Beitrags-Archiv für die Kategory 'Tausin'

Mouches volantes im alten Europa

Samstag, 20. Mai 2017 8:08

Teil 2: Die frühen griechischen Hochkulturen
Von Floco Tausin

4. Tholoi, Kernoi und der Herd des Megaron

Im Folgenden sollen fünf für diese Kulturen typische Strukturen oder Motive vorgestellt werden, die durch die Leuchtstruktur inspiriert sein könnten: die Tholoi, die Kernoi, der Herd des Megaron, die Doppelaxt und der Oktopus.

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Minoer wie auch Mykener begruben ihre Toten in runden Grabtürmen (Tholos), die ab dem 3. Jahrtausend v. Chr. gebaut wurden (vgl. McEnroe 2010). Auf Kreta ist keiner der Tholoi gänzlich erhalten. Das Bild zeigt die Grundmauern des Tholos in Kamilari. Quelle: http://www.minoancrete.com/kamilari.htm (14.8.16)

Tholos Treasury of Atreus_a
Traditionellerweise wurden die Mitglieder von Mykener Adelsfamilien in Grabkreisen bestattet, d.h. runden Friedhöfen mit einer kleinen Anzahl von Schachtgräbern. Möglicherweise durch die minoischen Tholoi inspiriert, wurden ab Mitte des 2. Jahrtausends v. Chr. auch auf der Peloponnes königliche Monumentalgräber gebaut (vgl. McEnroe 2010). Im Bild ist das „Schatzhaus des Atreus“ in Mykene, ca. 13. Jh. v. Chr. Ein mit Zyklopensteinen flankierter Weg (Dromos) führt zum Rundbau. Quelle: Adams 2011 und https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=43766 (15.8.16)

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Kalksteinrad in der Nähe des zentralen Hofes des Palastes von Malia auf Kreta. Die Funktion solcher Steinplatten, die häufig in öffentlichen Bereichen und nahe von Eingängen gefunden wurden, ist unbekannt. Man interpretiert sie als Spieltische oder Kultgegenstände. Sie gleichen den Spendengefässen aus ungefähr derselben Zeit, die auf den Kykladen vermutlich für Opfergaben gefunden wurden, und die auch in klassischer Zeit als „Kernos“ bekannt sind. Denkbar ist auch eine Kombination aus Spiel, Ritual und Wahrsagepraxis (vgl. McEnroe 2010). Quelle: http://www.minoancrete.com/malia02.htm (14.8.16)

Megaron Pylos_a
Das Megaron (gr. „grosser Raum“) war das Zentrum der ökonomischen, religiösen, administrativen und politischen Macht. Bei den Mykenern war es ein rechteckiger Raum mit zentraler kreisrunder Feuerstelle, umgeben von vier Säulen. Der runde Feuerstelle hatte vermutlich symbolisch-kultische Bedeutung und war der Ort von Feueropfern. Im Bild: Das Megaron mit rundem Herd im Palast von Nestor in Pylos auf der Peloponnes in der Imagination eines Künstlers (links) und nach der Ausgrabung (rechts). Quelle: Stansbury-O’Donnell 2015.

Diese architektonischen Werke haben nicht nur eine Kern-Umkreis-Struktur, sondern betonen auch die für die Leuchtstruktur und für Ekstasetechniken typischen Themen des Übergangs oder Kontakts mit einer anderen, transzendenten Realität. Die minoischen und mykenischen Grabtürme oder Tholoi lassen sich als Weiterentwicklung der jungsteinzeitlichen und megalithischen Grabkammern und Grabhügel verstehen (Sherratt 1994; Wardle 1994). Wie jene zeichnen sie sich durch einen Zugang zu einem runden, eingegrenzten Zentrum aus. Durch die Bestattung in Tholoi wurden die Toten symbolisch in die Unter- oder Anderswelt bzw. in die letzte Leuchtkugel oder Quelle geleitet. Auch die Lebenden fanden hier im Rahmen diverser Rituale ihre Verbindung zur Anderswelt und zu ihrer eigenen Leuchtkugel.
Auch Altäre und andere Opferstellen sind Orte, wo die Menschen in einen Austausch mit der leuchtenden Realität treten konnten, welche die Alltagswelt durchwebt. Die Menschen megalithischer Kulturen versenkten Gegenstände in Teiche, Moore, Seen und Flüsse, wohl um Beistand von Göttern und Geistern zu erhalten. Die Minoer legten für denselben Zweck Opfergaben in die Fächer der konzentrischen Kernoi, die Mykener verbrannten sie in den runden Feuerstellen im Megaron (vgl. Cosmopoulos 2003; Polignac 1995). Die Gaben wurden durch Feuer oder Verwesung in feinstoffliche Form transformiert und konnten so direkt auf den Kosmos einwirken. Die Opferpraxis widerspiegelt generell die seherisch-schamanische Praxis der Transformation von grobstofflicher zu feinstofflicher Energie, die als Ekstase in das Bild als ein Ganzes gegeben wird. Wo diese Schnittstellen zwischen den Welten die Kern-Umkreis-Struktur von Leuchtkugeln zeigen, kann ein ursprüngliches schamanisches Wissen um die Bedeutung der Leuchtstruktur vermutet werden.

::Der AutorFloco Tausin


::Inhaltsverzeichnis

::Teil 1 – Einleitung
::Teil 2 – Hochkulturen in Griechenland ab 3000 v. Chr.
::Teil 3 – Hochkulturen in Griechenland ab 1400 v. Chr.
::Teil 4 – Tholoi, Kernoi und der Herd des Megaron


::Literatur

Die Bilder stammen aus Bilddatenbanken im Internet, aus wissenschaftlichen Publikationen oder aus meiner eigenen Sammlung (FT). Sie unterstehen entweder einer Creative Commons-Lizenz, fallen aufgrund der Verjährung nicht mehr unter das Copyright oder werden im Sinne des Zitatrechts aus wissenschaftlichen Publikationen verwendet. Bei den Bildern aus meiner Sammlung besitze ich das Copyright bzw. habe die freundliche Genehmigung des Künstlers eingeholt.

McEnroe, John C. (2010): Architecture of Minoan Crete. Construtcting Identity in the Aegean Bronze Age. Austin: University of Texas Press
Adams, Laurie Schneider (2011): A History of Western Art (5. Aufl.). New York: McGraw-Hill
Stansbury-O’Donnell, Mark D. (2015): A History of Greek Art. Chichester: Wiley
Sherratt, Andrew (1994): „The Emergence of Elites: Earlier Bronze Age Europe, 2500-1300 BC“. The Oxford Illustrated Prehistory of Europe, hrsg. v. Barry Cunliffe. Oxford/New York: Oxford University Press: 244-276
Wardle. K. A. (1994): „The Palace Civilizations of Minoan Crete and Mycenaean Greece“. The Oxford Illustrated Prehistory of Europe, hrsg. v. Barry Cunliffe. Oxford/New York: Oxford University Press: 202-243
Cosmopoulos, Michael B. (2003): „Mycenaean religion at Eleusis: the architecture and stratigraphy of Megaron B“. Greek Mysteries. The Archaeology and Ritual of Ancient Greek Secret Cults, hrsg. v. Michael B. Cosmopoulos. London/New York: Routledge: 1-24
Polignac, François de (1995): Cults, Territory, and the Origins of the Greek City-State. Chicago/London: The University of Chicago Press

