SMNC – Bericht von einer Tagung (7/7)

Scientific Medical Network Conference, BEYOND THE BRAIN
28.-29. 10. 2017, Regent´s Park University, London

Zur Einführung: Das Scientific Medical Network (SMN) ist eine internationale Vereinigung von Wissenschaftlern, die sich einem spirituellen Grundkonzept verpflichtet fühlen. Sie bemühen sich, dieses in den Wissenschaftsgeist unserer Zeit einfliessen zu lassen. Das SMN wurde vor rund 45 Jahren gegründet, als die in jenen Tagen übliche, alles auf die Materie reduzierende Wissenschaftsauffassung durch erste Erlebnissen mit LSD und Tiefenmeditation aufgebrochen wurde. In ihren Anfangsjahren war das SMN sozusagen eine Geheimgesellschaft, denn damals in den 1970er Jahren durfte kein Wissenschaftler the S word (Spirituality) in den Mund nehmen, ohne um seinen Ruf zu fürchten.

Dr. Penny Sartori, Pflegerin

Nach 21 Jahren Dienst in der Notaufnahme hat Sartori alle Varianten des Sterbens miterlebt, darunter auch das NTE-Phänomen. Sie konnte feststellen, dass ein NTE nicht nur, wie ursprünglich bei seiner Entdeckung beobachtet, beim Herzstillstand auftritt, sondern auch schon bei schwerer Traumatisierung und sogar lebenserschütternden psychischen Schocks. Über ihre Bekanntschaft mit dem Präsidenten des Scientific Medical Network, Dr. Peter Fenwick, der als Arzt und Psychiater die psychischen Erscheinungen des Sterbens erforscht, wurde sie dazu eingeladen, über ihre Erfahrungen eine Doktorarbeit zu schreiben.

Mittlerweile gäbe es eine Liste von 15 anerkannten NTE-Merkmalen, an denen sich der klinische Diagnostiker orientieren kann. Das sei deswegen wichtig, damit der betreffende Patient nicht in die gleiche Schublade geschoben w1rd wie ein Halluzinierender oder ein Psychotiker, denn dann würde er völlig falsch behandelt werden.

Sartori betont, das ein NTE wegen seiner unspezifischen Auslöser und häufig nicht erkannten Begleiterscheinungen in vielen Fällen im Verborgenen bleibt was zu dramatischer Lebensverschlechterung führen könne. So etwa käme es nach einem NTE häufig zur Ehekrisen bis hin zur Scheidung, we1l der eine Ehepartner die geistige Wandlung des anderen nicht nachvollziehen kann. Das Hauptmerkmal dieser Wandlung sei d1e Ste1gerung von Liebe und Mitgefühl. So etwa könnte ein vormaliger Fleischesser zum Vegetarier werden, oder er aus Achtung für die Pflanze die Hecke nicht mehr schneiden, oder sein gesamtes Monatseinkommen einer sozialen Hilfsorganisation spenden, oder sich bei anstehenden Zukunftsentscheidungen „Hilfe von oben“ holen, statt „normal“ nachzudenken. Familienmitglieder und Freunde können das verständlicherweise nur schwer begreifen.

Welche Wandlungskraft in einem NTE stecken kann, erlebte Sartori im folgenden Fall: eine Frau, Australierin, erl1tt einen schweren Unfall, be1 dem ihre beiden Beine praktisch funktionsunfähig wurden. Die Ärzte rieten zur Amputation, es gäbe keine andere Hilfe. Die Patientin lehnte ab – weil sie während des Unfalls über ihrem Körper schwebend in Kontakt mit einem Wesen geriet und dessen Stimme hörte. Es sei ihr freigestellt, so hörte sie, ob sie oben bleiben oder wieder hinunter gehen wollte, doch sie möge gewarnt sein: sie würde wieder gehen zu lernen haben und es würde nicht leicht für sie werden. Die Patientin entschied sich für eine Rückkehr in ihren Körper. Sie erwachte in der Notaufnahme und erkannte ihre um das Krankenbett herum gescharte Familie nicht Sie musste alles neu erlernen, auch das Gehen – denn wundersamer Weise heilten ihre Beine aus. Sie wurde zur Langstreckengeherin; sie gewann Medaillen. Dies steigerte sich bis dahin, das sie die 650 Meilen von Sydney nach Melbourne in acht Tagen ohne Schlaf (!) durchmarschierte. Gefragt, wie sie das geschafft habe, antwortete sie: Ich habe mich auf „die Stimme“ eingestellt, die Stimme, die mir sagt: Du hast die Kraft.

Laut Corcoran ist die Kehrseite der Medaille, dass es zumindest in den USA mittlerweile zum guten Ton gehört, ein NT gehabt zu haben. Jeder Schauspieler, der etwas auf sich hält, erwähnt neuestens ganz nebenher „sein NT“. Wie ich in London selbst sah, finden sich in den entsprechenden esoterischen Szenemagazinen Anzeigen von Life Coaches, die ihre Glaubwürdigkeit mit Verweis auf „ich hatte zwei NTE“ unter Beweis zu stellen suchen.

David Lorimer, Program Director des Scientific Medical Nework

ln seiner Abschlussrede sagte Lorimer die verbindlichen Worte: There is a universal mind, and we are the expressions of it. Which leads us over to an ethical interconnectedness. Doch ließ auch er offen, wessen mind das wohl sein mag.
(David ist übrigens Verfasser der beiden Rezensionen zu Unbounded!, Bd. 1 und 2. der Übersetzung des MindWalking-Buchs ins Englische: nachzulesen bei Amazon.com oder Amazon.co.uk unter Book Reviews.

Copyright bei Rolf-Ulrich Kramer / rolf-ulrich.kramer@mindwalking.de


::Inhaltsverzeichnis

::Teil 1 – Dr. Rupert Sheldrake, Biologe
::Teil 2 – Prof. Dr. Chris Roe, Parapsychologie
::Teil 3 – Dr. Cassandra Vieten, Psychologie
::Teil 4 – Prof. Dr. Dean Radin, Chief Scientist (Forschungsleiter)
::Teil 5 – Prof. Dr. Stuart Hameroff, Anästhesiologe
::Teil 6 – Dr. Diane Corcoran, Medizin
::Teil 7 – Dr. Penny Sartori, Pflegerin

Datum: Donnerstag, 30. November 2017 17:14
Themengebiet: FGK, FGK-Blogroll, Hören + Sehen, Infofelder, Kramer, MindWalking, Para-Phänomene, Psychologie, Reinkarnation, Spirituelles, Veranstaltungen Trackback: Trackback-URL
Feed zum Beitrag: RSS 2.0 Diesen Artikel kommentieren

Kommentar abgeben