Beiträge vom Mai, 2017

30.5.2017 – Kornkreis bei Chicklade

Mittwoch, 31. Mai 2017 22:43

Fonthill Down, Chicklade, Wiltshire (Ge)


©Matthew Williams

Eine Kornkreisformation in einer Variation der „Blume des Lebens“ wurde nahe Chicklade im Süden Wiltshires entdeckt. Das Dorf liegt 11 km südlich von Warminster entfernt. Die „Blume des Lebens“ ist ein Ornament auf einem sechseckigen Ausschnitt eines Dreiecksgitters. Sechs Ringe überschneiden sich an den jeweiligen Gitterpunkten und bilden im Zentrum kleine Linsen = Blütenblätter. Die Ringbögen wurden um die Blütenblätter herum verstärkt, so dass die ganze Formation expressiver erscheint. Auf den sechs Ringdiagonalen wurden im Außenbreich Kreise angebracht, die die gleiche Größe aufweisen wie ein siebter Kreis im Zentrum der Blüte. Die Ringbögen zu den Kreisen auf den Diagonalen wurden alle nur einseitig verstärkt. Dadurch vermittelt diese Variation nahe Chicklade eine Rotation im Uhrzeigersinn.

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28.5.2017 – Kornkreis in West-Yorkshire

Mittwoch, 31. Mai 2017 1:39

Whetstone Gate, zwischen Riddlesden + Ilkley, West-Yorkshire (He/F)


©Stephen Auker

Ein Kornkreis ist in einem Moorgebiet auf dem Hochland zwischen Riddlesden und Ilkley, am Whetstone Gate entdeckt worden. Whetstone Gate ist ein hoher Aussichtspunkt auf dem Rombald’s Moor über East Morton und Micklethwaite im Bronte County, einer hügeligen Hochebene mit Heidebewuchs und vielen Mooren – typisch halt für West-Yorkshire. Der Kornkreis besteht aus zwei Ringen mit einem kleinen Zentralkreis, der mit einem geraden Pfad verbunden ist, der über die beiden Ringe hinausreicht. Das Design wurde von Stephen Auker mit einer Drohne aufgenommen. „Ich bin skeptisch was die Existenz von Aliens betrifft, bin mir aber ziemlich sicher, dass es sich um die Handarbeit von Menschen handelt. Trotzdem möchte ich zu gerne wissen, wie sie es gemacht haben.“
„Es gibt keine Maschinen- oder Reifenmarkierungen – aber es ist natürlich möglich, dass sie unter dem Pflanzenwuchs verschwunden sind, wenn das Muster schon älter sein sollte“, sagte Stephen Auker. „Bemerkenswert ist zudem, dass die Oberfläche einiger Steine sauber vom Heidekraut befreit wurde, ohne dass dabei Spuren von Werkzeugen zu erkennen waren. Eine Menge von sehr hartem Heidekraut wurde von der Gesamthöhe auf weniger als 8 cm reduziert. Andrew Ward, ein Freund und Metall-Detektor-Enthusiast, hatte ihn auf die seltsame Form im Moor aufmerksam gemacht. ::QuelleKeighley News – Alles in allem erinnern die Ringe mit Pfad an Petroglyphen oder Symbole aus grauer Vorzeit.

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28.5.2017 – Kornkreis bei Broad Hinton (2)

Montag, 29. Mai 2017 0:50

Broad Hinton (2), Grafschaft Wiltshire, England (Ge)

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©Crop Circle Connector 2017

Mehr als 100 m von der Sonnenblume entfernt und nur durch eine Baumreihe und einige Traktorspuren getrennt wurde die zweite Kornkreisformation in Broad Hinton entdeckt. Das Grundmuster bildet ein Fünfstern (griechisch pentágrammos) = Pentagramm. Optisch vermittelt die Formation einen makellosen Eindruck. Aus fünf gleichmäßig, also in Abständen von 72°, auf einem Kreis verteilten Punkten lassen sich mittels Sehnen zwei fünfachsig symmetrische Figuren erstellen. Interessanter sind aber die 75 Kreise, die im und um das Pentagramm angebracht wurden. 60 kleine und 15 große zieren das Fünfeck. In den Spitzen und dazwischen wurden jeweils ein großer und vier kleine Kreise platziert. Im Außenbereich des Pentagramm-Zentrums thronen noch einmal fünf große, die von zehn kleinen flankiert werden. Die Mitte des Zentrums wird von zehn kleinen Kreise gebildet. Sonnenblume und Pentagramm liegen unweit voneinander entfernt, wurden am selben Tag entdeckt und wahrscheinlich in der Nacht zuvor kreiert (2 Teams?). Da die Sonnenblume angelegt wurde (Konstruktionsfehler) ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass auch beim Pentagramm Hand angelegt wurde.