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Mouches volantes im alten Europa

Mittwoch, 17. Mai 2017 8:09

Teil 2: Die frühen griechischen Hochkulturen
Von Floco Tausin

3. Hochkulturen in Griechenland ab 1400 v. Chr.

Ab 1400 v. Chr. ist ein Rückgang der minoischen Zivilisation zu verzeichnen, der mit dem Aufstieg der kulturell ähnlichen, aber anderssprachigen Mykener ab 1600 v. Chr. verknüpft ist. Die Mykener hatten ihre Zentren im Süden Griechenlands, insbesondere auf der Halbinsel Peloponnes, wo in Mykene, Pylos und anderen Orten prächtige Paläste gebaut wurden. Die mykenische Silbenschrift ist zwar entziffert, doch die überlieferten Dokumente geben einen nur begrenzten Einblick in die Kultur, da es sich um administrative Listen handelt. Archäologische Funde enthüllen, dass die Mykener eine überregionale See- und Wirtschaftsmacht waren und über ein Netzwerk von Ländereien mit Zitadellen als Zentren verfügten, deren Kriegereliten einem Wanax oder König an der Spitze folgten. Die Bedeutung von Krieg und Kampf wird durch die reichen Funde von Bronzerüstungen und Waffen in Fürstengräbern sowie die Befestigungen der Zitadellen durch dicke Steinmauern (Zyklopensteine) deutlich. Nach Homer war Mykene das Heim des legendären Königs Agamemnon, der angeblich die Griechen gegen Troja in den Krieg führte (Cartledge 2009; Martin 2000; Wardle 1994; Sherratt 1994). Um 1200 v. Chr. kollabierte die mykenische Kultur, zeitgleich mit vielen der spätbronzezeitlichen Zivilisationen des östlichen Mittelmeers. Die Gründe für den Niedergang sind umstritten und reichen von Migration, über Naturkatastrophen bis zu Krieg (Martin 2000; Popham 1994). Strukturen aus gepunkteten oder konzentrischen Kreisen und Linien kommen in den ägäischen Hochkulturen oft als Verzierung auf der edlen bemalten Keramik, auf Fresken, Siegel und Schmuck vor, teils auch in der Form von Rosetten und Doppelspiralen. Aber auch Waffen und architektonische Strukturen weisen dieses Muster auf (vgl. Edey 1975).

::Der AutorFloco Tausin


::Inhaltsverzeichnis

::Teil 1 – Einleitung
::Teil 2 – Hochkulturen in Griechenland ab 3000 v. Chr.
::Teil 3 – Hochkulturen in Griechenland ab 1400 v. Chr.
::Teil 4 – Tholoi, Kernoi und der Herd des Megaron


::Literatur

Cartledge, Paul (2009): Ancient Greece. A History in Eleven Cities. Oxford: Oxford University Press
Martin, Thomas R. (2000): Ancient Greece. From Prehistoric to Hellenistic Times. New Haven/London: Yale Nota Bene
Wardle. K. A. (1994): „The Palace Civilizations of Minoan Crete and Mycenaean Greece“. The Oxford Illustrated Prehistory of Europe, hrsg. v. Barry Cunliffe. Oxford/New York: Oxford University Press: 202-243
Sherratt, Andrew (1994): „The Emergence of Elites: Earlier Bronze Age Europe, 2500-1300 BC“. The Oxford Illustrated Prehistory of Europe, hrsg. v. Barry Cunliffe. Oxford/New York: Oxford University Press: 244-276
Popham, Mervyn (1994): „The Collapse of Aegean Civilization at the End of the Late Bronze Age“. The Oxford Illustrated Prehistory of Europe, hrsg. v. Barry Cunliffe. Oxford/New York: Oxford University Press: 277-303
Edey, Maitland A. (1975): Lost World of the Aegean. Time-Life Books B.V.

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Mouches volantes im alten Europa

Montag, 15. Mai 2017 1:01

Teil 2: Die frühen griechischen Hochkulturen
Von Floco Tausin

2. Hochkulturen in Griechenland ab 3000 v. Chr.

Punkte, konzentrische oder gepunktete Kreise, Wellen, Zickzacklinien, Gittermuster und Spiralen gehörten neben naturalistischen Darstellungen zum Repertoire der frühen Kunst in ganz Europa, von der Altsteinzeit bis in die Jungsteinzeit (Von Petzinger 2011; vgl. Mithen 1994). An der Schwelle von Jungsteinzeit und Bronzezeit lassen sie sich nicht nur als Felsbilder sowie als gravierte Verzierungen und Symbole auf megalithischen Bauwerken feststellen (Bradley 1997), sondern die Megalithgräber und –anlagen haben selbst die Kern-Umkreis-Struktur und weitere ähnliche Eigenschaften, die sich bei den Leuchtstruktur-Kugeln beobachten lassen (Tausin 2016). Währenddessen läuteten die zivilisatorischen Impulse aus dem Nahen Osten bereits die Bronzezeit am anderen Ende Europas ein. Ab 3000 v. Chr. entstanden in der Ägäis die ersten Hoch- und Schriftkulturen: die minoische Kultur auf Kreta und die mykenische Kultur auf dem griechischen Festland. Da die kretische Hieroglyphenschrift bisher nicht vollständig entziffert werden konnte, können nur die archäologischen Funde Zeugnis der minoischen Kultur geben. Sie zeichnen das Bild eines friedlichen Volkes, das Handel mit den östlichen Mittelmeerländern trieb, sich dem guten Leben widmete, die Künste schätzte, den Göttern opferte und die Rolle der Frauen in Gesellschaft und Religion betonte. Die Paläste wurden nicht befestigt, es gibt keine Spuren von Kriegen, die in Gräbern gefundenen Waffen dienten zeremoniellen Zwecken. Die Paläste, die ab dem 2. Jahrtausend auf Kreta gebaut wurden, waren tauschwirtschaftliche, politische und religiöse Zentren. Der grösste Palast in Knossos ist eine komplexe labyrinthähnliche Anlage mit Kammern und Speichern für Wertgegenstände, Getreide, Wein und Olivenöl. Hier soll nach dem Dichter Homer (ca. 8. Jh. v. Chr.) der König Minos gelebt haben, dessen Frau sich in einen Stier verliebte. Sie gebar den Minotaurus, ein Mischwesen aus Mann und Stier, das im Labyrinth von Knossos sein Unwesen trieb. Theseus, ein Held aus Athen, tötete den Minotaurus und entkam dem Labyrinth mit Hilfe von Minos‘ Tochter Ariadne.

::Der AutorFloco Tausin


::Inhaltsverzeichnis

::Teil 1 – Einleitung
::Teil 2 – Hochkulturen in Griechenland ab 3000 v. Chr.
::Teil 3 – Hochkulturen in Griechenland ab 1400 v. Chr.
::Teil 4 – Tholoi, Kernoi und der Herd des Megaron


::Literatur

Von Petzinger, Genevieve (2011). Geometric Signs. A new understanding. http://www.bradshawfoundation.com/geometric_signs/geometric_signs.php
Mithen, Steven J. (1994): „The Mesolithic Age“. The Oxford Illustrated Prehistory of Europe, hrsg. v. Barry Cunliffe. Oxford/New York: Oxford University Press: 79-135
Bradley, Richard (1997): Rock Art and the Prehistory of Atlantic Europe. Signing the Land. London: Routledge

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Mouches volantes im alten Europa

Freitag, 12. Mai 2017 8:41

Teil 2: Die frühen griechischen Hochkulturen
Von Floco Tausin

1. Einleitung

Mouches volantes – Glaskörpertrübung oder Bewusstseinslicht? Der Blick auf die Kunst früherer Kulturen lässt vermuten, dass Mouches volantes für eine Vielzahl von Menschen eine spirituelle Bedeutung hatten. In diesem Artikel werden Mouches-volantes-Motive im prähistorischen Europa vorgestellt. Teil 2 beschäftigt sich mit der minoischen und der mykenischen Hochkultur in der Ägäis.

