spüren. Wir fragten uns sogar, ob das heutige Personal sich überhaupt noch dieser bedeutsamen, historischen Tatsache bewusst ist. Nach Kornkreisen sah es dort jedenfalls nicht aus. Die Steaks waren übrigens recht zufriedenstellend und auch preiswert:
Aus „Sicherheitsgründen“ haben wir auch an diesem Abend darauf verzichtet, das Wagnis einzugehen, eines der zahlreich angebotenen, typisch englischen Gerichte zu bestellen, bei denen wir nicht wussten, was sich dahinter verbarg.

::Luftbild am Savernake Forest von Olivier Morel©2010
::Bildquelle Kurt Diedrich©


01 – Anreise, Unterkunft, Knapp Hill und „Barge Inn“
02 – Wanderung East Kennett – Silbury Hill – Avebury u.a.
03 – East Kennett, Marlborough, Stonehenge und Devizes
04 – Einparken, „Silent Circle“ und West Kennett Long Barrow
05 – Cherhill Down
06 – Der Kornkreis am Savernake Forest bei Marlborough
07 – „Royal Oak“, Abendstimmung am Knap Hill und Reisefazit

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Reisetipps für Kornkreisfreunde / Teil 5/7

Sonntag, 22. August 2010 20:01

Wiedersehen nach 15 Jahren – Beitrag von Kurt Diedrich

Donnerstag, 24.06.2010
Wie oft ist er mir bei meinen früheren England-Aufenthalten schon aufgefallen: Lansdowne Monument, ein Obelisk, der bei der Fahrt von Devizes in Richtung Marlborough links hinter den Hügeln von Cherhill Down hervorlugt. Gelegenheit, ihm einen Besuch abzustatten, hatte ich bisher nie. Höchste Zeit also, dies nachzuholen. Angeblich sollen ja bereits schon einmal merkwürdige Licht- bzw. Laserstrahlen beobachtet worden sein, die sich vom Himmel direkt auf seine Spitze richteten – ein Gerücht, dessen Wahrheitsgehalt sich nach über 15 Jahren natürlich nur noch schwer überprüfen lässt.
bild_299a.jpg„Soll ich wirklich da rauf?“

Der Obelisk ist leicht zu erreichen, wenn man den Weg von Beckhampton nach Calne nimmt. Kurz hinter der in Teil 4 bereits beschriebenen Abfahrt nach Yatesbury befindet sich am linken Straßenrand eine kleine Parkbucht, in der etwa drei bis vier Fahrzeuge Platz finden. Mehr Parkraum steht den Besuchern leider nicht zur Verfügung. Meine Erwartung, mit dem Wagen direkt bis zum Obelisken fahren zu können, wurde leider enttäuscht: Das stattliche Monument befindet sich nämlich auf dem Gipfel eines Berges, dessen Höhe man ihm von weiten absolut nicht zugetraut hätte.
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Imposante Hügel

bild_327a.jpgBröckelndes Lansdowne Monument

Gipfel und Obelisk sind nur über einen etwa 500 m langen Fußweg zu erreichen, der es in sich hatte und der mir fast wie ein Gebirgspfad in den Alpen erschien. Doch die Anstrengung lohnt sich: Der herrliche Rundum-Ausblick vom Fuße des genau 38 m hohen Obelisks auf die Landschaft der Umgebung ist eine angemessene Entschädigung für die Strapazen des Aufstiegs. An klaren Tagen soll man von hier oben die Berge von Süd-Wales und den Cleeve Hill in den westlichen Cotswolds erkennen können.
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Ausblick lohnt Aufstieg

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Das „Cherhill White Horse“

Es scheint Leute zu geben, denen dieser Berg zum sportlichen Training zu dienen scheint: Während wir seine Spitze nur mühsam erklommen, gelang es einem mit Wanderstiefeln, Rucksack und Hut „bewaffneten“ Unbekannten in Begleitung eines (bedauernswerten) Hundes, diesen Berg in derselben Zeitspanne gleich dreimal (auf dem kürzesten und steilsten Wege) zu besteigen und danach mit atemberaubendem Tempo hinter den benachbarten Hügeln zu verschwinden. Handelte es sich bei diesem mit fast übermenschlicher Energie ausgestatteten Wesen am Ende gar um einen getarnten Außerirdischen oder um das Ergebnis genetischer Experimente in geheimen Labors? Zu diesem Thema kursieren ja die merkwürdigsten Gerüchte im Internet ;-).