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28.5.2017 – Kornkreis bei Broad Hinton

Montag, 29. Mai 2017 0:31

Broad Hinton, Grafschaft Wiltshire, England (Ge/F)

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©Crop Circle Connector 2017

Am Sonntag, den 28.5. wurden gleich zwei neue Kornkreise am südlichen Dorfrand von Broad Hinton entdeckt. Sie liegen durch eine Baumreihe und einige Traktorspuren getrennt nur wenig mehr als 100 m voneinander entfernt an einer Summers Lane. Zwischen einem breiten Außen- und Innenring sind in gleichen Abständen vier schmalere Ringe angebracht. Auf diesen wurden sechs bzw. sieben Halb-/dreiviertelringe angebracht, die dem Kornkreis ein sonnenblumenartiges Aussehen vermitteln. In einem Abstand von ca. 20 m liegt ein einzelner Kreis, ca. 10 m Durchmesser, mit stehendem Zentrum abseits im Feld, mit direktem Zugang über die nächste Traktorspur.
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©Crop Circle Connector 2017 – bearbeitet FGK

In jeder Kornkreissaison findet man einen oder mehrere Kornkreise, die zwar auf den ersten Blick ganz gut ausschauen, aber wo oft nur einer aus der Fälscher-Gruppe für einen Augenblick nicht im Bilde war und hier, statt der geplanten sechs Ringe, einen siebten erzeugte. Alle Ringe überschneiden sich in den jeweiligen Zentren außer dem einen. Über die Fehler, die den circle makers Jahr für Jahr in den Feldern unterlaufen hatte Dr. Peter Hattwig auf der FGK-Veranstaltung in Zierenberg unlängst einen Vortrag gehalten.

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25.5.2917 – Kornkreis bei Winchester

Samstag, 27. Mai 2017 8:54

Science Centre & Planetarium, nahe Winchester, Grafschaft Hampshire, England (Ge)

©Hugh Newman 2017

Momentan wird ein Kornkreis nach dem anderen entdeckt, in den letzten Tagen am White Horse bei Stanton St Bernhard, beim St. Michels Mount in Cornwall und jetzt in der Nähe des Winchester Science Centre & Planetarium in Hampshire. Das Grundmuster der neuen Formation besteht aus neun Ringen. Auf dem Außenring sind vier kleine Ringe zentriert angebracht. In den weiteren bis zum Zentrum gibt es Aussparungsbereiche (niedergelegtes Getreide), die sich jeweils in Opposition gegenüberstehen. Die junge Gerste im neuen Kornkreis wird sich sicherlich bald wieder aufrichten und das Muster wird nur noch schemenhaft zu sehen sein.

::Weitere Infos – Winchester Science Centre & Planetarium wikipedia

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Mouches volantes im alten Europa

Freitag, 26. Mai 2017 14:00

Teil 2: Die frühen griechischen Hochkulturen
Von Floco Tausin

6. Zusammenfassung

In all den genannten Motiven sticht die Leuchtstruktur als Grundlage hervor. Und alle diese Motive lassen sich auch auf ursprünglich schamanische Thematiken wie die Anderswelt und den Weltenbaum zurückführen. Für die Zeit der griechischen Hochkulturen sind nur wenige Hinweise auf schamanische Praktiken bekannt. Den archäologischen Zeugnissen gemäss hatten die Religionen der Minoer und Mykener eher den Charakter eines auf Fruchtbarkeit und die Muttergottheit ausgerichteten Kults, oder den einer typisch nahöstlichen Praxis mit Kultbildern, Altaren, Opfern, Heiligtümern, Hymnen, Tanz und Göttern (Noegel 2007). Erst später, ab dem 8. Jh. v. Chr., berichten griechische Mythen und andere Schriften von Anhängern des Orpheus, Trophonius, Apollon oder auch Pythagoras, die in ekstatischer Trance ihre Seelen vom Körper trennen und mit den Göttern sprechen, gegen Dämonen kämpfen und Kranke heilen (Ruck 2004; Ogden 2002). Dennoch könnte bereits das bronzezeitliche Griechenland schamanische Elemente aus Zentralasien oder dem Nahen Osten (vgl. Tausin 2011) gekannt oder aus einheimischen neolithischen Praktiken tradiert und weiterentwickelt haben. Die Tholoi und die Bergspitzen und Höhlen mit ihren Schreinen könnten den Rückzug in die Einsamkeit, den Sinnesentzug und damit Andersweltreisen ermöglicht haben. Auch ein Pilzkult ist in diesem Rahmen denkbar, wofür die minoischen Schmuckketten in der Form von Pilzen, die Pilzform des „Schatzhauses des Atreus“ sowie der Name Mykene (von gr. mykes, „Pilz“) sprechen (Rätsch 1998). Die zahlreichen Darstellungen von Säulen und Bäumen in der minoischen Malerei könnten die Weltachse symbolisieren – neben dem Stil der Doppelaxt, dem Zugang zum Labyrinth und dem Oktopuskörper zwei weitere Symbole für die Leuchtstruktur und ihr Zentrum.

