„Blue Moon“ und partielle Mondfinsternis

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Der Silvesterabend 2009 wird manchen Astronomen vom Feiern abhalten, denn seit dem Jahreswechsel 1990/1991 wird wieder einmal der sog. „Blue Moon“ am Himmel stehen. Es ist heute die verbreitete Bezeichung für einen zweiten Vollmond innerhalb eines Monats. Doch eigentlich ist das Datum für den „Blue Moon“ falsch gewählt. Mehr dazu im folgenden Text. Den ersten Vollmond des Monats gab es bereits am 2. Dezember. Zu Silvester 2009 soll der Vollmond über Mitteleuropa um 20.13 Uhr erreicht sein.

Am Abend wird desweiteren eine partielle Mondfinsternis vorausgesagt. Allerdings soll diese nicht besonders auffallen, da zum Höhepunkt gegen 20.23 Uhr lediglich acht Prozent der Mondscheibe im Kernschatten der Erde stehen sollen. Die partielle Mondfinsternis soll mit Eintritt in den Kernschatten ab 19.52 Uhr erkennbar sein. Der Austritt soll um 20.54 Uhr erfolgen. Wenn die Wolken ihn nicht verdecken, ist der Vollmond danach wieder in voller Größe zu bewundern.
Einen der Ursprünge des „Blue Moon“ findet man im 15. Jahrhundert im englischen Sprachraum, denn dort steht der Begriff für ein sporadisch auftretendes, sehr seltenes Ereignis und mit dem Spruch „once in a blue moon“ ist etwas sehr selten Vorkommendes gemeint. Nach Angaben von Astronomen ist aber bis zum heutigen Tag nicht völlig geklärt, wie die heute allgemein gebräuchliche englische Bezeichnung „Blue Moon“ sich im Lauf der Jahrhunderte für einen zweiten Vollmond in einem Kalendermonat durchsetzte. Im Deutschen existiert der Begriff „Blauer Mond“ gar nicht und mit der Farbe „Blau“ hat es auch nichts zu tun.
Die Bezeichnung „Blue Moon“ tauchte viel später in den USA erstmals im „Maine Farmers’ Almanac“ von 1819 für den 3. von 4 Vollmonden in einer Jahreszeit auf. Man berief sich dort auf die englischen Wurzeln des Begriffs. Anstatt des normalen Kalenderjahres von Januar bis Dezember, nutzte der „Maine Farmers’ Almanac“ allerdings das tropische Jahr, das von einer Wintersonnenwende „Jul“ zur nächsten reicht. Meistens gibt es in diesem Zeitraum 12 Vollmonde, 3 jeweils im Winter, Frühling, Sommer und Herbst. Gelegentlich fallen jedoch 13 Vollmonde in ein tropisches Jahr, eine Jahreszeit besitzt dann 4 statt 3 Vollmonde.
Warum wird aber der 3. der vier und nicht der 4. Vollmond „Blue Moon“ genannt? Weil nur dann die Namen der anderen Vollmonde auf die richtigen Zeitpunkte bezogen auf Sonnenwenden und Tagundnachtgleichen fallen. Denn Vollmonde hatten im „Maine Farmers’ Almanac“ feste Namen, wie z.B. „Mond vor Jul” und „Mond nach Jul“. Danach kann es also den „richtigen Blue Moon“ nur im Februar, Mai, August und November, einen Monat vor der nächsten Sonnenwende oder vor der Tagundnachtgleiche geben. Was für ein Dilemma!
Somit haben wir nach den Regeln des „Maine Farmers’ Almanac“ am 31.12.2009 zwar keinen „Blue Moon“, aber einen zweiten Vollmond im gleichen Monat mit einer partiellen Mondfinsternis, was sicher auch ein seltenes Ereignis ist, da wir bis zum nächsten falschen „Blue Moon“ immerhin noch 19 Jahre, bis zum 31. Dezember 2028, warten müssen.

Datum: Donnerstag, 31. Dezember 2009 6:19
Themengebiet: Astronomie, FGK-Blogroll, Peters Trackback: Trackback-URL
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Ein Kommentar

  1. 1

    Sehr interessant und ausführlich beschrieben. Ich bin mal gespannt ob ich etwas von der Mondfinsternis erkennen kann an Silvester so gegen 20 Uhr.

    Igor

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