SMNC – Bericht von einer Tagung (1/7)

Scientific Medical Network Conference, BEYOND THE BRAIN
28.-29. 10. 2017, Regent´s Park University, London

Zur Einführung: Das Scientific Medical Network (SMN) ist eine internationale Vereinigung von Wissenschaftlern, die sich einem spirituellen Grundkonzept verpflichtet fühlen. Sie bemühen sich, dieses in den Wissenschaftsgeist unserer Zeit einfliessen zu lassen. Das SMN wurde vor rund 45 Jahren gegründet, als die in jenen Tagen übliche, alles auf die Materie reduzierende Wissenschaftsauffassung durch erste Erlebnissen mit LSD und Tiefenmeditation aufgebrochen wurde. In ihren Anfangsjahren war das SMN sozusagen eine Geheimgesellschaft, denn damals in den 1970er Jahren durfte kein Wissenschaftler the S word (Spirituality) in den Mund nehmen, ohne um seinen Ruf zu fürchten.

Dr. Rupert Sheldrake, Biologe

Sheldrake fordert, man solle da forschen, wo die Leute ihre alltäglichen Erlebnisse haben und diese experimentell begründen, statt in weltfernen Bereichen Theorien und Modelle aufzustellen, diese mit kaum wiederholbaren Experimenten zu belegen und schließlich den Menschen ihr reales Erleben abzusprechen. So etwa werde von aller Welt mit Selbstverständlichkeit akzeptiert, dass es um den Magneten herum ein Magnetfeld gibt, genauso wie um die Erde und um unser Handy herum, sobald man jedoch sage, der Geist (mind) sei nicht im Gehirn, sondern ein Feld um das Gehirn herum, stieße man auf Widerstand. Dabei ließen sich unsere alltäglichen sinnlichen und übersinnlichen Wahrnehmungen nur damit erklären, dass wir uns geistig irgendwohin erstrecken, und zwar mit Hilfe von attention (Aufmerksamkeit) und intention (Absicht). Beide Begriffe leiten sich ab von lat. tendere, hinstreben oder sich hin erstrecken. Hieraus erklärt sich Sheldrake’s Kernbegriff extended mind, d.h. der mind ist nicht im Kopf, sondern er erstreckt sich nach außen. Schließlich sagt jeder: der Baum ist dort drüben, und nicht: der Baum ist ein Hirnbild in meinem Kopf.

Dieses sich letztlich ins Unendliche erstreckende mentale Feld bezeichnet Sheldrake als morphic field. Ein morphic field ist nicht dasselbe wie ein morphogenetic field; letzteres sorgt für die Gestaltgebung (morpho-genese) eines Organismus. Mit dem Begriff morphic field verknüpft sich Sheldrake’s Auffassung mit der Quantenphysik, welche Felder nicht räumlich beschränkt sind und irgendwann einmal ausdünnen wie die elektromagnetischen Felder der klassischen Physik.

Sheldrake fordert eine evidence-based spirituality, eine belegbare Spiritualität. Dazu müsse man Experimente entwerfen, die der tatsächlichen Realität einer parapsychologischen Situation entsprechen, anstatt experimentelle settings von solcher Sterilität und Künstlichkeit vorzugeben, dass sich die zu untersuchenden Erscheinungen beim besten Willen nicht einstellen können. Ein schönes Beispiel dafür gab er mit seiner Versuchsanordnung zur Telefon-Telepathie, wozu er vom Fernsehen eingeladen worden war. Als Versuchspersonen wählte er die miteinander verschwisterten Mitglieder einer in England hoch populären Girl Group der siebziger Jahre, mittlerweile Damen im besten Alter. Nach wie vor verstehen sie sich blendend und wohnen bis zum heutigen Tag nicht allzu weit voneinander entfernt. Im Studio wurde ihnen das Experiment erklärt. Sie erwählten eine der ihren als Anzurufende. Diese Dame fuhr zurück nach Hause in ihre mehrere Kilometer entfernte Wohnung. Die anderen vier blieben im Studio. Sie übernahmen die Rolle der Anruferinnen. Wer dran kam, wurde mit einem Zufallsgenerator bestimmt. So konnte es vorkommen, dass eine Anruferin mehrfach hintereinander dran kam und eine andere vielleicht gar nicht. Aufgabe der zu Hause sitzenden Zielperson war, beim Klingeln zu erspüren. wer die Anruferin am anderen Ende der Leitung sei, und sie mit Namen anzusprechen. Dies gelang in signifikant überzufälligem Ausmaß (entsprechend groß war der Jubel unter den Damen; man sah beide gleichzeitig nebeneinander auf dem Bildschirm).

Kommentar: Zwar spricht Sheldrake von „our mind“, wer aber der Besitzer dieses mind ist und ihn bedient, darüber schweigt er sich aus. Nichtsdestoweniger macht seine Theorie die Beschäftigung von Phänomenen wie etwa der Telepathie möglich. Indem es ins zeitgemäß quantenphysikalische Modell übertragen worden ist, darf man sich ungestraft mit ihr auseinander setzen (allerdings nur, sofern man dabei innerhalb des quantenphysikalischen Modells verbleibt). Literaturhinweis (auch auf Deutsch): Seven Experiments That Could Change The World; Oogs That Know When Their Owners Are Coming Home; The Sense of Being Stared At; The Science Oelusion; Science & Spiritual Practices

Copyright bei Rolf-Ulrich Kramer / rolf-ulrich.kramer@mindwalking.de


::Inhaltsverzeichnis

::Teil 1 – Dr. Rupert Sheldrake, Biologe
::Teil 2 – Prof. Dr. Chris Roe, Parapsychologie
::Teil 3 – Dr. Cassandra Vieten, Psychologie
::Teil 4 – Prof. Dr. Dean Radin, Chief Scientist (Forschungsleiter)
::Teil 5 – Prof. Dr. Stuart Hameroff, Anästhesiologe
::Teil 6 – Dr. Diane Corcoran, Medizin
::Teil 7 – Dr. Penny Sartori, Pflegerin

Datum: Donnerstag, 23. November 2017 18:15
Themengebiet: FGK-Blogroll, Hören + Sehen, Infofelder, Kramer, MindWalking, Para-Phänomene, Psychologie, Veranstaltungen Trackback: Trackback-URL
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