20.10. „Nag Hammadi und die Archonten“

Vom 19.-21. Oktober findet der FGK HERBST-KONGRESS 2018 im „Kasseler Hof“ in Zierenberg bei Kassel statt.
JoachimKochJoachim Koch ist einer der Referenten am 20. Oktober. Sein Thema lautet: „Nag Hammadi und die Archonten“
Im Dezember 1945 wurden bei Nag Hammadi in Oberägypten dreizehn Kodizes in koptischer Sprache gefunden, die 51 Schriften in unterschiedlichem Erhaltungszustand enthalten. Diese größtenteils gnostischen Schriften sind Übersetzungen aus der griechischen Sprache und stammen aus dem ersten bis vierten Jahrhundert nach Christus. Sie bereichern unsere Kenntnis der frühen Kirche ungemein, stellen viele bisherige Annahmen in Frage und sind überhaupt der bedeutendste Fund gnostischer Texte im 20. Jahrhundert. Sie stehen hinter den etwa zur gleichen Zeit gefundenen Qumran-Rollen in keiner Weise an Bedeutung zurück, wurden aber, bedingt durch unglückliche Umstände, erst 1977 in einer englischen Gesamtübersetzung der breiteren Öffentlichkeit bekannt.
Die Nag-Hammadi-Bibliothek wirft ein neues Licht auf das Verhältnis von „Rechtgläubigkeit und Ketzerei“ im frühen Christentum. Die meisten Verfasser der Nag-Hammadi-Schriften wurden als Ketzer gebrandmarkt und aus dem kirchlichen und gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen. Oft sind sie zu Opfern entstellender Polemik seitens der rechtgläubigen „Kirchenväter“ geworden. In den gnostischen Nag-Hammadi-Schriften dürfen die Verfasser endlich selbst reden und geben einen unverstellten Einblick in ihre Mythologie und Frömmigkeit.
Diese Dokumente gnostischer Religiosität spiegeln die Vielfalt und den religiösen Reichtum der antiken Gnosis wider. Sie gehören unterschiedlichen gnostischen Schulen an, z.T. sind sie christlich, z.T. zeugen sie von einer außer- bzw. vorchristlichen Gnosis und beinhalten die verschiedensten literarischen Formen, wie etwa Gebete, Briefe, Apostelakten, Apokalypsen, Berichte von Himmelfahrten, theol. Abhandlungen, Dialoge, Hymnen und interpretierende Nacherzählungen der Urgeschichte.
Leider haben in jüngster Zeit bekannte Autoren einen Aspekt aus der Kosmogonie der Nag-Hammadi-Schriften herausgegriffen und ihn total verfälscht wiedergegeben: den der sog. „Archonten“. Das sind mythische Wesenheiten, die zwischen den obersten Himmeln und den unteren Sphären anzusiedeln sind, die die Menschen erschaffen halfen und die versuchen, die ihnen verliehene Macht aufrecht zu erhalten. Es finden sich Anklänge an den Mythus der sumerischen Annunaki, wahrscheinlich ist es ein Nachhall früherer sumerischer, babylonischer und ägyptischer Kosmogonien.
Für die oft hineingeheimsten Invasionen archontischer Außerirdischer gibt es nirgendwo einen Hinweis in den Schriften, für eine sogar „virale Invasion“ 3600 v. Chr. in die Menschheit hinein gibt es in dem „Apokryphon des Johannes“, das oft als „Beleg“ herbeigezerrt wird, nicht eine Zeile, die davon spricht. Es wurde u.a. auch allen Ernstes behauptet, Archonten seien „intrapsychische Verstandesparasiten“ – was immer diese aberwitzige Wortschöpfung auch bedeuten mag.
Als vorläufiges Fazit einer nüchternen Betrachtung der Nag-Hammadi-Schriften kann gelten, dass Archonten ausschließlich zur gnostischen Glaubensvorstellung von der Entstehung des Kosmos, der Erde und der Menschen in der Zeit von vor 2000 Jahren gehören. Sie zu sog. „Außerirdischen“ oder gar „Grauen“ zu machen, die uns beherrschen und uns irreleitende Realitäten vorspiegeln, ist schlicht grober Unfug.
Im Anschluß an seinen Vortrag nimmt sich der Referent noch Zeit und beantwortet gerne Fragen.

::Der Referent – Joachim Koch, Jahrgang 1949, lebt im brandenburgischen Brieselang, ist Facharzt für Chirurgie und befindet sich jetzt im Ruhestand. Er zählte sich zu den Mitbegründern der Bruno-H.-Bürgel-Volkssternwarte in Berlin-Spandau, war Redakteur der astro Zeitschrift „Space“ in den 80er Jahren und widmete sich seit 1990 der Kornkreisforschung, zusammen mit seinem verstorbenen Freund Hans-Jürgen Kyborg. Darüber sind zwei Bücher erschienen : „Die Antwort des Orion“ und „Vernetzte Welten“. Joachim Koch beschäftigte sich zuletzt mit vielen anderen Bereichen der Grenzwissenschaften, publizierte diese und hielt Vorträge, zuletzt zum Thema „Menschheit 2.0“. Im Jahr 2017 war er Initiator des Earth Peace Project (EPP) in Zusammenarbeit mit dem Global Consciousness Project (GCP) und unserem FGK.

Joachim Koch kann über seine Website kochkyborg.de kontaktiert werden.

::Vortrag von Joachim Koch – 20. Oktober 2018 von 11:45-13:15 Uhr.
::Informationen zum weiteren Programmfgk.org

Datum: Donnerstag, 18. Oktober 2018 21:16
Themengebiet: FGK, FGK KONGRESS, FGK-Blogroll, Koch, Veranstaltungen Trackback: Trackback-URL
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