Das größte Lebewesen der Welt

Wal-Forscher, Mammutbaum-Experten und Pilzwissenschafter sind sich uneinig darüber, was das grösste Lebewesen der Erde ist.
hallimasch.jpgDabei soll es sich um den größten und ältesten Organismus der Erde handeln. Er wurde erst vor 10 Jahren im Jahr 2000 entdeckt. Noch vor 40 Jahren wurde der Pilz „Armillaria ostoyae = Dunkler Hallimasch“ (siehe Bild) zu den Pflanzen gezählt. Heute gilt er als das größte Lebewesen der Erde. Diese Erkenntnis ist neu. Der Pilz, mit seinem riesigen Geflecht, erstreckt sich über 9 km², etwa 1.200 Fußballfelder und soll schätzungsweise 600 Tonnen wiegen. Sein Alter wird auf mindestens 2.400 Jahre geschätzt, andere Schätzungen gehen sogar von 7.200 Jahren aus. Entdeckt wurde der Riesenpilz, auch „Honey Mushroom“ genannt, mit seinen essbaren Früchten von der Forstwissenschaftlerin Cathrine Parks. Gen-Analysen belegen, dass das Pilzgeflecht zu ein und demselben Pilz gehört. Er wächst in der Erde des ::Malheur National Forest in den USA (::Karte)
nationalpark.jpgDer am 13. Juni 1908 eröffnete Nationalpark (siehe Bild) liegt im Osten des Bundesstaats Oregon im Gebirge der Blue Mountains. Das ca. 6.900 km² große Gebiet umfasst neben Wäldern auch Wüsten, Seen und Grünland. Es beginnt auf ca. 1.200 m Höhe über dem Meer und reicht bis zur 2.754 m hohen Spitze des Strawberry Mountain. Namensgeber des Nationalparks ist der Fluß Malheur River.
Das, was wir als Pilz essen, ist nur seine Frucht. Der Hallimasch ist im Herbst oft auf Baumstrünken anzutreffen. Obwohl er jung essbar ist, so ist er bei Pilzsammlern nicht sonderlich beliebt. Weltweit gibt es ca. 40 Hallimasch-Arten. Der Pilz selbst wächst unter der Erde. Er besteht aus einem Geflecht feiner wurzelähnlicher Fäden, dem Myzel.
morph.jpgDas Pilzgeflecht (siehe Bild) breitet sich oft über lange Strecken aus. Einige Arten werden über 100 Jahre alt. Das Myzel ernährt sich von abgestorbenen organischen Substanzen: Laub, Nadelstreu, Holz und Tierkadavern. Damit erfüllen Pilze eine wichtige Funktion. Sie recyceln das organische Material für den Kreislauf der Natur. Ohne die Konkurrenz anderer Pilze breitet sich der Riesen-Hallimasch ungehindert aus. Einige Arten sind recht aggressive Schädlinge, die Bäume befallen und sie zum Absterben bringen. Zu diesen Pilzen gehört auch der Dunkle Hallimasch (Armillaria ostoyae), der zusammen mit dem Wurzelschwamm z.B. im Schweizer Nationalpark am Ofenpass (::Karte) für ein ausgedehntes Bergföhrensterben sorgte.
Die Hallimasch-Kolonie in der Schweiz, die im Jahr 2004 entdeckt wurde, hat zwar eine wesentlich geringere Ausdehnung (800 m lang und 500 m breit), dürfte aber die bisher größte bekannte in Europa sein, mit einem geschätzten Alter von mehr als 1000 Jahren.
schaeden.jpgEin Baumsterben ist auch in Oregon zu beobachten. Das dortige trockene Klima scheint das Pilz-Wachstum zusätzlich zu forcieren. Etliche Tannen und Douglasfichten sind dem Pilz bereits zum Opfer gefallen (siehe Bild). Er durchdringt den Boden und die befallenen Bäume mit seinen millimeterdicken Fäden. Dadurch entzieht der Pilz den Bäumen die Nahrung. Ein Extrem, denn für gewöhnlich stehen Pilze und Bäume in einer fruchtbaren Beziehung. Pilze leben so zusagen in einer Ehe mit Bäumen. Das Myzel umschlingt den Baum und versorgt ihn mit Wasser und Aminosäuren. Dafür erhält es seinerseits Kohlenhydrate. Biologen sprechen von einer Symbiose. Selbst hochgiftige Pilze können für einen Baum lebenswichtig sein. Zum Beispiel der grüne Knollenblätterpilz für Eichen und Buchen.
p1140150a.jpgBiolumineszenz – Das Mycel des Hallimasch, also die unterirdischen Teile, das eigentliche Wesen des Pilzes, kann leuchten (siehe Bild). Manche chemischen Reaktionen geben einen Teil ihrer Energie als Licht ab. Als Biolumineszenz bezeichnet man die Fähigkeit von Lebewesen, selbst oder mit Hilfe von Symbionten Licht zu erzeugen. Der Name stammt von griechisch bíos „Leben“ und lateinisch lumen „Licht“. Die Erzeugung von Licht findet bei höher organisierten Organismen oft in speziellen Leuchtorganen statt. Sie basiert dann auf chemischen Prozessen, bei denen freiwerdende Energien in Form von Licht abgegeben werden. Einige Lebewesen leuchten auf diese Art. Bei den Tieren ist das Glühwürmchen dafür bekannt, einige Organismen im Wasser leuchten, und manche Bakterien, die an Verwesungsprozessen beteiligt sind, leuchten ebenfalls.
Quellen: Malheur National Forest und Schweizer Nationalpark

Datum: Samstag, 9. Januar 2010 13:25
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