Artefakt oder physikalisches Phänomen?

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Der NASA-Satellit SOHO sendet am 26. Oktober 2009 höchst ungewöhnliche Bilder.
Seit über 10 Jahren sendet die Raumsonde SOHO (Solar and Heliospheric Observatory), die der Beobachtung der Sonne dient, Messdaten von der Sonne zur Erde. Diese werden von der NASA u.a. in Form von Bildern ins Internet gestellt und sind für jeden zugänglich: sohowww.nascom.nasa.gov
Es handelt sich hierbei um insgesamt acht unterschiedlich gefilterte Aufnahmen:
EIT (Extreme Ultraviolet Imaging Telescope) hat die Aufgabe, die Sonne im extremen UV zu beobachten; es werden vier Wellenlängen abgedeckt,
MDI (Michelson Doppler Imager) Continuum und Magnetogramm zeigen die magnetischen Felder der Sonne,
LASCO C2 und C3 (Large Angle Spectroscopic Coronagraph) zeigen die Sonnenkorona, den äußeren Teil der Sonnenatmosphäre; hierfür wird der Bereich der Sonne großflächig mit einer Scheibe abgedeckt, die Position der Sonne wird durch einen weißen Kreis dargestellt. Es lassen sich auf diese Weise Sonnenstürme und Eruptionen sehr gut beobachten.
Der Autor und Biophysiker Dr. Dieter Broers machte bereits in seinem Buch „Transformation der Erde“ (ist unter dem Pseudonym Morpheus erschienen) darauf aufmerksam, dass auf einigen Aufnahmen von SOHO, Ereignisse zu sehen sind, die man sich nur schwer vorstellen bzw. erklären kann. Es handelt sich hierbei um verschiedene Objekte und Anomalien, die über die Jahre hinweg immer wieder auftauchen. Dass das keine Hirngespinste sind, davon kann sich jeder selbst überzeugen, in dem er die Bilder einfach aus dem NASA-Archiv abruft. Beispiele werden unten mit entsprechendem Datum und dem jeweiligen Teleskop aufgeführt.
Um nun zum aktuellen Anlass zu kommen:
Am 26. Oktober 2009
führte die NASA ein 360°-Drehmanöver durch, welches schon Tage zuvor auf der Webseite angekündigt wurde. Dort hieß es, die Bilder würden während dieser Zeit (über mehrere Stunden) auch gedreht erscheinen. Was sich dem Besucher allerdings zur Zeit des Manövers auf den beiden LASCO-Teleskopbildern darbot, übertraf alle bisherigen Anomalien. Eine passende Beschreibung hierfür zu finden ist nicht so einfach. Man könnte sagen, dass zu beiden Seiten der Sonne große, helle trichterförmige Strahlen austraten, die das ganze Bild ausfüllten. Jeder sollte sich am besten selbst einen Eindruck verschaffen und die Bilder auf der SOHO-Webseite ansehen.

Hier sind einige der aussergewöhnlichen Bilder vom 26.10.2009
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Bilder von LASCO C2 um 15:04 – 19:08 und 20:38 Uhr.
Zum Vergrößern bitte die Bilder anklicken!

(jeweils links: der „Normalzustand“ vor dem Beginn der Anormalitäten)

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Bilder von LASCO C3 um 14:18 – 16:06 und 16:55 Uhr.

Für alle, die die Daten auf der Webseite selbst einmal nachvollziehen wollen, hier eine kurze Anleitung:
1. Gehen Sie auf die Webseite des SOHO-Archivs:
2. Geben Sie bei „Start and End Dates“ in das erste Feld das Datum 2009-10-26 ein.
3. Wählen Sie durch Anklicken den „Image Type“ LASCO C2 oder LASCO C3 (die Anomalie ist auf beiden zu sehen).
4. Wählen Sie nun in dem Feld Display „Images“ und klicken Sie dann auf „Search“ oder drücken Sie die Entertaste!
Die Frage, die sich Ihnen beim Anblick der Bilder stellt, wird vermutlich die gleiche sein, wie in der Überschrift dieses Artikels zu lesen ist: Handelt es sich bei der Anomalie um ein Artefakt, einen Effekt, der durch das Drehmanöver der Raumsonde entstanden ist oder ist dies ein reales physikalisches Phänomen? Für letzteres spricht, dass die Sterne im Hintergrund nicht davon betroffen sind. Sonderbar ist allerdings, dass sich die Anomalie genau in dem zeitlichen Rahmen des Manövers ereignet hat.
Interessant wäre es zu erfahren, ob bei früheren Drehmanövern auch Anomalien aufgetreten sind. Allerdings berichten Menschen, die schon seit Jahren die SOHO-Aufnahmen regelmäßig beobachten, dass es so etwas noch nie gegeben hat.
Da Sie nun schon einmal den Weg ins SOHO-Archiv gefunden haben, werden im Anschluss „Aufnahmen der besonderen Art“ älteren und jüngeren Datums aufgelistet, die Sie nun wie oben beschrieben abrufen können. Kommentare, Anregungen und Fragen sind erwünscht! Viele Fragen werden jedoch wohl mit großer Wahrscheinlichkeit nicht beantwortet werden können.
Vielleicht gehören Sie ab heute ja auch zu den täglichen SOHO-Beobachtern!?
Und hier noch eine Liste mit weiteren sehenswerten Bildern .pdf

Alle Bilder copyright: NASA

Datum: Dienstag, 10. November 2009 7:33
Themengebiet: Astronomie, FGK-Blogroll, Reichert Trackback: Trackback-URL
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6 Kommentare

  1. 1

    Hi,

    also noch en Tipp, bei der Anleitung steht dabei das man IMAGES aussuchen soll. Wählt besser MOVIE ! Dann kann man schön sehen wie sich der Strahlengranz um die Sonne dreht.