::Bildquelle Kurt Diedrich©


01 – Anreise, Unterkunft, Knapp Hill und „Barge Inn“
02 – Wanderung East Kennett – Silbury Hill – Avebury u.a.
03 – East Kennett, Marlborough, Stonehenge und Devizes
04 – Einparken, „Silent Circle“ und West Kennett Long Barrow
05 – Cherhill Down
06 – Der Kornkreis am Savernake Forest bei Marlborough
07 – „Royal Oak“, Abendstimmung am Knap Hill und Reisefazit

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Reisetipps für Kornkreisfreunde / Teil 4/7

Samstag, 14. August 2010 20:00

Wiedersehen nach 15 Jahren – Beitrag von Kurt Diedrich

Mittwoch, 23.06.2010
Eine Konsequenz des Linksverkehrs, an die man nur selten denkt: Beim Einparken gehen die Einheimischen automatisch davon aus, dass sich auch die Lenkräder der Wagen rechts und links neben ihnen jeweils auf der rechten Seite befinden. So kam es gelegentlich (auch in Devizes) vor, dass ich meinen Platz auf dem Fahrersitz nur mit Mühe durch eine anstrengende Kletterpartie über die Mittelkonsole erreichen konnte, weil die Fahrertür durch einen Wagen links neben mir komplett zugeparkt war. Parken Sie Ihren Wagen in England daher am besten möglichst so, dass sich kein anderes Fahrzeug mehr links neben Sie stellen kann.
Ich möchte zugunsten der Einheimischen ausdrücklich nicht annehmen, dass diese Art des Parkens aus niedrigen Beweggründen auf Grund der damals gerade stattfindenden Fussball-WM (und nur wenige Tage vor dem Spiel England gegen Deutschland) erfolgte.
Bevor ich es vergesse: Das Parken auf dem Marktplatz in Devizes ist übrigens (für eine Stunde) kostenlos, in Marlborough wird für eine Stunde Parken im Zentrum dagegen ein Entgeld von 0,9 Pfund verlangt.
Auf dem Rückweg nutzten wir die Gelegenheit, dem „Silent Circle“ in Yatesbury einen Besuch abzustatten, der neben dem „Barge Inn“ als weiterer Treffpunkt für alle Kornkreis-Enthusiasten bekannt wurde.

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Ohne dieses Schild hätten wir das „Silent Circle“ nie gefunden.

Yatesbury ist ein kleines, nur aus ein paar Häusern bestehendes Dorf, das man erreicht, wenn man im Kreisverkehr in Beckhampton (direkt am „Waggon and Horses“) die Abfahrt nach Calne wählt und nach etwa zwei bis drei Kilometern (dem Hinweisschild folgend) rechts abbiegt.
Beim ländlich gelegenen und unter hohen Bäumen versteckten „Silent Circle“ handelt es sich um ein einsames, freistehendes Gebäude, das in erster Linie aus einem großen Verkaufsraum besteht, in dem zahlreiche Bücher, Fotos, Kalender und Postkarten zum Thema „Kornkreise“ angeboten werden.
p1010329a.jpgBeim Stöbern bietet sich die Möglichkeit, mit anderen Besuchern aktuelle Kornkreis-Informationen auszutauschen. Die gibt es auch vom freundlichen Personal, und an einer Wand hängt sogar eine Landkarte, auf der alle Kornkreise der Saison mit Nummern versehen abgebildet sind. Doch dazu mehr in Teil 5.
::Bild Ein Service des „Silent Circle“: Kornkreis „à la carte“
Kaffee, Kuchen und Erfrischungsgetränke werden im Freien serviert (oder in einem aufgestellten Partyzelt bei Regen). Ein netter älterer Herr, der uns den Kaffee brachte und Deutschland gut kannte, unterhielt sich sehr angeregt mit uns. Er war der erste und einzige Einheimische, mit dem sich seit unserer Ankunft ein längeres Gespräch entwickelte.
Hätte ich geahnt, welch schönes Foto meiner Freundin im anschließend besuchten West Kennett Long Barrow in der Nähe Silbury Hill gelang, so hätte ich weniger mürrisch auf ihre Bitte reagiert, nach dieser ausgiebigen und ermüdenden Tagestour auch noch den langen Fußweg zu dieser alten Grabstätte auf uns zu nehmen.