Alle haben sie, fast alle sehen sie, und fast niemand schaut hin: die vereinzelten, transparenten und beweglichen Punkte und Fäden im Blickfeld, in der Augenheilkunde „Mouches volantes“ genannt und als Glaskörpertrübung erklärt. Dieser Artikel basiert auf der Erfahrung, dass diese Punkte und Fäden – die „Leuchtstruktur Mouches volantes“ (Tausin 2012) – keine Trübung, sondern eine leuchtende Struktur und Ausdruck unseres Bewusstseinszustandes sind. Diese Einsicht kam zu mir durch meinen Lehrer Nestor (Tausin 2010a, 2008, 2006b). In meiner weiteren Forschung fand ich zahlreiche Hinweise darauf, dass die Kugeln und Fäden der Leuchtstruktur – zusammen mit anderen
entoptischen Erscheinungen – bereits von früheren Menschen vieler Kulturen wahrgenommen wurden. Die Vermutung ist, dass frühe Ekstatiker oder Schamanen sie während Praktiken der rituellen Bewusstseinsveränderung gesehen, mythisch oder spirituell gedeutet, künstlerisch ausgedrückt und damit an spätere Generationen vermittelt haben (z.B. Tausin 2013, 2011, 2010b, 2006a). Dieser Artikel unterstützt diese Sicht, indem er Punkt-und-Faden-Strukturen in einigen der frühen Kulturen Europas präsentiert. Teil 2 beschäftigt sich mit den frühen griechischen Zivilisationen in der Ägäis: die minoische und die mykenische Kultur.
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::Quelle Gamble 1994
Unterschiedlich anforderungsreiche Siedlungsgebiete im Europa der Altsteinzeit.

::Der AutorFloco Tausin


::Inhaltsverzeichnis

::Teil 1 – Einleitung
::Teil 2 – Hochkulturen in Griechenland ab 3000 v. Chr.
::Teil 3 – Hochkulturen in Griechenland ab 1400 v. Chr.
::Teil 4 – Tholoi, Kernoi und der Herd des Megaron


::Literatur

Die Bilder stammen aus Bilddatenbanken im Internet, aus wissenschaftlichen Publikationen oder aus meiner eigenen Sammlung (FT). Sie unterstehen entweder einer Creative Commons-Lizenz, fallen aufgrund der Verjährung nicht mehr unter das Copyright oder werden im Sinne des Zitatrechts aus wissenschaftlichen Publikationen verwendet. Bei den Bildern aus meiner Sammlung besitze ich das Copyright bzw. habe die freundliche Genehmigung des Künstlers eingeholt.

Tausin, Floco (2012): Mouches volantes (MV) und andere subjektive visuelle Phänomene. http://www.mouchesvolantes.com/home/visuelle-subjektive-phaenomene.htm (30.9.14)
Tausin, Floco. (2010a). Mouches Volantes. Die Leuchtstruktur des Bewusstseins. Bern: Leuchtstruktur Verlag
Tausin, Floco (2008): „Mouches volantes – Glaskörpertrübung oder Nervensystem? Fliegende Mücken als wahrnehmbarer Aspekt des visuellen Nervensystems“. Ganzheitlich Sehen. http://www.mouches-volantes.com/news/newsdezember2008.htm (27.10.10)
Tausin, Floco (2006b): „Mouches volantes. Bewegliche Kugeln und Fäden aus der Sicht eines Sehers“. Q’Phase. Realität … Anders! 4
Tausin, Floco (2013): „Mouches-volantes-Strukturen in Nordamerika. Teil 1: Bewusstseinsaugen und Weltenportale (Eskimo, Nordwestküsten-Indianer“. Virtuelles Magazin 2000 67. http://archiv.vm2000.net/67/flocotausin/teil1-bewusstseinsaugenundweltenportale.html (2.9.16)
Tausin, Floco (2011): „Schamasch, Ischtar und Igigi. Mouchesvolantes-Strukturen im antiken Mesopotamien“. Virtuelles Magazin 2000 60. http://archiv.vm2000.net/60/FlocoTausin/Schamasch-Ischtar-und-Igigi.html (1.9.16)
Tausin, Floco (2010b): „Lichter in der Anderswelt. Mouches volantes in der darstellenden Kunst moderner Schamanen“. Galaxiengesundheitsrat. http://wedismus.ning.com/group/Schamanismus/forum/topics/lichter-in-der-anderswelt (13.12.10)
Tausin, Floco (2006a): „Mouches volantes und Trance. Ein universelles Phänomen bei erweiterten Bewusstseinszuständen früher und heute“. Jenseits des Irdischen 3

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Mouches volantes im alten Europa (8)

Dienstag, 21. Februar 2017 8:00

Die Leuchtstruktur als Grundlage megalithischer Bauwerke
Von Floco Tausin

8. Aspekte der Leuchtstruktur
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::Bild 10 – Ein alter Plan von miteinander verbundenen megalithischen Anlagen? Eine Darstellung von miteinander verbundenen entoptischen Lichtern? Gravierte Muster in einem Felsen bei Old Bewick in Northumberland, England. ::Quelle – Bradley 1997.

Diese Eigenschaften – Unterwelt, Himmelswelt und Menschenwelt – erinnern nicht nur an die schamanische Dreiteilung des Kosmos (vgl. Tausin 2010b), sondern enthüllen auch Aspekte der Leuchtstruktur: Diese trennt dunkle und helle Anteile und verbindet die einzelnen Einheiten, die Kugeln, untereinander durch Röhrenstrukturen oder durch ihre Einbettung in dieselben Schichten (vgl. Tausin 2006b). Auch die damit einhergehenden Thematiken haben Entsprechungen im meditativen und ekstatischen Sehen der Leuchtstruktur: Die Rückkehr zum Ursprung (Gebärmutter) oder Eingang in die Anderswelt, wo Erneuerung, Transformation und Wiedergeburt stattfindet, erinnert an den Weg in der Leuchtstruktur und das Eingehen in die letzte Kugel oder Quelle (vgl. Tausin 2006b). Dass die jungsteinzeitlichen Menschen ihre Toten in Kern-Umkreis-Strukturen bestatteten, könnte ein Hinweis sein, dass die frühen Schamanen um das Eingehen in die letzte Kugel beim Einschlafen und Sterben gewusst haben. Die Ausrichtung auf den Kosmos und die als göttlich gedachten Lichter von Himmelskörpern wiederum entspricht der meditativen Betrachtung der Lichter der Leuchtstruktur. Dabei ist nicht auszuschliessen, dass manche der megalithischen Steinkreise und Henges nicht nur der Beobachtung von Gestirnen, sondern auch von entoptischen „Himmelskörpern“ dienten. Die Einbettung der Anlagen in grössere geografische und womöglich auch sakrale, kultische und mythische Netzwerke schliesslich ist nicht nur ein Spiegel vieler zeitgenössischer Felsbilder, sondern auch ein Spiegel des Netzwerkcharakters der Leuchtstruktur, die den Menschen durch zahlreiche Schichten hindurch mit seiner Quelle verbindet. Die Parallelen von megalithischen Bauwerken und den Kugeln und Fäden der Leuchtstruktur könnte dabei in beide Richtungen funktioniert haben: Einerseits inspirierte das Sehen der Leuchtstruktur und ihre Deutung die Gestaltung der jungsteinzeitlichen und bronzezeitlichen Felsbilder und Bauwerke; andererseits haben die megalithischen Bauwerke und die damit verknüpften Bilder von Welt, Mensch und Kosmos wiederum das Verständnis der subjektiven visuellen Lichter beflügelt, welche während ritueller Trance wahrgenommen wurden.