    Sehr interressant. Ob der Effekt was mit dem Teilechenbeschleuniger zu tun hat ?

    Ich hoffe mal nicht.

    Ciao Sascha

  2. 2

    Erneutes 360°-Drehmanöver der Raumsonde SOHO am 7. November 2009

    Ergänzend zu dem vorliegenden Artikel hier noch einige Fakten und Fragen bzw. Denkansätze: Das Drehmanöver vom 26.10.2009 wurde von der NASA schon einige Tage vorher angekündigt. Es gab auch einen Hinweis, dass dieses am 07.11.2009 wiederholt werden sollte. Nachdem die ungewöhnlichen Bilder, die SOHO während des ersten Manövers sendete, im Netz waren und wohl, wie man hört, für einige Aufregung gesorgt haben, wurde der Hinweis auf das nächste Manöver am 07.11. von der NASA entfernt. Es stellte sich die Frage, ob das Vorhaben abgesagt wurde. Das wäre eigentlich schade gewesen, denn es ist doch höchst spannend, wie die Bilder von LASCO C2 u. C3 sich dieses Mal darstellen würden!
    Dass das Drehmanöver stattgefunden hat zeigen die EIT-Aufnahmen vom 7. November. Allerdings findet man von diesem Tag jeweils nur ein Bild von LASCO C2 u. C3 und zwar eines, das vor der Drehung der Raumsonde aufgenommen wurde! Die Aufnahmen, die interessant wären, werden leider nicht zugänglich gemacht.
    Alles in allem ein sonderbares Verhalten der NASA. Oder kann man aus diesem Verhalten eventuell Rückschlüsse auf eine Antwort der in der Überschrift gestellten Frage ziehen:
    Artefakt oder physikalisches Phänomen?

  3. 3

    Hallo

    Ich beobachte seit frühester Kindheit den Himmel, erst recht jetzt, wo ich pensioniert bin. Was meinen Sie zu Folgendem?

    1. Im Frühling (anfangs April) 2009 beobachteten Bekannte von mir um ca. 16 Uhr und ich selbst um 17.45 Uhr dasselbe Phänomen (Wir wohnen etwa 40 km entfernt an derselben Bergflanke): Die Sonne spiegelte sich am blauen, wolkenlosen Himmel über dem Berg. Die „beiden Sonnen“ standen einander exakt gegenüber, die eine weit vor dem Berg, die andere genau darüber,also nicht das Bild, das man oft im Internet antrifft, bei dem eine zweite, kleinere Sonne neben der echten auftaucht! Es wiederholte sich nicht mehr – oder ich hätte den Zeitpunkt verpasst.

    2. In letzter Zeit, so auch gerade heute, hatte ich den Eindruck, die Sonne sei doppelt, und zwar genau hintereinander, als ob vor der Sonne schön mittig eine zweite stünde – oder eine etwas grössere genau dahinter.

    Ich bin eine eher nüchterne Person, aber eine gute Beobachterin. Was also habe ich da gesehen (und im ersten Fall auch andere)?

    Monique

  4. 4

    Komisch, warum sehen die Photos so aus al ob jemand eine CD von unten fotografiert hat?^^

  5. 5

    Hallo alle zusammen,
    liebe Monique,

    auf deine Beobachtungen kann ich mir keinen Reim machen. Hast du einmal versucht solch ein Ereignis fotografisch festzuhalten?
    Die zweite Sonne, die du ansprichst („…das Bild, das man oft im Internet antrifft, bei dem eine zweite, kleinere Sonne neben der echten auftaucht.“) ist, denke ich, nur eine Reflektionen.

    Zu dem Thema „Artefakt oder physikalisches Phänomen?“ kann ich nun eine Antwort liefern: Mit Sicherheit handelt es sich bei den Aufnahmen um einen Effekt des Kamerafilters. Das Stichwort hierbei ist „polares Licht“. Durch die Drehung der Raumsonde und dadurch dass sich der Winkel verändert hat, ist das Licht stärker eingefallen. Da ich von diesen Dingen aber überhaupt keine Ahnung habe, kann gerne jemand der sich damit auskennt noch einen genaueren Kommentar abgeben.

    Herzliche Grüße an alle
    Andrea

  6. 6

    Ja, Andrea, ich hätte die Spiegelung der Sonne fotografieren sollen, war halt unterwegs, um vor Ladenschluss noch rasch was einzukaufen. Ich dachte, es wird schon bekannt gemacht werden, da andere es ja auch bemerkt haben müssten. Bis dahin hatte ich noch nichts vernommen von vermuteten (Nibiru) oder sichtbaren Phänomenen.

    Wir leben in einer spannenden Zeit. Beobachten wir unsere Umwelt weiterhin; das ist ein kostenloses Vergnügen. Dachte schon daran, ein Tagebuch darüber zu führen, einfach zu notieren, was mir auffällt – ohne Erklärungsversuch.

    Grüsse an alle
    Monique

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