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Orb oder Linsenspiegelung; das ist hier die Frage.

Da sich an der Decke des Long Barrow ein kleines Fenster aus Glasbausteinen befindet (rechts oben hinter dem Bildrand), vermute ich sehr stark, dass die wunderschönen, farbigen „Orbs“ nichts weiter als das Ergebnis einer Linsenspiegelung sind – aber dies ist natürlich nur meine persönliche Vermutung. Möge sich jeder Leser angesichts des Fotos sein eigenes Urteil bilden. Was mich jedoch stutzig machte, war die Tatsache, dass der Akku der Kamera meiner Freundin beim Betreten des Innenraumes komplette Entladung signalisierte, um dann jedoch nach kurzer Zeit wieder volle Leistungsbereitschaft zu melden; ein Effekt, der gelegentlich auch von Kornkreisbesuchern berichtet wurde.
Am Abend befolgten wir den Rat unseres Hotelwirtes, doch einmal im Restaurant „Out of the Chance“ zu speisen; ein Name, der sich in Anbetracht der dort an den Wänden vorhandenen, zahlreichen Fotos von Rennpferden auf den Reitsport zu beziehen scheint. Zu diesem Restaurant gelangt man, wenn man aus Richtung Devizes kommend direkt vor dem Ortseingang Marlborough rechts abbiegt (Hinweisschild vorhanden).
Wahrscheinlich begeisterte uns das typisch englische Essen dieses Restaurants (Steak mit Pommes) nur deshalb nicht hundertprozentig, weil wir bereits von der französischen und italienischen Gastronomie der Abende davor verwöhnt wurden – und ganz sicher haben wir uns auf Grund dieser Tatsache auch nur eingebildet, dass die Bedienung einen mürrischen Eindruck erweckte, der Salat ohne Dressing serviert wurde und der Innenraum mit seinem düsteren Eiche-Rustikal-Look sehr bedrückend wirkte.

::Bildquelle Kurt Diedrich©


01 – Anreise, Unterkunft, Knapp Hill und „Barge Inn“
02 – Wanderung East Kennett – Silbury Hill – Avebury u.a.
03 – East Kennett, Marlborough, Stonehenge und Devizes
04 – Einparken, „Silent Circle“ und West Kennett Long Barrow
05 – Cherhill Down
06 – Der Kornkreis am Savernake Forest bei Marlborough
07 – „Royal Oak“, Abendstimmung am Knap Hill und Reisefazit

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Reisetipps für Kornkreisfreunde / Teil 3/7