::Der AutorFloco Tausin


::Inhaltsverzeichnis

::Teil 1 – Einleitung
::Teil 2 – Hochkulturen in Griechenland ab 3000 v. Chr.
::Teil 3 – Hochkulturen in Griechenland ab 1400 v. Chr.
::Teil 4 – Tholoi, Kernoi und der Herd des Megaron
::Teil 5 – Doppelaxt und Oktopus
::Teil 6 – Zusammenfassung


::Literatur

Noegel, Scott B. (2007): „Greek Religion and the Ancient Near East“. A Companion to Greek Religion, hrsg. v. Daniel Ogden. Malden u.a.: Blackwell Publishing Ltd: 21-38
Ruck, Carl A. P. (2004): „Classical World Shamanism (Ancient Greece and Rome)“. Shamanism – An Encyclopedia of World Beliefs, Practices, and Culture, hrsg. v. Mariko Namba Walter und Eva Jane Neumann Fridman. Santa Barbara et al.: ABC Clio: 478-484
Ogden, Daniel (2002): Magic, Witchcraft, and Ghosts in the Greek and Roman Worlds. A Sourcebook. Oxford / New York: Oxford University Press
Tausin, Floco (2011): „Schamasch, Ischtar und Igigi. Mouchesvolantes-Strukturen im antiken Mesopotamien“. Virtuelles Magazin 2000 60. http://archiv.vm2000.net/60/FlocoTausin/Schamasch-Ischtar-und-Igigi.html (1.9.16)
Rätsch, Christian (1998): Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen. AT Verlag

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25.5.2017 – Kornkreis am Milk Hill

Freitag, 26. Mai 2017 9:30

Milk Hill, Stanton St Bernard – Wiltshire, England (Ge)

©Matthew Williams

Ein Fidget Spinner bildet die Grundform des Kornkreises unweit von Stanton St Bernhard und Alton Barnes. In allen fünf Kreisen (vier Rotationsflächen + Zentrum) sind offene Ringe angebracht, die miteinander durch Doppelstege verbunden sind. Der Zentralkreis fällt kleiner aus als die Rotationsflächen, die jeweils ein kleines Zentrum mit stehender Gerste aufweisen. Ein Bogensegment mit sieben angebrachten Halbkreisen ist durch zwei schmale Linien mit einer der Rotationsflächen des Spinners verbunden. Erste Luftaufnahmen des Crop Circle Connectors zeigen innerhalb des Spinners eine gute Ausführung. Im Außenbereich, dort wo Bogensegment und Halbkreise angebracht wurden fehlt es an einigen Stellen an dieser Präzision. Der Kornkreis vom 4.5.2017 Willoughby Hedge, nahe Mere in Wiltshire zeigt ein ähnliches Bogensegment auf. Die Vermutung gibt es seit vielen Jahren, dass Muster oder Teilbereiche von Kornkreisen innerhalb einer Saison der Einfachheit halber mehrfach benutzt werden. So kann man sicherlich davon ausgehen, dass Außerirdische die Menschheit nicht mit einem neuartigen Spielzeug (Fidget Spinner) in einem Kornfeld beglücken wollten. Im legendären Kornkreisland, direkt zu Füßen des Milk Hill, hatte man in den letzten Jahrzehnten schon interessantere Formationen gesehen.
Der Farmer möchte zuvor gefragt werden ehe sein Feld betreten wird! Er droht damit den Kornkreis abzumähen, wenn seine Regel nicht eingehalten wird.

