Geschichte in Wellenbewegungen

Geschichte vollzieht sich in großen Zeiträumen, im Wechsel von Neubildung, Stagnation und Zerstörung. Diese Ideen gab es in der Philsophie, in der Alchemie, in Indien.
Europäische Philosophie – Dialektik: These, Antithese, Synthese
Alchemie – Tria Prinzipia: Merkurius, Sulphur, Sal
Advaita Vedanta – Gunas: Satva, Rajas, Tamas
Dieser Prozess bewirkt eine Schwingung, eine Wellenbewegung und somit den Fortschritt.

Geschichte

Gezeigt am Beispiel der Entwicklung seit der französischen Revolution und deren Nachwirkungen in Deutschland.
Der Zeitraum P = 160 Jahre, von 1789 bis 1949 teilt sich in drei Abschnitte.
1. Abschnitt beträgt 1/3 P 1789 bis 1842
2. Abschnitt beträgt 1/2 P 1842 bis 1922
3. Abschnitt beträgt 1/6 P 1922 bis 1949

Die Perioden verhalten sich grob harmonisch und jeder dieser Abschnitte bewegt sich dialektisch vorwärts.Ein grober Fehler besteht darin, Geschichte als kurzfristigen Prozess sehen zu wollen. Es gibt unendlich viele solcher Wellenbewegungen, die alle ineinander greifen. Sogar das Wettergeschehen bewegt sich in diesem Wechsel (Elisabeth Haich). Auf schönes Wetter (Satva), folgt Tamas, Dumpfheit, Stagnation, drückende Schwüle. Diese Stagnation fordert Rajas, das Feuer der Veränderung. Es gibt ein Gewitter. Danach folgt wieder Satva. Diese Dialektik ist jedoch eingebunden in eine Entwicklung. Anders gesagt folgt Entwicklung diesem Dreischritt.
Es ist zeugt von Unkenntnis dieses Prozesses, wenn etwa New Age Bewegungen oder gut gemeinte Heilsverkünder von einer dauerhaften Harmonisierung sprechen oder dies Fordern. Der geschichtliche Prozess wie auch der Naturprozess und auch der Mensch steht in dieser Dialektik. Nichts kann ohne diese Dialektik zur Entfaltung kommen.
Eine Phase des harmonischen Fortschritts entspringt stets einer Grundidee. Diese Idee ist nach einer bestimmten Zeit überholt und nicht mehr zeitgemäß. So entsteht Stagnation. Krisen sind Zeichen einer Wandlung und des Fortschritts. Sie sind notwendig, um Fehlentwicklungen zu korrigieren. Nach meiner Ansicht lässt sich dieser Prozess weder aufhalten noch beschleunigen. Man kann die Natur in ihrem Wirken lediglich beobachten. Alles ist wie es sich entwickelt notwendig und folgerichtig.
Was kann man tun?
Jeder Mensch ist Teil des Weltganzen. Die Tatsache, dass ein Mensch mit der Entwicklung des Ausschnitts, den er überblickt nicht mehr einverstanden ist, weist ihn alleine schon als Teil eines beginnenden Wandels aus. Nun ist der Mensch aber nicht nur als denkender Mensch Teil der Welt, sondern als ganzer Mensch mit seiner ganzen Persönlichkeit. Nur eine solche als Ganzheit begriffene Person ist Teil des Weltganzen. Er trägt also nicht nur durch eine gelungene Meditation dazu bei, wie sich die Welt weiterbewegt, sondern mit all seinem Tun, denken und empfinden. Daher kann eine Änderung der Welt als Ganzes nur durch die Änderung des Menschen als Ganzheit entstehen. Eine solche Änderung geschieht nur durch Erfahrung und Erfahrung braucht die gebotene Zeit, wie man an den großen Zeitperioden ablesen kann.

W. Limbrunner
http://bewusstsein.xobor.de/

Datum: Freitag, 1. Dezember 2017 12:38
Themengebiet: FGK, FGK-Blogroll, Geschichte, Infofelder, Limbrunner, Philosophie Trackback: Trackback-URL
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