SMNC – Bericht von einer Tagung (2/7)

Scientific Medical Network Conference, BEYOND THE BRAIN
28.-29. 10. 2017, Regent´s Park University, London

Zur Einführung: Das Scientific Medical Network (SMN) ist eine internationale Vereinigung von Wissenschaftlern, die sich einem spirituellen Grundkonzept verpflichtet fühlen. Sie bemühen sich, dieses in den Wissenschaftsgeist unserer Zeit einfliessen zu lassen. Das SMN wurde vor rund 45 Jahren gegründet, als die in jenen Tagen übliche, alles auf die Materie reduzierende Wissenschaftsauffassung durch erste Erlebnissen mit LSD und Tiefenmeditation aufgebrochen wurde. In ihren Anfangsjahren war das SMN sozusagen eine Geheimgesellschaft, denn damals in den 1970er Jahren durfte kein Wissenschaftler the S word (Spirituality) in den Mund nehmen, ohne um seinen Ruf zu fürchten.

Prof. Dr. Chris Roe, Parapsychologie, University of Northampton

Roe befasst sich mit Parapsychologie, paranormalen Erlebnissen wie Psychokmese und außersinnlicher Wahrnehmung, Bewusstsein, Spiritualität und Gesundheit, all dies in Abgleichung mit den Neurowissenschaften. Wichtig sei, die Expenmente so zu gestalten, dass sich die zu untersuchenden Phänomene tatsächlich zeigen können, statt die Versuchspersonen über situationsfremde settings befangen zu machen, die Phänomene damit abzuwürgen und anschließend zu erklären, das sei alles Unsinn.

Roe’s erfrischender Vortrag wirkt, als werde hier keine akademische Fremdelei mehr getrieben wie früher einmal, sondern als sei echtes Interesse gegeben. Zwar ist der klare wissenschaftliche Beleg einer Hypothese nach wie vor von größter Bedeutung, nur hat sich die Bereitschaft zur Öffnung für das, was früher ein „Spuk“ genannt worden wäre, bedeutend erweitert.

Interessant im Zusammenhang mit MindWalking war ein von ihm vorgestelltes Experiment zur Präkognition (Vorauswissen). Die Probanden schauten auf einen leeren Computerbildschirm. Dann wählte der Computer nach einem Zufallsmuster Bilder aus. Anschließend wurde das Bild gezeigt. Mit überzufälliger Häufigkeit hatten die Probanden das Bild vorausgeahnt. Sie waren mit zwei Fingerelektroden an ein GSR angeschlossen (Galvanic Skin Response meter). Es zeigten sich bereits Ausschläge am GSR, noch bevor der Computer das Bild überhaupt gewählt hatte.

ln der Pause sprach ich Roe darauf an und sagte ihm, auch bei MindWalking hätten es die Sitzungsleiter mit Vorauswissen und Vorahnung zu tun, und auch bei uns zeige sich der Ausschlag am mindwalker (auch er ein GSR) immer früher als das Bild, oft Stunden früher. Das fand Roe interessant und lud mich ein, im Gespräch zu bleiben. Was mich verblüffte, denn weil ich kein Akademiker bin (d.h. weder Doktor noch Professor), wäre das früher ein glattes Ausschlusskriterium gewesen. Indessen versicherte mir Roe, er greife gerne auf gut dokumentierte Erfahrungen zurück, egal wer sie gemacht habe. Wir werden also im Gespräch bleiben.

In einem Pausengespräch mit einem Neurologen erfuhr ich, dass die oben beschriebene Erscheinung des Vorauswissens von Liebhabern der Quantenphysik nicht als Präkognition, sondern als retro causation interpretiert wird, d. h. als Rückwirkung der Zukunft auf die Gegenwart. Dies deswegen, weil nach Auffassung der Quantenphysik die Zeit als sowohl vorwärts wie auch rückwärts laufend betrachtet wird. Im American Institute of Physics, AIP, sei hierzu ein Aufsehen erregendes Experiment gemacht worden (AIP Proceedings Number 1841). 30 Probanden zeichneten auf einem Blatt Papier das Bild auf, von dem sie erahnten, dass es drei Tage später auf Seite 3 eines Boulevardblattes gebracht werden würde (die für populäre Sensationsbilder reservierte Seite). Es ergaben sich überzufällige Treffer.

Ich fragte meinen von der retro causation faszinierten Gesprächspartner, wer oder was es denn wohl gewesen sein mochte, der dieses Bild in die Zukunft hinein projiziert habe. wann und auf welche Weise, damit man es sowohl schon jetzt erkennen könne, wie auch, dass es auf die Zeitungsredakteure mit entsprechender Macht wirken würde, um in der Zeitung gedruckt zu werden. Meine diesbezügliche Frage blieb in der Luft hängen. Das vermochte er nicht zu beantworten.

Copyright bei Rolf-Ulrich Kramer / rolf-ulrich.kramer@mindwalking.de


::Inhaltsverzeichnis

::Teil 1 – Dr. Rupert Sheldrake, Biologe
::Teil 2 – Prof. Dr. Chris Roe, Parapsychologie
::Teil 3 – Dr. Cassandra Vieten, Psychologie
::Teil 4 – Prof. Dr. Dean Radin, Chief Scientist (Forschungsleiter)
::Teil 5 – Prof. Dr. Stuart Hameroff, Anästhesiologe
::Teil 6 – Dr. Diane Corcoran, Medizin
::Teil 7 – Dr. Penny Sartori, Pflegerin

Datum: Freitag, 24. November 2017 17:30
Themengebiet: FGK-Blogroll, Hören + Sehen, Infofelder, Kramer, MindWalking, Para-Phänomene, Psychologie, Spirituelles, Veranstaltungen Trackback: Trackback-URL
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