::Weitere Infos – Fidget Spinner
SpinnerEin Fidget Spinner (von englisch fidget für Unruhe/Zappelphilipp und to spin für wirbeln/kreiseln) ist ein Spielzeug, das es in verschiedenen Bauformen gibt. In der Mitte befindet sich ein Kugellager. Die äußeren Flügel werden mit Gewichten versehen; diese können ebenfalls aus Kugellagern bestehen. Die einfachste Anwendung besteht darin, den Fidget Spinner zwischen Daumen und Zeigefinger, oder Mittelfinger zu halten und mit den Fingern der gleichen (fortgeschritten) oder der anderen Hand in Rotation zu versetzen. Wie beim Spiel mit einem Jo-Jo oder einem Fingerskateboard können darüber hinaus verschiedene Bewegungen und Aufgaben zu bewerkstelligen sein, wie zum Beispiel lange Drehzeiten, Wechsel der haltenden Finger (Balancieren). Das Spielzeug kann auch geworfen und gefangen werden, wobei die Rotation nicht angehalten werden darf. Quelle – wikipedia
::Presseberichtecollective evolutionwww.welt.de und rp-online.de

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22.5.2017 – Kornkreis bei Cerne Abbas

Dienstag, 23. Mai 2017 22:49

Cerne Abbas, Minterne Magna – Dorset, England (Ge/F)


©Matthew Williams

Die Entstehungsgeschichte des 8. Kornkreises in England ist wieder einmal sehr dubios. Zum wiederholten Mal wird eine Drohnen-Luftaufnahme einer Kornkreisformation in den sozialen Medien veröffentlicht, nach dem Motto: „Wir zeigen euch das Foto, aber sucht gefälligst selbst danach, wenn ihr wissen wollt, wo sich der Kornkreis befindet!“ Spiel und Spaß in den Getreidefeldern – ein wenig erinnert es an das Geocaching. Das gelieferte Luftbild in den sozialen Medien war aber tatsächlich nur etwas für Einheimische bzw. Ortskundige, anders als in den zurückliegenden Jahren, wo bei ähnlicher Vorgehensweise auf den Luftbildern bekannte Plätze an Hills oder Castles zu erkennen waren. Letztlich wurde die Formation dann doch in kurzer Zeit entdeckt. Sie befindet sich in der Nähe des Riesen von Cerne Abbas, nördlich von Dorchester, in der südwestenglischen Grafschaft Dorset. Beim Riesen von Cerne Abbas handelt es sich um ein durch Freilegen einer Kalkschicht in den Boden gegrabenes Bild eines Mannes.
::Weitere Infos – Cerne_Abbas_Giant
::Zur Kornkreisformation – Es ist die geometrische Figur, welche entsteht, wenn sich zwei Kreise mit gleichem Radius in der Art und Weise überschneiden, dass das Zentrum jedes Kreises auf der Kreislinie des jeweils anderen Kreises liegt. Das wird im Lateinischen als „Vesica piscis“ bezeichnet und bedeutet „Fischblase“. Die „Vesica piscis“ weist auf den gänzlich irdischen und überaus natürlichen Ursprung des Menschen hin: die Geburt (Vesica piscis = Vulva). Das Zentrum mit menschlichenr Figur und Strahlen wird in der christlichen Religion bzw. im Italienischen als „Mandorla“ (Mandel) bezeichnet. Bei der aktuellen Cerne Abbas Formation befinden sich 12 Strahlen auf der linken und 12 auf der rechten Seite.
Das 12er Strahlenmuster am Vortag in der Kornkreisformation Oxleaze Copse bei Stitchcombe wurde hier noch einmal wiederholt. Warum sollte man vorhandene Muster nicht auch gleich zweimal nutzen?

::Pressebericht – 4.6.2017 Dorset-Echo

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Mouches volantes im alten Europa

Dienstag, 23. Mai 2017 7:59

Teil 2: Die frühen griechischen Hochkulturen
Von Floco Tausin

5. Doppelaxt und Oktopus

Labrys_a
Labrys, die kretische Doppelaxt, war vielmehr Kultgegenstand und Symbol als Waffe und Werkzeug. Grosse und kleine Versionen wurden in Gold, Silber, Bronze und Stein hergestellt oder auf Vasen und Wände gemalt. Auf Fresken erscheint die Doppelaxt in Szenen mit Priesterinnen und Göttinnen, die Kulthandlungen ausüben. Im Bild: Bronzedoppelaxt aus dem minoischen Palast von Kato Zakros (rechts) und eine Golddoppelaxt aus der kretischen Arkalochori-Höhle (links), 2. Jahrtausend v. Chr.
Quelle: http://www.salimbeti.com/micenei/weapons4.htm (16.8.16) und https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6555159 (16.8.16).

