SMNC – Bericht von einer Tagung (3/7)

Scientific Medical Network Conference, BEYOND THE BRAIN
28.-29. 10. 2017, Regent´s Park University, London

Zur Einführung: Das Scientific Medical Network (SMN) ist eine internationale Vereinigung von Wissenschaftlern, die sich einem spirituellen Grundkonzept verpflichtet fühlen. Sie bemühen sich, dieses in den Wissenschaftsgeist unserer Zeit einfliessen zu lassen. Das SMN wurde vor rund 45 Jahren gegründet, als die in jenen Tagen übliche, alles auf die Materie reduzierende Wissenschaftsauffassung durch erste Erlebnissen mit LSD und Tiefenmeditation aufgebrochen wurde. In ihren Anfangsjahren war das SMN sozusagen eine Geheimgesellschaft, denn damals in den 1970er Jahren durfte kein Wissenschaftler the S word (Spirituality) in den Mund nehmen, ohne um seinen Ruf zu fürchten.

Dr. Cassandra Vieten, Psychologie, Institute of Noetic Sciences (IONS).

Zur Einführung: Das IONS wurde in den achtziger Jahren in Kalifornien von Dr. Edgar Mitchell gegründet, einem der ersten Astronauten, der seinen Fuß auf den Mond setzte. Sein Raumfahrterlebnis bewirkte bei ihm eine gewaltige geistige Erweiterung, und er beschloss, den Rest seines Lebens der diesbezüglichen Forschung zu widmen. Der Begriff Noetic Sciences im Name seines Instituts ließe sich übersetzen als „Bewusstseinswissenschaft“ (von gr. nous, der Geist).

Bei der ersten Beyond the Brain Conference, 1995 an der Universität Cambridge, bot ich Mitchell an, mithilfe von MindWalking mehr über die Impulse herauszufinden, derer er als Astronaut teilhaftig geworden war, doch leider bestritt er rundweg eine solche Möglichkeit. Er wisse um die Begrenztheit von therapeutischen Gesprächen. Es gelang mir nicht, ihm zu vermitteln. dass wir bei MindWalking eine ganz andere Gesprächsform benutzen.

Nun zu Dr. Vieten’s Vortrag: Sie konzentrierte sich in ihrer Präsentation auf die klinische Anwendung von künstlicher Intelligenz (AI, artificial intelligence) und virtueller Realität (VR) in Form von VR-Brillen. Beides wird im IONS intensiv erforscht.

Es wurde ein Film von einem Schwerstbehinderten gezeigt, der zwar denkfähig, jedoch – abgesehen von wenigen Worten – nicht der Sprache mächtig war. Man setzte ihm eine VR-Brille auf; er bekam Unterwasserszenen und Eindrücke von fernen Ländern gezeigt. Die Eindrücke waren so mächtig, dass sich der junge Mann vor Begeisterung kaum zu halten wusste; er wand sich im Rollstuhl und stieß gurgelnde Laute aus. Offenbar bewirkt eine VR-Brille weit mehr als ein gewöhnlicher Fernsehbildschirm. Die ebenfalls im Film zu sehende Therapeutin zeigte sich beglückt von der viel versprechenden Aussicht auf die consciousness expansion für solche Patienten.

Im Hinblick auf VR sei da jedoch noch weit mehr im Programm, verkündete Dr. Vieten. Manchen Menschen se1 es nämlich schier unmöglich, in den gewünschten meditativen Zustand der mindfulness zu geraten, der sich ja – wie mittlerweile wissenschaftlich erwiesen – segensreich auf einige psychische und physiologische Krankheitsbilder auswirke. Da sei VR die Hilfe in der Not. Gerade sei man dabei, Probanden mithilfe von VR-Brillen eine Rückmeldung über ihren Atemvorgang zu geben, indem man das Ein- bzw. Ausatmen an Bildern von sprudelnden Quellen oder aufsteigenden Blubberblasen koppele. Weiterhin arbeite man daran, die Lichterlebnisse im Verlauf eines Nahtod-Erlebnisses mithilfe von 360° rundum-VR zu simulieren.

Von besonderem Interesse bei der Meditationsunterstützung sei die Entwicklung von Robotern. Roboter seien aus unserer modernen Welt nicht mehr weg zu denken, sei es als Fertigungsroboter der Industrie oder automatische Rasenmäher. Chirurgische Operationsroboter seien im Kommen. In einem Video wurde die Unterstützung von Meditation durch Roboter-Einsatz veranschaulicht. Ein Meditationslehrer gab einem Schüler Anleitungen zum Erlangen der inneren Ruhe. Der Schüler war ein junger Mann. der Lehrer ein Roboter in Gestalt einer schlanken, weiblichen Schaufensterpuppe, ausgestattet mit einem sich öffnenden und schließenden Mund, auf- und zuklappenden Augenlidern, einer suggestiv beruhigenden Stimme und einer Gummihaut auf der sich eine begrenzte Mimik abzeichnete.

Beim Geben seiner Meditationsanweisungen („Du fühlst jetzt dein Gesicht, dein Gesicht ist ganz entspannt“), und auch wenn sie gerade mal nichts sagte, tat die Frau Roboter ständig irgendetwas – hob die Augenbrauen, klapperte mit den Lidern, öffnete den Mund leicht und schloss ihn wieder-, um auf diese Weise lebendig zu wirken. Auf mich persönlich wirkte das irritierend; dessen ungeachtet war der Schüler restlos begeistert (siehe das Bild im Tagungsbericht (7/7). Die Roboterdame sieht aus wie die Zwillingsschwester, der im IONS verwendeten.)

So sehr Dr. Vieten um die gegenwärtig noch existierende Begrenztheit von AI-Robotern weiß, ist sie doch davon überzeugt, dass der Tag nicht fern sei, da es gelingen wir, Liebe und Mitgefühl in einen Roboter zu programmieren. Roboter seien schließlich die idealen Begleiter bei Therapie und Meditation, weil sie nicht nur ungeheuer intelligent seien, sondern außerdem keinerlei emotionale Behinderung durch persönliche traumatische Erlebnisse hätten. Das würde es ihnen leicht machen, auf beliebige zwischenmenschliche Situationen unbefangen zu reagieren.

Copyright bei Rolf-Ulrich Kramer / rolf-ulrich.kramer@mindwalking.de


::Inhaltsverzeichnis

::Teil 1 – Dr. Rupert Sheldrake, Biologe
::Teil 2 – Prof. Dr. Chris Roe, Parapsychologie
::Teil 3 – Dr. Cassandra Vieten, Psychologie
::Teil 4 – Prof. Dr. Dean Radin, Chief Scientist (Forschungsleiter)
::Teil 5 – Prof. Dr. Stuart Hameroff, Anästhesiologe
::Teil 6 – Dr. Diane Corcoran, Medizin
::Teil 7 – Dr. Penny Sartori, Pflegerin

Datum: Samstag, 25. November 2017 9:00
Themengebiet: FGK, FGK-Blogroll, Hören + Sehen, Infofelder, Kramer, Para-Phänomene, Psychologie, Reinkarnation, Spirituelles, Veranstaltungen Trackback: Trackback-URL
Feed zum Beitrag: RSS 2.0 Diesen Artikel kommentieren

Kommentar abgeben