::Der AutorFloco Tausin


::Inhaltsverzeichnis

::Teil 1 – Einleitung
::Teil 2 – Vorgeschichte
::Teil 3 – Die Bauwerke der Megalithkulturen
::Teil 4 – Steinkreise, Steinkisten, Ganggräber
::Teil 5 – Stonehenge
::Teil 6 – Entoptische Erscheinungen?
::Teil 7 – Vorstellungen der damaligen Erbauer
::Teil 8 – Aspekte der Leuchtstruktur


::Literatur

Die Bilder stammen aus Bilddatenbanken im Internet, aus wissenschaftlichen Publikationen oder aus meiner eigenen Sammlung (FT). Sie unterstehen entweder einer Creative Commons-Lizenz, fallen aufgrund der Verjährung nicht mehr unter das Copyright oder werden im Sinne des Zitatrechts aus wissenschaftlichen Publikationen verwendet. Bei den Bildern aus meiner Sammlung besitze ich das Copyright bzw. habe die freundliche Genehmigung des Künstlers eingeholt.

Bradley, Richard (1997): Rock Art and the Prehistory of Atlantic Europe. Signing the Land. London: Routledge

Tausin, Floco (2010b): „Lichter in der Anderswelt. Mouches volantes in der darstellenden Kunst moderner Schamanen“. Galaxiengesundheitsrat. http://wedismus.ning.com/group/Schamanismus/forum/topics/lichter-in-der-anderswelt (13.12.10)

Tausin, Floco (2006b): „Mouches volantes. Bewegliche Kuglen und Fäden aus der Sicht eines Sehers“. Q’Phase. Realität … Anders! 4

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Mouches volantes im alten Europa (7)

Sonntag, 19. Februar 2017 8:00

Die Leuchtstruktur als Grundlage megalithischer Bauwerke
Von Floco Tausin

7. Vorstellungen der damaligen Erbauer
Generell reflektieren die Megalithbauwerke die Vorstellungen der damaligen Erbauer über Mensch, Welt und Kosmos. Die Grab- und Ritualanlagen erfüllten offenbar ähnliche Funktionen wie in älteren Zeiten die Höhlen und Felswände: Hier fand man Schutz und Stille. Hier konnten durch Malerei und Gravuren Geschichten erzählt und Ereignisse festgehalten werden. Hier wurden Rituale zur Integration von Mensch, Welt und Kosmos abgehalten. Diese könnten durch den Entzug von Sinnesreizen, durch die Akustik (Watson 2001) oder auch durch den Einsatz von psychoaktiven Pflanzen (Rätsch 1998 über Amanita muscaria/Fliegenpilz; Sherratt 1991) veränderte Bewusstseinszustände impliziert haben. Hier wurden auch die Toten zur Ruhe gelegt, und hier glaubte man einen Zugang zur Unter- oder Anderswelt zu finden. Manche Forscherinnen und Forscher verknüpfen diese Vorstellung mit der steinzeitlichen religiösen Ausrichtung auf das Erdhafte, die (weibliche) Fruchtbarkeit und die Muttergottheit. Gräber, Henges und Tempel könnten als Metaphern der Vagina (Öffnung und Gang) und der Gebärmutter (Zentrum) Orte für den Fruchtbarkeits- und Muttergöttinnen-Kult gewesen sein (Gimbutas 1987/2005, 1999).

Zu diesem „dunklen“ oder „erdhaften“ Aspekt der megalithischen Anlagen kommt ein „heller“ oder „himmlischer“: Manche der Anlagen dienten der Himmelsbeobachtung. Sie waren nach Himmelsrichtungen, bestimmten Sternen, Sonnenwenden und Tagundnachtgleichen ausgerichtet. Hier konnte der Lauf der Gestirne verfolgt, Himmelsphänomene gedeutet und der Zeitpunkt für bestimmte Unternehmungen bestimmt werden (vgl. Taylor 2012; Kelley 2008). Und schliesslich implizierten die megalithischen Strukturen einen „irdisch-weltlichen“ Aspekt, insofern sie in die weitere Geografie eingebettet waren. Sie waren beispielsweise auf andere megalithische Bauwerke, aber auch auf Felsen, Hügel, Wasserfälle, Flüsse oder Seen ausgerichtet, welchen wohl ebenfalls eine kultische oder kosmologische Bedeutung zukam. Auch bewohnte Siedlungen oder Ackerflächen gehörten in das megalithische Netzwerk von Welt und Gegen- oder Unterwelt (vgl. Bradley 1998).

::Der AutorFloco Tausin


::Inhaltsverzeichnis

::Teil 1 – Einleitung
::Teil 2 – Vorgeschichte
::Teil 3 – Die Bauwerke der Megalithkulturen
::Teil 4 – Steinkreise, Steinkisten, Ganggräber
::Teil 5 – Stonehenge
::Teil 6 – Entoptische Erscheinungen?
::Teil 7 – Vorstellungen der damaligen Erbauer
::Teil 8 – Aspekte der Leuchtstruktur


::Literatur

Watson, Aaron (2001): „The sounds of transformation: Acoustics, monuments and ritual in the British Neolithic“. The Archaeology of Shamanism, hg. v. Neil S. Price. London/New York: Routledge: 178-192

Rätsch, Christian (1998): Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen. AT Verlag

Sherratt, A. (1991): „Sacred and profane substances: The ritual of narcotics in later Neolithic Europe“. Sacred and profane, hg. v. P. Garwood et al. Oxford: Oxford Committee for Archaeology

Gimbutas, Marija (1987/2005): „Megalithic Religion: Prehistoric Evidence“. Encyclopedia of Religion, hg. v. Mircea Eliade: 5822-5826

Gimbutas, Marija (1999): The living goddesses. Berkeley: University of California Press

Taylor, Ken (2012): Celestial Geometry. Understanding the Astronomical Meanings of Ancient Sites. London: Watkins Publication

Kelley, David H. (2008): „Archaeoastronomy“. Encyclopedia of Archaeology, 3 Bde., hg. v. Deborah M. Pearsall. Academic Press: 451-464

Bradley, Richard (1998): The Significance of Monuments. On the Shaping of Human Experience in Neolithic and Bronze Age Europe. London/New York: Routledge

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Mouches volantes im alten Europa (6)