Die Doppelaxt oder Labrys wurde u.a. als Symbol der Königsherrschaft, der Opferung von Tieren oder auch als Schmetterling und damit als Symbol der Göttin (Gimbutas 1999) interpretiert. Es zeigen sich in ihr aber auch Verbindungen zur Leuchtstruktur. Einerseits sind die kultischen Doppeläxte oft mit Kreis- und Röhrenmustern verziert, die an die Leuchtkugeln und –fäden erinnern. Die Darstellung der Leuchtstruktur könnte auf den Umstand verweisen, dass diese Zeremonialwaffe Teil von rituellen Handlungen mit Bezug auf die leuchtende Anderswelt war. Die Form der Doppelaxt lässt sich zudem als mittlerer Teil einer konzentrischen, durch die runden Klingen angedeuteten Kugel sehen. Die Doppelmembran ergibt sich entweder durch die Verzierung oder durch die häufige Darstellung einer zweiten, inneren Doppelaxt (Labrys als Vierfachaxt). Schliesslich verweist die Doppelaxt durch ihren Namen auf die Idee des Weges in der Leuchtstruktur, welcher in die letzte Kugel führt. Es wurde nämlich auf eine Verbindung zwischen den Begriffen „Labrys“ und „Labyrinth“ hingewiesen, so dass der in den Mythen als Labyrinth bezeichnete Palast von Knossos zum „Ort der Doppelaxt“ wird. Tatsächlich erinnert der Grundriss des Palastes nicht nur an eine Doppelaxt mit ihren zwei Seiten und einem länglichen Mittelteil. Sie erinnert auch an die früheste bekannte Darstellung des kretischen oder klassischen Labyrinths mit einem Zugang in Richtung Zentrum.

Knossos-map-labyrinth_a
Links: Der Grundriss des Palastes von Minos in Knossos. Rechts: Rückseite einer Linear-B-Tontafel aus dem Palast des Nestor in Pylos, ca. 1200 v. Chr.
Quelle:
http://www.odysseyadventures.ca/articles/knossos/00.palacePlan.html (16.8.16) und
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=471659 (16.8.16)

Häufig wird vermutet, dass der Grundriss des Palastes von Knossos die Quelle für das klassische oder kretische Labyrinth war. Es könnte aber auch umgekehrt sein, wenn wir das Labyrinth als eckige und komplexere Variante eines noch älteren Motivs begreifen. Die Rede ist vom konzentrischen Kreis mit Zugang, der in der jungsteinzeitlichen und bronzezeitlichen Felskunst sowie als Grundriss megalithischer Bauwerke verbreitet ist (Tausin 2016; Bradley 1997). Damit käme sowohl dem Labyrinth, als auch der Doppelaxt eine gleiche oder ähnliche symbolische Bedeutungen zu wie dem konzentrischen Kreis mit Zugang: der Eingang in die Anderswelt, die Rückkehr zum Ursprung, wo Ruhe, Erneuerung und Wiedergeburt erfahren wird.

Octopus-motif- creamics_a
Die Malereien auf minoischen und mykenischen Töpferwaren sind eine Mischung aus naturalistischer und abstrakter Kunst. Kurvilineare und abstrakte Muster deuten organischfigurative Formen wie Blumen, Blätter und Tiere an. Oktopus-Motive gehören zu den häufigeren Motiven sowohl auf Keramik, wie auch auf geschnitzten Edelsteinen und Böden von Thronräumen. Oft stilisiert, könnten sie zugleich Symbole oder Metaphern für kosmologische, religiöse oder mythische Ideen oder Geschichten sein. Im Bild: Minoischer Steigbügel-Oktopus-Krug von den Dodekanes (links); und diverse Oktopus-Motive in der mykenischen Keramikmalerei (rechts). Quelle: Popham 1994 und Furumark 1941.

Der Oktopus schliesslich ist ein Tier, das zunächst durch seine charakteristische Gestalt an die Leuchtstruktur erinnert: Die Tentakel mit ihren Reihen von Saugnäpfen sehen wie die mit Punkten gefüllten Leuchtstrukturfäden aus; und mehrere Tentakel oder „Fäden“ sind über den Kopf oder die zentrale „Kugel“ miteinander verbunden. Doch in der Keramikmalerei minoischer und mykenischer Künstler wurden Oktopusse eher stilisiert, denn naturalistisch dargestellt. Dadurch wird der mögliche Bezug auf die Leuchtstruktur verstärkt. So werden etwa die Augen, die sich bei realen Oktopoden durch eine waagrechte Pupille auszeichnen, als gepunktete oder konzentrische Ringe dargestellt. Welche Bedeutung der Oktopus für die Minoer und Mykener hatte, ist unbekannt. Doch die vorgeschlagenen Verbindungen des Oktopus mit dem Meeresgott Poseidon (Edey 1975), dem Sternbild des Krebses (Richer 1994) oder dem Labyrinth (vgl. Ferrebee 2011) gehen von einer tieferen mythisch-kosmologischen Bedeutung des Oktopus für die frühen Hochkulturen Griechenlands aus. Die Darstellung des Oktopus als Weltenträger unterstützt diese Vermutung (siehe rechtes Bild, unten links).

