Richard Long: „Heaven and Earth“

Geomantie = Arbeit im und mit dem Energiefeld der Erde.
In diesem Sinne sind auch Kunst, Architektur, Landschaftsgestaltung, Heilung am Menschen etc. eine Arbeit in diesem Energiefeld.
richard.jpgDer 1946 in Bristol geborene britische Land-Art-Künstler Richard Long (Foto: R. Long©) ist zum ersten Mal seit 18 Jahren wieder mit einer Ausstellung in London zu sehen. Vom 3. Juni – 6. September 2009 hat die Tate Gallery of British Art, täglich von 10 bis 17.50 Uhr die Pforten geöffnet.
In der Austellung „Heaven and Earth“ präsentiert Richard Long 80 seiner Werke. Mit neuen Foto- und Text-Arbeiten dokumentiert er seine künstlerischen Wanderungen rund um die Welt. Eine große Auswahl an Büchern, Postkarten und anderen Drucksachen komplettieren die Ausstellung.
ireland2005.jpg(Steinkreis in Irland, 2005, R. Long©)
Richard Longs Arbeiten leben von seiner Liebe zur Natur und seinen stillen Beobachtungen der Landschaft. Er wurde bekannt durch seine Wanderungen in England, in Irland, im Himalaja, in den weiten Ebenen Kanadas, der Mongolei, Boliviens und der Sahara. Ähnlich wie der schottische Land-Art-Künstler Andy Goldsworthy arrangiert er bei seinen Wanderungen geometrische Skulpturen aus vorgefundenen Materialien. Insbesondere Steinkreise kehren häufig in seinen Werken wieder. Er untersucht die Beziehungen zwischen Zeit, Entfernung, Geographie, Messungen und Bewegungen. Seine Arbeiten sind keine monumentalen Eingriffe ins Erdreich, sie sind auf den erste Blick unspektakulär, bleiben eingebettet in die sie umgebende Landschaft.
braga.jpg(Kreis bei Braga/Alcobendas, Spanien, 1999, R. Long©)
Bei seinen Wanderungen, erkundet er unbewohnte Gegenden, markiert seine abgelaufenen Strecken und sammelt Holzstöcke, Steine oder andere Naturgegenstände. Dabei läuft er meist geometrische Figuren ab, zum Beispiel eine zuvor in eine Landkarte eingetragene Linie oder einen Kreis. Er kennzeichnet die zurückgelegte Route durch eine Zeichnung auf der Erdoberfläche oder setzt aus Steinen Wegmale. An anderen Stellen hinterlässt er Zeichen in der Landschaft, indem er Steine zu Grundformen anordnet: zu einem Kreis, einer Spirale oder einem Rechteck. So unterlegt er der chaotisch erscheinenden Natur ein Ordnungsprinzip, das er für die Anordnung von Stöcken und Steinen in den Galerieräumen übernimmt.
india.jpg(Kreis in einem Reisfeld in Indien, 2003, R. Long©)
Seine Wanderungen dokumentiert er durch Fotos und fasst sie zu Büchern zusammen, auch Texte und Landkarten stellt er aus: „Eine Skulptur, eine Landkarte, ein Text, eine Fotografie; alle Formen meiner Arbeit sind gleichwertig und ergänzen sich.“ Longs Dokumentationen haben auch den Sinn, der Vergänglichkeit zu trotzen, weil die Werke Longs selten auf Dauer, sondern vielmehr auf begrenzte Zeit angelegt sind, weil sie sich mit dem Kommen und Gehen der Jahreszeiten auflösen und wieder in die Landschaft zurückkehren.
Dauerhafter sind da die Wandarbeiten, die Long an den weißen Wänden der Galerien und Museen meist aus Schlamm des River Avon entstehen lässt: Linien und Kreise, die mit schlammigen Händen auf die Wandfläche aufgetragen werden und die Handabdrücke des Künstlers zeigen (z.B. „Kilkenny Circles“, 1984).
berlin.jpg(Berlin-Kreis, „Hamburger Bahnhof“, Berlin, 1996, R. Long©)
Land-Art, ist die Bezeichnung für eine in den 70er Jahren vor allem in den USA entwickelte Kunstrichtung. Die den Menschen umgebende Landschaft, sei es Wiese, Wald, Gebirge, Wüste, wird zum Gegenstand, zum Arbeitsfeld des Künstlers. An die Stelle des zu behauenden Steines oder der zu bemalenden Leinwand tritt die Natur in Ihrer Gesamtheit, die durch raumgreifende Eingriffe des Künstlers verändert wird. Die Künstler, die das unmittelbare Naturerleben suchen, markieren die Landschaft durch meist vergängliche Zeichen: durch das Errichten von Stangen, das Aufstellen von Zäunen, das Auslegen und Aufschichten von Platten und Steinen, das Anordnen von pflanzlichen Fundstücken, das Ausheben von Gräben und das Aufwerfen von Dämmen mittels Baggern und Bulldozern.
schiefer.jpg(Das Schiefer-Kreuz hinter der schottischen Nationalgalerie in Edinburgh, 2007, R. Long©)
Das so „plastisch“ bearbeitete Gelände wird neu und im Laufe der Zeit auch immer wieder anders erfahren, denn die Gestaltung ist nicht alleine vom Künstler abhängig, sondern auch von den Gegebenheiten der Natur. Witterungseinflüsse wie Regen, Sonne, Wind oder Frost verändern für den Augenblick oder auf Dauer das vom Künstler Gestaltete und zerstören es schließlich. Die in die Natur gesetzten Zeichen sind vornehmlich in Wüsten, Gebirgen, auf ausgetrockneten Seen, Moorgebieten, in einsamen Gegenden oder an schwer zugänglichen Küstenregionen errichtet. Dort kann der Mensch in der Weite und Einsamkeit der Landschaft frei von zivilisatorischen Zwängen neue Erfahrungen in und mit der Natur erleben.
„Jeder Fußabdruck, jedes Symbol in der Landschaft hinterlässt nicht immer sichtbare, aber sehr oft radiästhetisch messbare Spuren.“ Frank Peters
Informationen zu Richard Long: Webseite
Informationen zur Ausstellung in der Tate Gallery of British Art, London: Tate Gallery, Millbank, London SW1P 4RG
3. Juni – 6. September 2009 – täglich von 10 bis 17.50 Uhr


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Datum: Sonntag, 15. März 2009 13:26
Themengebiet: FGK, FGK-Blogroll, Geomantie, Peters, Spirituelles Trackback: Trackback-URL
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