Freitag, 17. Februar 2017 8:00

Die Leuchtstruktur als Grundlage megalithischer Bauwerke
Von Floco Tausin

6. Entoptische Erscheinungen?
In der Forschung wurde die These vorgebracht, dass manche der geometrischen Muster, die auf megalithischen Bauwerken in England, Schottland und in der Bretagne eingraviert sind, entoptische Erscheinungen darstellen könnten. So wären etwa die konzentrischen Kreise und Spiralen auf den Steinplatten des berühmten Gavrini-Ganggrabes oder die Cup-and-Ring-Gravuren auf Steinen im Südwesten Schottlands als Visionen während schamanischer Trance zu verstehen (Fowler/Cummings 2003; Lewis-Williams/Dowson 1993; Patton 1990; Bradley 1989). Ausserdem wurde eine Übereinstimmung der konzentrischen Kreismuster, die mit einer radialen Linie durchbrochen sind, und dem Grundriss von Ganggräbern und Henges festgestellt (vgl. Bradley 1997).
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::Bild 8 – Gravierte Steinplatten aus dem Gavrini-Ganggrab auf der Insel Gavrini in der französischen Bretagne, 4. Jahrtausend v. Chr. ::Quelle – https://www.pinterest.com/pin/482377810057797101/ (26.8.16)
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::Bild 9 – Mögliche Verbindung zwischen den gepunkteten und konzentrischen (Cup-and-Ring) Mustern mit Zugang als Motiv auf jungsteinzeitlichen und bronzezeitlichen Felsbildern (links) und den ähnlichen Strukturen von Ganggräbern und Henges (rechts). Quelle: Bradley 1997.

Dass aber die Bauwerke selbst indirekt oder direkt durch Visionen subjektiver visueller Lichterscheinungen inspiriert sein könnten, wurde bisher nicht geltend gemacht. Dabei ist die Grundlage der Megalithbauwerke oft eine Kern-Umkreis-Struktur, wie sie von den Leuchtstrukturkugeln bekannt ist: Oft wird ein zentraler Platz umgeben von einem kreisrunden Damm aus Erde oder Steinen, oder aber von Reihen stehender Steine. Teils ist das Zentrum mit Erde oder Steinen bedeckt, wie im Fall der Grabhügel und Cairns. Weitere Charakteristiken lassen sich nicht ausschliesslich durch das Sehen der Leuchtstruktur erklären, sondern eher als interpretative Weiterentwicklung: Üblicherweise sind megalithische Anlagen mit einem oder mehreren Zugängen versehen. Im Fall der Ganggräber ist es ein niederer, bedeckter Gang, bei den Henges sind es breiter angelegte Wege, die zwischen den Dämmen zum Kern führen. Diese Zugänge könnten durch die Vision des Zugehens auf eine einzige Kugel inspiriert sein (vgl. Tausin 2006b) oder in stilisierter und praktischer Hinsicht das Thema der verbindenden Röhren in der Leuchtstruktur aufgreifen. Eher am direkten Sehen orientiert sind die Monumente, die neben- oder hintereinander angeordnet oder durch Gräben, Steinreihen oder andere Linien miteinander verbunden sind. Zudem weisen die megalithischen Bauwerke oft eine komplexere Form auf als die Leuchtkugeln, etwa mehrere konzentrische Ringe. Doch gerade die komplexeren Anlagen sind oft das Resultat von Weiterentwicklungen über Generationen hinweg. Viele Monumente waren ursprünglich simpler und bestanden oft nur aus einem Zentrum und einem Umkreis. Das Stonehenge beispielsweise begann als Erdwall mit einer hölzernen Struktur im Inneren, erst dann wurden konzentrische Steinkreise und zwei weitere Erdwälle hinzugefügt sowie die zentralen Holzstrukturen durch die heute charakteristischen Steinstrukturen ersetzt (Bradley 1998). Und die Cairns der britischen Inseln begannen oft als simple runde Gebilde für die Bestattung eines oder zweier Menschen. Später wurde die Kammer erweitert und Vorplätze, permanenter Zugang, sowie weitere kreisrunde Gräben geschaffen (Noble 2006; Edmonds 1999). Als ursprüngliche Vorlage könnten also die simplen Kugeln und Fäden der Leuchtstruktur gedient haben, die direkt in ritueller Trance gesehen wurden.

::Der AutorFloco Tausin


::Inhaltsverzeichnis

::Teil 1 – Einleitung
::Teil 2 – Vorgeschichte
::Teil 3 – Die Bauwerke der Megalithkulturen
::Teil 4 – Steinkreise, Steinkisten, Ganggräber
::Teil 5 – Stonehenge
::Teil 6 – Entoptische Erscheinungen?
::Teil 7 – Vorstellungen der damaligen Erbauer
::Teil 8 – Aspekte der Leuchtstruktur


::Literatur

Die Bilder stammen aus Bilddatenbanken im Internet, aus wissenschaftlichen Publikationen oder aus meiner eigenen Sammlung (FT). Sie unterstehen entweder einer Creative Commons-Lizenz, fallen aufgrund der Verjährung nicht mehr unter das Copyright oder werden im Sinne des Zitatrechts aus wissenschaftlichen Publikationen verwendet. Bei den Bildern aus meiner Sammlung besitze ich das Copyright bzw. habe die freundliche Genehmigung des Künstlers eingeholt.

Fowler, Chris; Cummings, Vicki (2003): „Places of Transformation: Building Monuments from Water and Stone in the Neolithic of the Irish Sea“. Journal of the Royal Anthropological Institute 9, Nr. 1: 1-20

Lewis-Williams, J. D.; Dowson, T. A. (1993): „On Vision and Power in the Neolithic: Evidence from the Decorated Monuments“. Current Anthropology 34, Nr. 1: 55-65

Patton, Mark (1990): „On Entoptic Images in Context: „Art, Monuments, and Society in Neolithic Brittany“. Current Anthropology 31, Nr. 5: 554-558

Bradley, Richard (1989): „Death and Entrances: A Contextual Analysis of Megalithic Art“. Current Anthropology 30, Nr. 1: 68-75

Bradley, Richard (1997): Rock Art and the Prehistory of Atlantic Europe. Signing the Land. London: Routledge

Tausin, Floco (2006b): „Mouches volantes. Bewegliche Kuglen und Fäden aus der Sicht eines Sehers“. Q’Phase. Realität … Anders! 4

Bradley, Richard (1998): The Significance of Monuments. On the Shaping of Human Experience in Neolithic and Bronze Age Europe. London/New York: Routledge

Noble, Gordon (2006): Neolithic Scotland. Timber, Stone, Earth and Fire. Edinburgh: Edinburgh University Press Ltd.