assyrische_WeltenbaeumeÄhnliches gilt für manche stilisierten Darstellungen, die den Oktopus als eine mit Tentakel und Spiralen versehene Herzform zeigen. Diese rufen jenes mesopotamische Ornament in Erinnerung, das als Lebens- oder Weltenbaum beschrieben wird (vgl. Stansbury-O’Donnell 2015; Tausin 2011). Wie das Labyrinth – und damit auch der konzentrische Kreis mit Zugang – ist der Oktopus ein Symbol für die Welt oder den Lebens- oder Weltenbaum: Seine Arme tragen die Geschöpfe der unterschiedlichen Sphären, sein Kopf oder Rumpf ist die Zentralachse, die die Sphären verbindet.

Vorlage oder Nachahmung der stilisierten minoischen und mykenischen Oktopus-Motive? Beispiele assyrischer Weltenbäume, 9.-7. Jh. v. Chr. https://www.pinterest.com/pin/514888169868570647/ (17.8.16)

::Der AutorFloco Tausin


::Inhaltsverzeichnis

::Teil 1 – Einleitung
::Teil 2 – Hochkulturen in Griechenland ab 3000 v. Chr.
::Teil 3 – Hochkulturen in Griechenland ab 1400 v. Chr.
::Teil 4 – Tholoi, Kernoi und der Herd des Megaron
::Teil 5 – Doppelaxt und Oktopus
::Teil 6 – Zusammenfassung


::Literatur

Die Bilder stammen aus Bilddatenbanken im Internet, aus wissenschaftlichen Publikationen oder aus meiner eigenen Sammlung (FT). Sie unterstehen entweder einer Creative Commons-Lizenz, fallen aufgrund der Verjährung nicht mehr unter das Copyright oder werden im Sinne des Zitatrechts aus wissenschaftlichen Publikationen verwendet. Bei den Bildern aus meiner Sammlung besitze ich das Copyright bzw. habe die freundliche Genehmigung des Künstlers eingeholt.

Gimbutas, Marija (1999): The living goddesses. Berkeley: University of California Press
Bradley, Richard (1997): Rock Art and the Prehistory of Atlantic Europe. Signing the Land. London: Routledge
Popham, Mervyn (1994): „The Collapse of Aegean Civilization at the End of the Late Bronze Age“. The Oxford Illustrated Prehistory of Europe, hrsg. v. Barry Cunliffe. Oxford/New York: Oxford University Press: 277-303
Furumark, Arne (1941): The Chronology of Mycenaean Pottery. Stockholm: Kungl. Vitterhets Historie och Antiqvitets Akademien
Edey, Maitland A. (1975): Lost World of the Aegean. Time-Life Books B.V.
Richer, Jean (1994): Sacred Geography of the Ancient Greeks. Astrological Symbolism in Art, Architecture, and Landscape. Albany: State University of New York Press
Ferrebee, Wayne (2011): „The Octopus Motif in Ancient Greek Ceramics“. Ferrebeekeeper, 15.4.2011. https://ferrebeekeeper.wordpress.com/2011/04/15/the-octopusmotif-in-ancient-greek-ceramics/ (1.9.16)
Stansbury-O’Donnell, Mark D. (2015): A History of Greek Art. Chichester: Wiley
Tausin, Floco (2011): „Schamasch, Ischtar und Igigi. Mouchesvolantes-Strukturen im antiken Mesopotamien“. Virtuelles Magazin 2000 60. http://archiv.vm2000.net/60/FlocoTausin/Schamasch-Ischtar-und-Igigi.html (1.9.16)

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21.5.2017 – Kornkreis bei Stitchcombe

Montag, 22. Mai 2017 8:35

Oxleaze Copse, Stitchcombe – Wiltshire, England (Ge/F)