Donnerstag, 12. August 2010 1:15

Wiedersehen nach 15 Jahren – Beitrag von Kurt Diedrich

Dienstag, 22.06.2010
p1010208a.jpgAn diesem Tage beschränkte sich unsere „Morgenwanderung“ auf einen Rundgang um East Kennett, bei dem wir keinem einzigen Menschen begegneten: Ein ausgesprochen ruhiges kleines Dorf mit einer schönen, alten Kirche.
::Bild Kirche in East Kennett
Den Nachmittag nutzten wir zu einer Erkundung der Läden im Zentrum von Marlborough. Wer ein vielfältiges, anspruchsvolles Lebensmittelangebot liebt und gerne in einem blitzsauberen, gepflegten Supermarkt einkauft, sollte dem Waitrose Lebensmittelmarkt in Marlborough unbedingt einen Besuch abstatten.
Da ich nur ungern auf meinen geliebten Nachmittagskaffee (mit Kuchen) verzichte, durfte auch ein Besuch im legendären Café „Pollys Tea Room“ nicht fehlen. Ich hatte dieses Lokal von meinen früheren Besuchen noch in angenehmer Erinnerung. Umso enttäuschter war ich über die mir recht hochnäsig und unaufmerksam erscheinenden Bedienungen und das sehr renovierungsbedürftig aussehende Innere, das lediglich von einigen wenigen (sehr) alten Damen bevölkert war. Mit Kaffee, Tee und Sahnetörtchen lässt sich heutzutage wohl auch in England kein großer Umsatz mehr machen. Schade! Dafür wurden wir jedoch am Abend durch einen Besuch beim Italiener (direkt neben dem Franzosen) entschädigt. Wer hat bloß behauptet, das Essen in England sei ungenießbar?

Mittwoch, 23.06.2010
Am Morgen dieses Tages stand die (obligatorische) Stonehenge Tour auf dem Plan. Es ist schon fast eine alte Tradition, dass ich diesem Monument bei jedem meiner England-Aufenthalte einen Besuch abstatte. Von West Kennett nach Stonehenge ist es wirklich nur ein Katzensprung von etwa 25 Kilometern. Was mir bei der Fahrt dorthin besonders auffiel, war das aggressive Fahrverhalten der Einheimischen, das ich früher in dieser eklatanten Weise nie beobachtete:
Obwohl die Straße über Alton Barnes nach Stonehenge extrem schmal war, über keinerlei Seitenstreifen verfügte und sich in unübersichtlichen, engen Kurven durch kleine Dörfer schlängelte, fühlte ich mich ständig durch die hinter mir her fahrenden Wagen genötigt und bedrängt. Offensichtlich bewegte ich mich mit meiner der Gefahr angepassten Geschwindigkeit nach Meinung der an meiner Stoßstange förmlich klebenden, verhinderten „Grand Prix Piloten“ wohl zu langsam. Da ich jedoch nicht gewillt war, mir den nötigen Respekt meiner Verfolger durch das mutwillige Überfahren von Hühnern oder gar Dorfbewohnern zu verschaffen, lenkte ich meinen Wagen (wenn sich überhaupt einmal ein Platz dazu bot) gelegentlich an den Straßenrand, um die vom Rennfieber befallenen Automobilisten nicht in ihrem Geschwindigkeitsrausch zu stören.
Zu Stonehenge selbst möchte ich an dieser Stelle nicht viel sagen. Wer das Monument nicht kennt, findet entsprechende Informationen in großer Vielfalt im Internet und der entsprechenden Literatur. Eine positive Neuerung im Vergleich zu meinem letzten Aufenthalt besteht in einem kleinen Gerät, das den Besucher während des Rundgangs über eine Art Kopfhörer mit der Geschichte von Stonehenge vertraut macht – und dies in allen wichtigen Sprachen dieser Welt. Der Besucherandrang an diesem Tag war sehr groß, wobei sicher auch das schöne Wetter seinen Teil dazu beisteuerte.

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Stonehenge mit Orb

Auf einem der zahlreichen Fotos, die ich mit meiner Digitalkamera von den beeindruckenden Steinen machte, fielen mir einige blasse, kugelartige Gebilde auf, die mich an typische Orb-Fotografien erinnerten. Eines dieser Objekte ist recht gut zu erkennen – die anderen dagegen nur bei ganz genauem Hinschauen zu erahnen.
Der Rückweg zum Hotel führte uns über Devizes, eine Strecke, die wesentlich besser zu befahren ist als der Hinweg, und die ich deshalb nur, auch wenn es ein paar Kilometer mehr sind, empfehlen kann.
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Stadtzentrum von Devizes

Devizes ist zwar nicht ganz so malerisch wie Marlborough, dafür ist die Stadt jedoch etwas größer und bietet mehr Möglichkeiten zum Einkauf. Es mag nur ein subjektiver Eindruck sein, aber es ist mir auch diesmal wieder aufgefallen, dass wir in Devizes in vielen Geschäften ganz besonders zuvorkommend und freundlich bedient wurden.