Edmonds, Mark (1999): Ancestral Geographies of the Neolithic. Landscapes, Monuments and Memory. London/New York: Routledge

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Mouches volantes im alten Europa (5)

Mittwoch, 15. Februar 2017 8:00

Die Leuchtstruktur als Grundlage megalithischer Bauwerke
Von Floco Tausin

5. Stonehenge
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::Bild 5 – Grabhügel des früheren Bronzezeitalters (3./2. Jahrtausend v. Chr.) in der Nähe des Stonehenge, Wiltshire, Südengland. Charakteristisch ist die lineare Anordnung der Hügel, was möglicherweise auf die Bestattung von Familienmitgliedern hinweist. ::Quelle – Sherratt 1994b.
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::Bild 6 – Stonehenge in Wiltshire, England, wurde ab ca. 3000 v. Chr. an einem bereits früher zeremoniell genutzten Ort gebaut. Während über 1000 Jahren wurde Stonehenge in verschiedenen Phasen erweitert, neu konzipiert, teils auch überbaut und als Zentrum eingegliedert in eine sich stets erweiternde sakrale Geografie. Bild oben: Das heutige Stonehenge mit Erdwall und dem ehemaligen Zugang im Nordosten (oben) aus der Frühphase. Unten links: Luftaufnahme des Zentrums von Stonehenge. Unten rechts: Rekonstruktion von Stonehenge nach der letzten Bauphase. Von aussen nach innen: Die 75 Sarsen- und Decksteine, die Blausteine, die fünf Trilithe, ein Halbkreis aus Blausteinen, der Altarstein.
::Quelle – http://arthistoryworlds.org/3-the-standing-stones-in-england/ (11.8.16), und http://news.nationalgeographic.com/news/2010/07/photogalleries/100723-stonehenge-woodhenge-twin-timber-circle-science-pictures/ (11.8.16)

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::Bild 7 – In jüngster Zeit wurden per Bodensensorik weitere Kreisanlagen rund um Stonehenge gefunden, die teils mit dem zentralen Monument verbunden waren. Das Bild zeigt einige der noch nicht freigelegten Anlagen. ::Quelle – University of Birmingham, http://grenzwissenschaft-aktuell.blogspot.ch/2014/09/archaologen-finden-17-bislang.html (29.7.16)

::Der AutorFloco Tausin


::Inhaltsverzeichnis

::Teil 1 – Einleitung
::Teil 2 – Vorgeschichte
::Teil 3 – Die Bauwerke der Megalithkulturen
::Teil 4 – Steinkreise, Steinkisten, Ganggräber
::Teil 5 – Stonehenge
::Teil 6 – Entoptische Erscheinungen?
::Teil 7 – Vorstellungen der damaligen Erbauer
::Teil 8 – Aspekte der Leuchtstruktur


::Literatur

Die Bilder stammen aus Bilddatenbanken im Internet, aus wissenschaftlichen Publikationen oder aus meiner eigenen Sammlung (FT). Sie unterstehen entweder einer Creative Commons-Lizenz, fallen aufgrund der Verjährung nicht mehr unter das Copyright oder werden im Sinne des Zitatrechts aus wissenschaftlichen Publikationen verwendet. Bei den Bildern aus meiner Sammlung besitze ich das Copyright bzw. habe die freundliche Genehmigung des Künstlers eingeholt.

Sherratt, Andrew (1994b): „The Emergence of Elites: Earlier Bronze Age Europe, 2500-1300 BC“. The Oxford Illustrated Prehistory of Europe, hrsg. v. Barry Cunliffe. Oxford/New York: Oxford University Press: 244-276

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Mouches volantes im alten Europa (4)

Montag, 13. Februar 2017 8:00

Die Leuchtstruktur als Grundlage megalithischer Bauwerke
Von Floco Tausin

4. Steinkreise, Steinkisten, Ganggräber
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::Bild 2 – Über 1000 megalithische Steinkreise oder Cromlech wurden in Nordwesteuropa gezählt. Sie wurden vermutlich für rituelle und zeremonielle Zwecke genutzt. Im Bild: Der Steinkreis oder Cromlech von Swinside, England, ca. 4. Jahrtausend v. Chr. Ein Eingang im Südosten wird durch zwei hohe Portalsteine markiert.
::Quelle – https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=525170 (26.8.16)

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::Bild 3 – Die Beerdigung der Toten in Steinkisten, mit Steinplatten gesäumte Gruben, war in Europa bis in die frühe Bronzezeit verbreitet. Nicht selten wurden die Steinkisten mit weiteren Steinen zu einer Kern-Umkreis-Struktur erweitert und später oft mit Erde oder Steinen bedeckt (Hügelgrab) (McIntosh 2006). Im Bild: Ein Feld umrundeter Steinkisten in Jõelähtme, Estland.
::Quelle – https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2913043 (26.8.16)

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::Bild 4 – Ganggräber bestehen aus bedeckten Grabkammern, zu denen ein Gang hinführt. Damit hatten die Hinterbliebenen auch nach der Bestattung Zugang zu den Toten, sei es für nachträgliche Rituale oder für weitere Bestattungen. Im Bild: Modell eines nord- und westeuropäischen Ganggrabes mit Gang, Kammer, Erdhügel und Umkreis aus stehenden Steinen, typischerweise 4. und 3. Jahrtausend v. Chr.
::Quelle – https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=17655965 (10.8.16)

::Der AutorFloco Tausin


::Inhaltsverzeichnis

::Teil 1 – Einleitung
::Teil 2 – Vorgeschichte
::Teil 3 – Die Bauwerke der Megalithkulturen
::Teil 4 – Steinkreise, Steinkisten, Ganggräber
::Teil 5 – Stonehenge
::Teil 6 – Entoptische Erscheinungen?
::Teil 7 – Vorstellungen der damaligen Erbauer
::Teil 8 – Aspekte der Leuchtstruktur


::Literatur

Die Bilder stammen aus Bilddatenbanken im Internet, aus wissenschaftlichen Publikationen oder aus meiner eigenen Sammlung (FT). Sie unterstehen entweder einer Creative Commons-Lizenz, fallen aufgrund der Verjährung nicht mehr unter das Copyright oder werden im Sinne des Zitatrechts aus wissenschaftlichen Publikationen verwendet. Bei den Bildern aus meiner Sammlung besitze ich das Copyright bzw. habe die freundliche Genehmigung des Künstlers eingeholt.

McIntosh, Janes (2006): Handbook to Life in Prehistoric Europe. New York: Facts on File, Inc.

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Mouches volantes im alten Europa (3)

Samstag, 11. Februar 2017 8:00

Die Leuchtstruktur als Grundlage megalithischer Bauwerke
Von Floco Tausin

3. Die Bauwerke der Megalithkulturen
Als Megalithkulturen werden diverse jungsteinzeitliche und bronzezeitliche Kulturen bezeichnet, die in West-, Mittel- und Nordeuropa zwischen 5000 und 800 v. Chr. Bauwerke aus grossen Steinen hinterlassen haben. Dazu gehören einzelne aufgestellte Menhire, im Kreis oder in Reihen angeordnete Steine (Cromlech), simple Grabkammern (Dolmen), Steinkisten, Steinhügel (Cairns) und Grabhügel (Tumulus), aber auch grössere Monumentalkomplexe wie die Henges in England oder die Tempel auf Malta. In und um diese Bauwerke wurden meistens menschliche Überresten und Artefakte wie Werkzeuge, Töpferware oder Schmuck gefunden. Kaum etwas ist bekannt über die genauen Funktionen und kosmologischen und religiösen Bedeutungen, die die Megalithbauwerke hatten. Die heutige Forschung versteht sie als Ausdruck der neuen bäuerlichen Gesellschaft, die den Raum und die Zeit im Hinblick auf Fruchtbarkeit und Dauerhaftigkeit ordnete und in diesem Zusammenhang beispielsweise zur Verehrung von Ahnen überging. Ausserdem ist eine Mehrfachnutzung dieser Monumente anzunehmen, die sich teils über mehrere Generationen und Jahrhunderte erstreckte: Dolmen, Grabhügel und Henges waren nicht nur Ruhestätten für Personen mit hohem gesellschaftlichen Status und Ansehen. Sie waren wohl auch Familiengräber, Plätze für diverse Rituale für die Ahnen, Götter oder Geister, Treffpunkte für Familien, Clans und andere Gruppen, Zentren für die Demonstration politischer Macht und Autorität. Wo die Monumente nach den Himmelsrichtungen oder, wie im Fall des Stonehenge, nach den Positionen der Sonnenwenden und Tagundnachtgleichen ausgerichtet waren, könnten sie auch zur Beobachtung astronomischer Ereignisse gedient haben (Midgley 2008; Noble 2006; Bradley 1997; Sherratt 1994; Patton 1993).