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©Crop Circle Connector 2017

Die 7. Kornkreisformation Englands wurde 3 km östlich vom Zentrum in Marlborough (Wiltshire), südlich des Dorfes Stitchcombe am Savernake Forest, in einem Feld mit junger Gerste entdeckt. Der Farmer hatte den Kornkreis gleich nach seiner Entdeckung aus dem Feld mähen lassen. So wird es wahrscheinlich bei den wenigen Luftaufnahmen bleiben, die auf der Webseite des Crop Circle Connector zu sehen sind. Bei dem ersten Kornkreis des Jahres in einem Getreidefeld, die anderen wurden im Grasland bzw. in Rapsfeldern entdeckt, handelte es sich um eine Kombination aus Sonne, Mond und Zeit. Ein alles umschliessender Ring teilt das Zentrum des Kornkreises in 12 gleichgroße Sektoren auf (Ziffernblätter/Sonnenstrahlen). Das Zentrum wird überlagert durch einen dezentralen Ring mit Halbmond und einem Kreis mit einer weiteren 12er-Einteilung und kleinem dezentralen Kreis niedergelegten Getreides.
Was sich in den letzten Jahren bereits abzeichnete scheint sich auch in diesem Jahr fortzusetzen. Die durch die Kornkreise betroffenen Farmer in Wiltshire, vor allem im Vale of Pewsey, haben sich in den letzten Jahren bis auf wenige Ausnahmen einheitlich formiert. Fast jeder neue Kornkreis wird nach seiner Entdeckung umgehend aus dem Feld gemäht oder unkenntlich gemacht, um zu vermeiden, dass weitere Personen Grund und Boden des Farmers betreten und weiteren Schaden anrichten. Die Reaktion der Farmer, mit ihren Jahr für Jahr entstandenen Ernteausfällen, ist durchaus zu verstehen, für Kornkreisforscher und -interessierte aus aller Welt ist das allerdings mehr als ernüchternd.

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Mouches volantes im alten Europa

Samstag, 20. Mai 2017 8:08

Teil 2: Die frühen griechischen Hochkulturen
Von Floco Tausin

4. Tholoi, Kernoi und der Herd des Megaron

Im Folgenden sollen fünf für diese Kulturen typische Strukturen oder Motive vorgestellt werden, die durch die Leuchtstruktur inspiriert sein könnten: die Tholoi, die Kernoi, der Herd des Megaron, die Doppelaxt und der Oktopus.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Minoer wie auch Mykener begruben ihre Toten in runden Grabtürmen (Tholos), die ab dem 3. Jahrtausend v. Chr. gebaut wurden (vgl. McEnroe 2010). Auf Kreta ist keiner der Tholoi gänzlich erhalten. Das Bild zeigt die Grundmauern des Tholos in Kamilari. Quelle: http://www.minoancrete.com/kamilari.htm (14.8.16)

Tholos Treasury of Atreus_a
Traditionellerweise wurden die Mitglieder von Mykener Adelsfamilien in Grabkreisen bestattet, d.h. runden Friedhöfen mit einer kleinen Anzahl von Schachtgräbern. Möglicherweise durch die minoischen Tholoi inspiriert, wurden ab Mitte des 2. Jahrtausends v. Chr. auch auf der Peloponnes königliche Monumentalgräber gebaut (vgl. McEnroe 2010). Im Bild ist das „Schatzhaus des Atreus“ in Mykene, ca. 13. Jh. v. Chr. Ein mit Zyklopensteinen flankierter Weg (Dromos) führt zum Rundbau. Quelle: Adams 2011 und https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=43766 (15.8.16)

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Kalksteinrad in der Nähe des zentralen Hofes des Palastes von Malia auf Kreta. Die Funktion solcher Steinplatten, die häufig in öffentlichen Bereichen und nahe von Eingängen gefunden wurden, ist unbekannt. Man interpretiert sie als Spieltische oder Kultgegenstände. Sie gleichen den Spendengefässen aus ungefähr derselben Zeit, die auf den Kykladen vermutlich für Opfergaben gefunden wurden, und die auch in klassischer Zeit als „Kernos“ bekannt sind. Denkbar ist auch eine Kombination aus Spiel, Ritual und Wahrsagepraxis (vgl. McEnroe 2010). Quelle: http://www.minoancrete.com/malia02.htm (14.8.16)

Megaron Pylos_a
Das Megaron (gr. „grosser Raum“) war das Zentrum der ökonomischen, religiösen, administrativen und politischen Macht. Bei den Mykenern war es ein rechteckiger Raum mit zentraler kreisrunder Feuerstelle, umgeben von vier Säulen. Der runde Feuerstelle hatte vermutlich symbolisch-kultische Bedeutung und war der Ort von Feueropfern. Im Bild: Das Megaron mit rundem Herd im Palast von Nestor in Pylos auf der Peloponnes in der Imagination eines Künstlers (links) und nach der Ausgrabung (rechts). Quelle: Stansbury-O’Donnell 2015.