::Bildquelle Kurt Diedrich©


01 – Anreise, Unterkunft, Knapp Hill und „Barge Inn“
02 – Wanderung East Kennett – Silbury Hill – Avebury u.a.
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Reisetipps für Kornkreisfreunde / Teil 2/7

Donnerstag, 5. August 2010 23:19

Wiedersehen nach 15 Jahren – Beitrag von Kurt Diedrich

Montag, 21.06.2010
p_149a.jpgNach einem ergiebigen „Full English Breakfast“ (Spiegeleier, Bohnen, Rösti, Speck, Würstchen und Toast) wanderten wir bei strahlend blauem Himmel von East Kennett in Richtung Silbury Hill. Die Strecke ist zwar nicht sehr lang, aber dennoch anstrengend, weil es entlang der Landstraße von Marlborough nach Devizes keinen richtigen Fußweg gibt und der schmale Grünstreifen am Straßenrand an vielen Stellen nur schwer begehbar ist.
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Da sich auf dem Feld gegenüber des Silbury Hill ein Kornkreis älteren Datums befand, entschlossen wir uns zunächst zu einer Begehung dieser Formation.
silburyhili_copyright_john_montgomery.jpgLeider mussten wir enttäuscht feststellen, dass das einst (im Internet: Foto John Montgomery©2010) so schön anzuschauende Muster von den zahlreichen Besuchern bereits so zerfleddert und zertrampelt wurde, dass es zumindest vom Boden aus kaum noch als Kornkreis zu erkennen war. Trotz dieser Tatsache und trotz des beschwerlichen Zugangs (Klettern über Stacheldrahtzaun) zu diesem Kornkreis konnten wir nun jedoch immerhin mit Zufriedenheit konstatieren, dass ihn wir zumindest aus nächster begutachtet hatten.

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Auf dem Weg zur Formation erweckte ein kleiner Kasten unsere Aufmerksamkeit, der sich bei näherem Betrachten als „Sparbüchse“ offenbarte. Am oberen Ende des fest angeschweißten Behältnisses forderte uns ein Schild zu einer kleinen Spende für den kornkreisgeschädigten Landwirt auf – ein Ansinnen, dem wir angesichts unserer guten Urlaubslaune gerne nachkamen.
Unser Weg führte uns weiter zum Silbury Hill, wobei wir der Versuchung, ihn zu besteigen, widerstanden: Ich konnte mir gut vorstellen, wie das prähistorische Monument in wenigen Jahren aussähe, wenn sich jeder Tourist die Umgebung von seiner Spitze aus betrachten würde.
p_173a.jpgDirekt vom Parkplatz des Silbury Hill wählten wir einen kleinen, nur schwer zu entdeckenden und von Gestrüpp umsäumten Pfad in Richtung Avebury, nachdem wir uns zuvor bei einem Aufseher vergewisserten, dass es sich auch wirklich um einen öffentlichen Weg handelte. An diesem Tag waren sehr viele dieser Aufseher an allen markanten Plätzen zu beobachten. Sie hatten die Aufgabe, den großen Besucherstrom anlässlich der Sonnwendfeiern zu koordinieren und zu kontrollieren.