::Der AutorFloco Tausin


::Inhaltsverzeichnis

::Teil 1 – Einleitung
::Teil 2 – Vorgeschichte
::Teil 3 – Die Bauwerke der Megalithkulturen
::Teil 4 – Steinkreise, Steinkisten, Ganggräber
::Teil 5 – Stonehenge
::Teil 6 – Entoptische Erscheinungen?
::Teil 7 – Vorstellungen der damaligen Erbauer
::Teil 8 – Aspekte der Leuchtstruktur


::Literatur

Midgley, Magdalena S. (2008): The Megaliths of Northern Europe. New York: Routledge

Noble, Gordon (2006): Neolithic Scotland. Timber, Stone, Earth and Fire. Edinburgh: Edinburgh University Press Ltd.

Bradley, Richard (1997): Rock Art and the Prehistory of Atlantic Europe. Signing the Land. London: Routledge

Lewis-Williams, J. D; Dowson, T. A. (1988). „The Signs of All Times“. Current Anthropology 29, Nr. 2: 201-245

Sherratt, Andrew (1994a): „The Transformation of Early Agrarian Europe: The Later Neolithic and Copper Ages 4500-2500 BC“. The Oxford Illustrated Prehistory of Europe, hrsg. v. Barry Cunliffe. Oxford/New York: Oxford University Press: 167-201

Patton, Mark (1993): Statements in Stone. Monuments and Society in Neolithic Brittany. London: Routledge

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Mouches volantes im alten Europa (2)

Donnerstag, 9. Februar 2017 9:00

Die Leuchtstruktur als Grundlage megalithischer Bauwerke
Von Floco Tausin

2. Vorgeschichte
Frühe Menschen der Gattung Homo besiedelten Europa bereits vor 1 Mio. Jahren. Doch Spuren eines vielfältigen kulturellen Lebens gibt es ab 40‘000 v.u.Z mit der Dominanz des Homo sapiens. Es wurden Wohnanlagen gebaut und kontinuierlich bewohnt, Rohmaterialien von weit herangeschafft und gehandelt. Felswände und Steine wurden bemalt oder graviert. Die Herstellung von Schmuck aus Stein, Knochen, Muschelschalen, Elfenbein und Geweih begann. Die frühen Menschen haben nicht nur den Schmuck, sondern auch Werkzeuge, Waffen und Steinfigurinen mit Mustern und Symbolen verziert (Gamble 1994, Mellars 1994). Mit der klimatischen Erwärmung um 10‘000 v. Chr. stieg der Meeresspiegel an, die Wälder breiteten sich aus. Mit den Steppen und Tundren verschwand zunehmend der Lebensraum für die Megafauna. Durch Platzmangel und durch die extensive Jagdtätigkeit des Menschen starben das Wollhaarmammut und andere grosse Säugetiere aus. Die Menschen entwickelten kleinräumigere Jagdstrategien und gingen allmählich zur Sesshaftigkeit über. Die Bevölkerung wuchs, die soziale Organisation der Gemeinschaften wurde komplexer und hierarchischer, die ausgebeuteten Ressourcen zahlreicher und diverser, die ersten Verteidigungsanlagen und Friedhöfe entstanden (Mithen 1994).
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::Bild 1 – Unterschiedlich anforderungsreiche Siedlungsgebiete im Europa der Altsteinzeit. ::Quelle – Gamble 1994.

Punkte, konzentrische oder gepunktete Kreise, Wellen, Zickzacklinien, Gittermuster und Spiralen gehörten neben naturalistischen Darstellungen zum Repertoire der frühen Kunst in ganz Europa (Von Petzinger 2011; vgl. Mithen 1994). Ihre Bedeutung ist in der Forschung umstritten. Vermutet werden magische, zeremonielle und rituelle Funktionen, die Darstellung binärer Strukturen wie männlich und weiblich, jagdbezogene, kalendarische, saisonale oder astronomische Notizen, die Markierung territorialer Grenzen, die Kommunikation der Macht oder des Erfolgs von Clans oder Individuen (Bradley 1997; Mellars 1994). Seit den 1970er Jahren gibt es zudem die Theorie, dass die geometrischen Motive der steinzeitlichen Kunst entoptische Phänomene darstellen. Diese subjektiven Lichterscheinungen seien von Schamanen in veränderten Bewusstseinszuständen gesehen und im Kontext des Zugangs zur Anderswelt gedeutet worden. Wo die Seher oder Schamanen ihre Visionen auf Stein festhielten, konnten sie wiederum die Menschen und die Kunst beeinflussen (Lewis-Williams/Dowson 1988; Dowson/Porr 2001). Die Punkte und Fäden der Leuchtstruktur bzw. die Leuchtstruktur Mouches volantes werden physiologisch zwar nicht als entoptische Phänomene verstanden wie etwa Phosphene oder Formkonstanten. In einem anderen Artikel habe ich jedoch vorgeschlagen, dass es sich bei den Punkten, Kreisfiguren und Fadenstrukturen der steinzeitlichen Felsbilder auch um die Kugeln und Fäden der Leuchtstruktur handelt, und dass diese ebenfalls im Sinne der entoptisch-schamanischen Interpretation begriffen werden können (Tausin 2006a).
Dieselben geometrischen Muster finden sich auch in den anschliessenden prähistorischen Epochen Europas, nämlich der Jung- und Kupfersteinzeit (ab dem 7. Jahrtausend v. Chr.), der Bronzezeit (ab dem 4. Jahrtausend v. Chr.) und der Eisenzeit (ab 10. Jh. v. Chr.). In diesen Jahrtausenden etablierten sich agrarische Gesellschaften in Europa. Das Rad und der Pflug wurden erfunden, Felder bestellt, Lebensmittel gespeichert, Getreide und Tiere domestiziert, Töpferware hergestellt, Metalle wie Kupfer, Bronze, Gold und Eisen verarbeitet (Whittle 1994, Sherratt 1994). Punkte, punktierte und konzentrische Kreise sowie Fäden und Linien erscheinen weiterhin auf Felsbildern (Bradley 1997), auf Artefakten, aber auch als bauwerkliche Strukturen von Siedlungs-, Grab- oder Ritualplätzen, wie etwa die konzentrischen Rondellen und Grubenwerke (vgl. Whittle 1994), aber auch viele der megalithischen Bauwerke.