Diese architektonischen Werke haben nicht nur eine Kern-Umkreis-Struktur, sondern betonen auch die für die Leuchtstruktur und für Ekstasetechniken typischen Themen des Übergangs oder Kontakts mit einer anderen, transzendenten Realität. Die minoischen und mykenischen Grabtürme oder Tholoi lassen sich als Weiterentwicklung der jungsteinzeitlichen und megalithischen Grabkammern und Grabhügel verstehen (Sherratt 1994; Wardle 1994). Wie jene zeichnen sie sich durch einen Zugang zu einem runden, eingegrenzten Zentrum aus. Durch die Bestattung in Tholoi wurden die Toten symbolisch in die Unter- oder Anderswelt bzw. in die letzte Leuchtkugel oder Quelle geleitet. Auch die Lebenden fanden hier im Rahmen diverser Rituale ihre Verbindung zur Anderswelt und zu ihrer eigenen Leuchtkugel.
Auch Altäre und andere Opferstellen sind Orte, wo die Menschen in einen Austausch mit der leuchtenden Realität treten konnten, welche die Alltagswelt durchwebt. Die Menschen megalithischer Kulturen versenkten Gegenstände in Teiche, Moore, Seen und Flüsse, wohl um Beistand von Göttern und Geistern zu erhalten. Die Minoer legten für denselben Zweck Opfergaben in die Fächer der konzentrischen Kernoi, die Mykener verbrannten sie in den runden Feuerstellen im Megaron (vgl. Cosmopoulos 2003; Polignac 1995). Die Gaben wurden durch Feuer oder Verwesung in feinstoffliche Form transformiert und konnten so direkt auf den Kosmos einwirken. Die Opferpraxis widerspiegelt generell die seherisch-schamanische Praxis der Transformation von grobstofflicher zu feinstofflicher Energie, die als Ekstase in das Bild als ein Ganzes gegeben wird. Wo diese Schnittstellen zwischen den Welten die Kern-Umkreis-Struktur von Leuchtkugeln zeigen, kann ein ursprüngliches schamanisches Wissen um die Bedeutung der Leuchtstruktur vermutet werden.

::Der AutorFloco Tausin


::Inhaltsverzeichnis

::Teil 1 – Einleitung
::Teil 2 – Hochkulturen in Griechenland ab 3000 v. Chr.
::Teil 3 – Hochkulturen in Griechenland ab 1400 v. Chr.
::Teil 4 – Tholoi, Kernoi und der Herd des Megaron
::Teil 5 – Doppelaxt und Oktopus
::Teil 6 – Zusammenfassung


::Literatur

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McEnroe, John C. (2010): Architecture of Minoan Crete. Construtcting Identity in the Aegean Bronze Age. Austin: University of Texas Press
Adams, Laurie Schneider (2011): A History of Western Art (5. Aufl.). New York: McGraw-Hill
Stansbury-O’Donnell, Mark D. (2015): A History of Greek Art. Chichester: Wiley
Sherratt, Andrew (1994): „The Emergence of Elites: Earlier Bronze Age Europe, 2500-1300 BC“. The Oxford Illustrated Prehistory of Europe, hrsg. v. Barry Cunliffe. Oxford/New York: Oxford University Press: 244-276
Wardle. K. A. (1994): „The Palace Civilizations of Minoan Crete and Mycenaean Greece“. The Oxford Illustrated Prehistory of Europe, hrsg. v. Barry Cunliffe. Oxford/New York: Oxford University Press: 202-243
Cosmopoulos, Michael B. (2003): „Mycenaean religion at Eleusis: the architecture and stratigraphy of Megaron B“. Greek Mysteries. The Archaeology and Ritual of Ancient Greek Secret Cults, hrsg. v. Michael B. Cosmopoulos. London/New York: Routledge: 1-24
Polignac, François de (1995): Cults, Territory, and the Origins of the Greek City-State. Chicago/London: The University of Chicago Press

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19.5.2017 – UFO-Studiengruppe Hannover

Mittwoch, 17. Mai 2017 16:40

ufo-studiengruppe_hannover.jpgVeranstaltung der
UFO-Studiengruppe Hannover
(38 Jahre – 1979-2017)

Treffpunkt ist das Stadtteilzentrum Lister Turm, Walderseestr. 100, 30177 Hannover. Die Treffen finden an jedem 3. Freitag im Monat von 19.00 – 22.00 Uhr statt, Einlaß: 18.45 Uhr. Gäste sind herzlich willkommen! Räume: siehe Hinweistafel im Eingangsbereich/STZ-Mitarbeiter. Vorträge im Kleinen Saal/Raum 27, 2. Etage (ohne Fahrstuhl), Restauration: Taverne Odysseus.


Freitag, 19. Mai 2017, 19.00 Uhr
„Geheimes Wissen über das Wirken unserer ´Götter` und deren Rückzugsorte ins Innere der Erde.“

Referent: Bernd Freytag – Unkostenbeitag: 5,- Euro


Bereits seit 1956 existiert die UFO-Studiengruppe Hannover, die seit 1979 von Ruth Bäger geleitet wird. Sie erteilt auch gerne weitere Auskünfte unter Telefon 0511-319657 (AB).

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