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Als wir uns Avebury näherten, konnten wir schon aus der Ferne erkennen, dass sich hier wohl die meisten der bereits am Vortage von uns beobachteten „Sonnwend-Jünger“ trafen. Nicht nur die Terrasse des Red Lion war von bunt gekleideten Menschen mit unkonventionell gestylter Haarpracht bevölkert: Auch mitten zwischen den allseits bekannten Steinen tummelten sich sehr viele Menschen. Als wir eintrafen, begann gerade eine Art „Gottesdienst“ im Freien, in welchem, soweit ich dies verstand, unter anderem der Sonne für ihre gespendete Energie gedankt wurde.
p_193a.jpgDer Weg zurück nach East Kennett führte uns entlang der „Stone Avenue“, ein von Monolithen umsäumter Feldweg, der parallel zur kleinen Straße von West Kennett nach Avebury verlief. Nach dieser Wanderung von fast sechs Kilometern bei einer für diese Gegend ungewöhnlichen Außentemperatur von etwa 25 Grad war mein Bedarf an körperlicher Ertüchtigung für diesen Tag restlos gedeckt, so dass wir bis zum Abendessen eine Ruhepause im Hotel einlegten.
p_416a.jpgDas von uns spontan ausgesuchte, französische Restaurant „Brasserie Gérard“ in Marlborough erwies sich als Volltreffer: „Coq au vin“ und „Entrecôte“ konnten geschmacklich durchaus mit den französischen Originalen konkurrieren, und angesichts der bereits in Teil 1 ausgeführten, prinzipiellen Überlegungen zu den Kosten eines England-Urlaubs gelang es uns auch, den Preis von insgesamt über 50 Pfund für dieses erlesene Mahl mit britischer Gelassenheit hinzunehmen.

::Luftaufnahme „Kornkreis am Silbury Hill“ Jon Montgomery©2010
::Bildquelle Kurt Diedrich©


01 – Anreise, Unterkunft, Knapp Hill und „Barge Inn“
02 – Wanderung East Kennett – Silbury Hill – Avebury u.a.
03 – East Kennett, Marlborough, Stonehenge und Devizes
04 – Einparken, „Silent Circle“ und West Kennett Long Barrow
05 – Cherhill Down
06 – Der Kornkreis am Savernake Forest bei Marlborough
07 – „Royal Oak“, Abendstimmung am Knap Hill und Reisefazit

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Reisetipps für Kornkreisfreunde / Teil 1/7

Dienstag, 27. Juli 2010 22:54

Wiedersehen nach 15 Jahren – Beitrag von Kurt Diedrich

Nachdem ich mich im Jahre 1995 zum letzten Mal in der Umgebung von Alton Barnes zwecks Erforschung der Kornkreise „herumtrieb“, beschlossen wir (meine Lebensgefährtin Ülle und ich) im Juni 2010 dem „Mekka der Wunder im Weizen“ (der Grafschaft Wiltshire), nach langer Zeit wieder einen Besuch abzustatten.
Um es vorweg zu nehmen: Hinsichtlich meiner Hoffnungen auf interessante Begegnungen mit Kornkreisforschern aus aller Welt und „ausgeflippten“ Einheimischen (so wie damals) war die Reise nicht allzu ergiebig. Auch unsere Erwartungen in Bezug auf nächtlich entstehende Kornkreise, deren noch vor Energie knisterndes Getreide beim Betreten am nächsten Morgen wie Glas unter unseren Füßen knirschen würde, wurden nicht oder zumindest nur zu einem geringen Teil erfüllt.
Umso mehr Zeit blieb uns, endlich einmal nachzuholen, was ich damals im „Kornkreisfieber“ versäumte: Der Besuch interessanter, historischer Orte und ausgiebige Spaziergänge in der landschaftlich schönen Umgebung. Außer etwa 400 Fotos konnten wir, dank des ausgesprochenen Glücks, das wir mit dem Wetter hatten, auch einen sonnengebräunten Teint und viele Reisetipps mit nach Hause bringen, die wir den Freunden der FGK nicht vorenthalten möchten.