::Der AutorFloco Tausin


::Inhaltsverzeichnis

::Teil 1 – Einleitung
::Teil 2 – Vorgeschichte
::Teil 3 – Die Bauwerke der Megalithkulturen
::Teil 4 – Steinkreise, Steinkisten, Ganggräber
::Teil 5 – Stonehenge
::Teil 6 – Entoptische Erscheinungen?
::Teil 7 – Vorstellungen der damaligen Erbauer
::Teil 8 – Aspekte der Leuchtstruktur


::Literatur

Die Bilder stammen aus Bilddatenbanken im Internet, aus wissenschaftlichen Publikationen oder aus meiner eigenen Sammlung (FT). Sie unterstehen entweder einer Creative Commons-Lizenz, fallen aufgrund der Verjährung nicht mehr unter das Copyright oder werden im Sinne des Zitatrechts aus wissenschaftlichen Publikationen verwendet. Bei den Bildern aus meiner Sammlung besitze ich das Copyright bzw. habe die freundliche Genehmigung des Künstlers eingeholt.

Gamble, Clive (1994): „The Peopling of Europe 700,000-40,000 Years before the Present“. The Oxford Illustrated Prehistory of Europe, hrsg. v. Barry Cunliffe. Oxford/New York: Oxford University Press: 5-41

Mellars, Paul (1994): „The Upper Palaeolithic Revolution“. The Oxford Illustrated Prehistory of Europe, hrsg. v. Barry Cunliffe. Oxford/New York: Oxford University Press: 42-78

Mithen, Steven J. (1994): „The Mesolithic Age“. The Oxford Illustrated Prehistory of Europe, hrsg. v. Barry Cunliffe. Oxford/New York: Oxford University Press: 79-135

Von Petzinger, Genevieve (2011): „Geometric Signs. A new understanding“. Bradshaw Foundation. http://www.bradshawfoundation.com/geometric_signs/geometric_signs.php (13.2.12)

Bradley, Richard (1997): Rock Art and the Prehistory of Atlantic Europe. Signing the Land. London: Routledge

Lewis-Williams, J. D; Dowson, T. A. (1988). „The Signs of All Times“. Current Anthropology 29, Nr. 2: 201-245

Dowson, Thomas A.; Porr, Maritn (2001): „Special objects – special creatures: Shamanistic imagery and the Aurignacian art of south-west Germany“. The Archaeology of Shamanism, hg. v. Neil S. Price. London/New York: Routledge: 165-177

Tausin, Floco (2006a): „Mouches volantes und Trance. Ein universelles Phänomen bei erweiterten Bewusstseinszuständen früher und heute“. Jenseits des Irdischen 3

Whittle, Alasdair (1994): „The First Farmers“. The Oxford Illustrated Prehistory of Europe, hrsg. v. Barry Cunliffe. Oxford/New York: Oxford University Press: 135-166

Sherratt, Andrew (1994a): „The Transformation of Early Agrarian Europe: The Later Neolithic and Copper Ages 4500-2500 BC“. The Oxford Illustrated Prehistory of Europe, hrsg. v. Barry Cunliffe. Oxford/New York: Oxford University Press: 167-201

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Mouches volantes im alten Europa (1)

Dienstag, 7. Februar 2017 22:45

Die Leuchtstruktur als Grundlage megalithischer Bauwerke
Von Floco Tausin

1. Einleitung

Mouches volantes – Glaskörpertrübung oder Bewusstseinslicht? Der Blick auf die Kunst früherer Kulturen lässt vermuten, dass Mouches volantes für eine Vielzahl von Menschen eine spirituelle Bedeutung hatten. In diesem Artikel werden Mouches-volantes-Motive im prähistorischen Europa vorgestellt. Er beschäftigt sich mit den megalithischen Kulturen.

Alle haben sie, fast alle sehen sie, und fast niemand schaut hin: die vereinzelten, transparenten und beweglichen Punkte und Fäden im Blickfeld, in der Augenheilkunde „Mouches volantes“ genannt und als Glaskörpertrübung erklärt. Dieser Artikel basiert auf der Erfahrung, dass diese Punkte und Fäden – die „Leuchtstruktur Mouches volantes“ (Tausin 2012) – keine Trübung, sondern eine leuchtende Struktur und Ausdruck unseres Bewusstseinszustandes sind. Diese Einsicht kam zu mir durch meinen Lehrer Nestor (Tausin 2010a, 2008, 2006b). In meiner weiteren Forschung fand ich zahlreiche Hinweise darauf, dass die Kugeln und Fäden der Leuchtstruktur – zusammen mit anderen entoptischen Erscheinungen – bereits von früheren Menschen vieler Kulturen wahrgenommen wurden. Die Vermutung ist, dass frühe Ekstatiker oder Schamanen sie während Praktiken der rituellen Bewusstseinsveränderung gesehen, mythisch oder spirituell gedeutet, künstlerisch ausgedrückt und damit an spätere Generationen vermittelt haben (z.B. Tausin 2013, 2011, 2010b, 2006a). Dieser Artikel unterstützt diese Sicht, indem er Punkt-und-Faden-Strukturen in einigen der frühen Kulturen Europas präsentiert. Er beschäftigt sich mit den megalithischen Kulturen.

::Der AutorFloco Tausin


::Inhaltsverzeichnis

::Teil 1 – Einleitung
::Teil 2 – Vorgeschichte
::Teil 3 – Die Bauwerke der Megalithkulturen
::Teil 4 – Steinkreise, Steinkisten, Ganggräber
::Teil 5 – Stonehenge
::Teil 6 – Entoptische Erscheinungen?
::Teil 7 – Vorstellungen der damaligen Erbauer
::Teil 8 – Aspekte der Leuchtstruktur


::Literatur

Tausin, Floco (2013): „Mouches-volantes-Strukturen in Nordamerika. Teil 1: Bewusstseinsaugen und Weltenportale (Eskimo, Nordwestküsten-Indianer“. Virtuelles Magazin 2000 67. http://archiv.vm2000.net/67/flocotausin/teil1-bewusstseinsaugenundweltenportale.html (2.9.16)

Tausin, Floco (2012): Mouches volantes (MV) und andere subjektive visuelle Phänomene. http://www.mouches-volantes.com/home/visuelle-subjektive-phaenomene.htm (30.9.14)

Tausin, Floco (2011): „Im Auge des Re. Mouches volantes Strukturen in der Symbolik des antiken Ägyptens“. Virtuelles Magazin 2000 58. (14.2.11)

Tausin, Floco. (2010a). Mouches Volantes. Die Leuchtstruktur des Bewusstseins. Bern: Leuchtstruktur Verlag

Tausin, Floco (2010b): „Lichter in der Anderswelt. Mouches volantes in der darstellenden Kunst moderner Schamanen“. Galaxiengesundheitsrat. http://wedismus.ning.com/group/Schamanismus/forum/topics/lichter-in-der-anderswelt (13.12.10)

Tausin, Floco (2008): „Mouches volantes – Glaskörpertrübung oder Nervensystem? Fliegende Mücken als wahrnehmbarer Aspekt des visuellen Nervensystems“. Ganzheitlich Sehen. http://www.mouches-volantes.com/news/newsdezember2008.htm (27.10.10)

Tausin, Floco (2006a): „Mouches volantes und Trance. Ein universelles Phänomen bei erweiterten Bewusstseinszuständen früher und heute“. Jenseits des Irdischen 3

Tausin, Floco (2006b): „Mouches volantes. Bewegliche Kuglen und Fäden aus der Sicht eines Sehers“. Q’Phase. Realität … Anders! 4

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