Sonntag, 20.06.10: Anreise
Die Reise erfolgte, wie früher, mit dem PKW zunächst von Aachen Richtung Calais durch Holland, Belgien und Frankreich. Dank der gut ausgebauten Autobahnen benötigten wir für die etwa 350 Kilometer bis Calais gerade einmal drei Stunden (Tempolimit 120 km/h in Belgien).
Zum Glück braucht man, wenn man zu früh am Fährhafen in Calais ankommt, nicht auf die gebuchte Fähre zu warten, sondern kann das nächste Schiff nehmen, das den Hafen verlässt (wenn noch Plätze frei sind). Die Kosten für die Fähre betrugen für zwei Personen und einen PKW normaler Größe etwa 200.- Euro für die Hin- und Rückfahrt (Buchung im Reisebüro). Die Ticket- und Passkontrollen erfolgten schnell und reibungslos. Auch der deutsche Rentner scheint mittlerweile England entdeckt zu haben: Gruppen grauhaariger Menschen in rentnerbeige-farbenen Regenjacken, die schwäbisch, bayerisch, sächsisch, hessisch oder „kölsch“ sprachen, sind mir früher auf den Fähren nie aufgefallen.

Das „Navi“ hat (nicht) immer Recht
Die Gewöhnung an den Linksverkehr fiel mir etwas schwerer als vor 15 Jahren, aber nach einer halben Stunde hatten wir uns daran gewöhnt, gemächlich auf der „Überholspur“ der Autobahn über Reading und Hungerford in Richtung Marlborough zu zuckeln. Lassen Sie sich von Ihrem Navigationsgerät nicht verwirren, wenn es Ihnen rät, die Autobahn südwestlich von London kurz hinter Chertsey in Richtung Basingstoke zu verlassen: Es handelt sich um eine brauchbare Abkürzung, die Sie nach einigen Kilometern wieder auf die geplante Autobahn in Richtung Reading – Hungerford führt. Ignorieren Sie jedoch bei der Rückfahrt auf jeden Fall die Durchsagen Ihres Navigationsgerätes, wenn Sie sich Folkestone nähern: Die meisten Navis sind so programmiert, dass sie den Fahrer automatisch zum Tunnel leiten. Auch für Navi-Programmierer scheint wohl die Devise zu gelten: „Denken ist manchmal Glücksache“.

Unterkunft

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„The Old Forge“ in West Kennet

Durch die Zeitverschiebung hatten wir während der Reise eine Stunde gewonnen und trafen etwa gegen 6 PM Ortszeit in West Kennett in unserer gebuchten Pension ein. Eine wirklich schöne, gepflegte und gemütliche Unterkunft mit einem großen Zimmer und einem herrlichen Ausblick auf die Landschaft. Die Besitzer des „Old Forge“ sind sehr freundlich aber zurückhaltend und stets um das Wohlergehen der Gäste bemüht.
Der Preis von 80 britischen Pfund pro Übernachtung (das sind etwa 100 Euro) schmerzte zwar ein wenig und ist sicher nichts für knauserige Sparfüchse, aber wenn man sich erst einmal entschlossen hat, seinen Urlaub in England zu verbringen, sollte man sich damit abfinden, dass dort nun einmal alles teuerer ist als bei uns und dann einfach nicht mehr darüber nachdenken – oder die Reise wieder absagen. Schließlich fährt man nicht alle Tage in Urlaub, und wenn, dann soll’s auch ein bisschen nett und komfortabel sein. Die Zeiten schlapper Luftmatratzen in von der Morgensonne bereits überhitzten Campingzelten waren zwar romantisch, aber irgendwann ist es genug.
A propos überhitzt: Zur Unterkunft wäre noch zu sagen, dass das große Zimmer mit der Glas-Giebelfront zur Straße, in dem wir übernachteten, zwar, wie gesagt, wunderschön war, aber auch seine Nachteile hatte: Da sich das Zimmer direkt unter dem Dach befand und die Sonne während unseres Urlaubs sechs Tage lang erbarmungslos darauf „knallte“, stieg die Zimmertemperatur im Laufe der Woche auf etwa 30 Grad Celsius an. Das ist nicht besonders angenehm, wenn man bereits während des Aufenthaltes im Freien von der Sonne gegrillt wird und bei der Rückkehr in die Pension nach Abkühlung lechzt. Zum Glück gab es im Zimmer einen kleinen Kühlschrank zur Aufbewahrung von Getränken. Ein weiterer Wermutstropfen war der Lärm durch vorbeifahrende, ach, was sag’ ich: vorbei „rasende“ Autos, Lastwagen und Traktoren. In England werden auch kleine, schmale Dorfstraßen, die hierzulande zur Tempo-30-Spielstraße erklärt und mit Schwellen versehen würden, als Schnellstraße genutzt – und keiner der Einheimischen klagt darüber. Andere Länder, andere Sitten.

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„Stadtzentrum“ von West Kennet

Knapp Hill und „Barge“
Trotz anstrengender Fahrt ließ ich es mir nicht nehmen, meiner Begleiterin noch an diesem Abend den herrlichen Ausblick vom Knapp Hill (ca. vier km Luftlinie von der Pension entfernt) auf das East Field und die angrenzende Umgebung zu präsentieren. Ich konnte mich gar nicht mehr daran erinnern, dass der Aufstieg zum Knapp Hill so steil und anstrengend war (Notiz im Reisetagebuch: „Müsste mal wieder mehr Sport treiben – hechel“).
Die Mühe wurde belohnt: Der Anblick der Landschaft im Schein der untergehenden Sonne ist einfach überwältigend, auch ohne Kornkreisformation. War es Zufall oder waren es „Orbs“: Auf einem der dort gemachten Fotos sind deutlich zwei goldfarbene, nebelartige Flecke auf dem Gras zu erkennen, die wir mit bloßem Auge nicht wahrgenommen hatten und die uns auch im weiteren Verlaufe unseres Aufenthaltes in verschiedenen Variationen begegnen sollten.

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Die Hills neben dem Knapp Hill in der Abendsonne

Der Parkplatz am Knapp Hill war übrigens fast komplett mit schrill lackierten Wohnmobilen besetzt: Ein buntes Völkchen aus Hippies und New-Age-People, oder wie auch immer man sie nennen mag, die an den zahlreich in der Umgebung veranstalteten Sonnwendfeiern (solstice) am 21. Juni teilzunehmen gedachten. Angeblich soll es bis zu 30.000 Menschen zu diesem Anlass in die von prähistorischen Monumenten geprägte Gegend zwischen Stonehenge und Avebury gezogen haben.

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Unendliche „Weiden“: Das East Field mit dem Woodborough Hill im Hintergrund

Der Besuch im „Barge Inn“ erwies sich als ein wenig enttäuschend: Das Innere dieses vormals so bedeutsamen Pubs machte auf uns keinen besonders einladenden Eindruck, so dass wir uns schon bald auf dem Heimweg in die Pension machten – natürlich nicht, bevor ich mich davon überzeugte, dass das altbewährte Gericht „Wiltshire-Ham-And-Eggs“ (Zwei Spiegeleier mit Schinken und Pommes) ungeachtet des renovierungsbedürftigen Interieurs immer noch so gut schmeckte wie früher. Bei diesem einen „Barge“ Besuch sollte es während unseres Aufenthaltes dann auch bleiben. Hoffen wir, dass die Kneipe, wie angekündigt, bald renoviert und wieder zum Treffpunkt von Kornkreis-Enthusiasten aus aller Welt wird.

::Bildquelle Kurt Diedrich©


01 – Anreise, Unterkunft, Knapp Hill und „Barge Inn“
02 – Wanderung East Kennett – Silbury Hill – Avebury u.a.
03 – East Kennett, Marlborough, Stonehenge und Devizes
04 – Einparken, „Silent Circle“ und West Kennett Long Barrow
05 – Cherhill Down
06 – Der Kornkreis am Savernake Forest bei Marlborough
07 – „Royal Oak“, Abendstimmung am Knap Hill und Reisefazit

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