Reisetipps für Kornkreisfreunde / Teil 4/7

Wiedersehen nach 15 Jahren – Beitrag von Kurt Diedrich

Mittwoch, 23.06.2010
Eine Konsequenz des Linksverkehrs, an die man nur selten denkt: Beim Einparken gehen die Einheimischen automatisch davon aus, dass sich auch die Lenkräder der Wagen rechts und links neben ihnen jeweils auf der rechten Seite befinden. So kam es gelegentlich (auch in Devizes) vor, dass ich meinen Platz auf dem Fahrersitz nur mit Mühe durch eine anstrengende Kletterpartie über die Mittelkonsole erreichen konnte, weil die Fahrertür durch einen Wagen links neben mir komplett zugeparkt war. Parken Sie Ihren Wagen in England daher am besten möglichst so, dass sich kein anderes Fahrzeug mehr links neben Sie stellen kann.
Ich möchte zugunsten der Einheimischen ausdrücklich nicht annehmen, dass diese Art des Parkens aus niedrigen Beweggründen auf Grund der damals gerade stattfindenden Fussball-WM (und nur wenige Tage vor dem Spiel England gegen Deutschland) erfolgte.
Bevor ich es vergesse: Das Parken auf dem Marktplatz in Devizes ist übrigens (für eine Stunde) kostenlos, in Marlborough wird für eine Stunde Parken im Zentrum dagegen ein Entgeld von 0,9 Pfund verlangt.
Auf dem Rückweg nutzten wir die Gelegenheit, dem „Silent Circle“ in Yatesbury einen Besuch abzustatten, der neben dem „Barge Inn“ als weiterer Treffpunkt für alle Kornkreis-Enthusiasten bekannt wurde.

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Ohne dieses Schild hätten wir das „Silent Circle“ nie gefunden.

Yatesbury ist ein kleines, nur aus ein paar Häusern bestehendes Dorf, das man erreicht, wenn man im Kreisverkehr in Beckhampton (direkt am „Waggon and Horses“) die Abfahrt nach Calne wählt und nach etwa zwei bis drei Kilometern (dem Hinweisschild folgend) rechts abbiegt.
Beim ländlich gelegenen und unter hohen Bäumen versteckten „Silent Circle“ handelt es sich um ein einsames, freistehendes Gebäude, das in erster Linie aus einem großen Verkaufsraum besteht, in dem zahlreiche Bücher, Fotos, Kalender und Postkarten zum Thema „Kornkreise“ angeboten werden.
p1010329a.jpgBeim Stöbern bietet sich die Möglichkeit, mit anderen Besuchern aktuelle Kornkreis-Informationen auszutauschen. Die gibt es auch vom freundlichen Personal, und an einer Wand hängt sogar eine Landkarte, auf der alle Kornkreise der Saison mit Nummern versehen abgebildet sind. Doch dazu mehr in Teil 5.
::Bild Ein Service des „Silent Circle“: Kornkreis „à la carte“
Kaffee, Kuchen und Erfrischungsgetränke werden im Freien serviert (oder in einem aufgestellten Partyzelt bei Regen). Ein netter älterer Herr, der uns den Kaffee brachte und Deutschland gut kannte, unterhielt sich sehr angeregt mit uns. Er war der erste und einzige Einheimische, mit dem sich seit unserer Ankunft ein längeres Gespräch entwickelte.
Hätte ich geahnt, welch schönes Foto meiner Freundin im anschließend besuchten West Kennett Long Barrow in der Nähe Silbury Hill gelang, so hätte ich weniger mürrisch auf ihre Bitte reagiert, nach dieser ausgiebigen und ermüdenden Tagestour auch noch den langen Fußweg zu dieser alten Grabstätte auf uns zu nehmen.

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Orb oder Linsenspiegelung; das ist hier die Frage.

Da sich an der Decke des Long Barrow ein kleines Fenster aus Glasbausteinen befindet (rechts oben hinter dem Bildrand), vermute ich sehr stark, dass die wunderschönen, farbigen „Orbs“ nichts weiter als das Ergebnis einer Linsenspiegelung sind – aber dies ist natürlich nur meine persönliche Vermutung. Möge sich jeder Leser angesichts des Fotos sein eigenes Urteil bilden. Was mich jedoch stutzig machte, war die Tatsache, dass der Akku der Kamera meiner Freundin beim Betreten des Innenraumes komplette Entladung signalisierte, um dann jedoch nach kurzer Zeit wieder volle Leistungsbereitschaft zu melden; ein Effekt, der gelegentlich auch von Kornkreisbesuchern berichtet wurde.
Am Abend befolgten wir den Rat unseres Hotelwirtes, doch einmal im Restaurant „Out of the Chance“ zu speisen; ein Name, der sich in Anbetracht der dort an den Wänden vorhandenen, zahlreichen Fotos von Rennpferden auf den Reitsport zu beziehen scheint. Zu diesem Restaurant gelangt man, wenn man aus Richtung Devizes kommend direkt vor dem Ortseingang Marlborough rechts abbiegt (Hinweisschild vorhanden).
Wahrscheinlich begeisterte uns das typisch englische Essen dieses Restaurants (Steak mit Pommes) nur deshalb nicht hundertprozentig, weil wir bereits von der französischen und italienischen Gastronomie der Abende davor verwöhnt wurden – und ganz sicher haben wir uns auf Grund dieser Tatsache auch nur eingebildet, dass die Bedienung einen mürrischen Eindruck erweckte, der Salat ohne Dressing serviert wurde und der Innenraum mit seinem düsteren Eiche-Rustikal-Look sehr bedrückend wirkte.

::Bildquelle Kurt Diedrich©


01 – Anreise, Unterkunft, Knapp Hill und „Barge Inn“
02 – Wanderung East Kennett – Silbury Hill – Avebury u.a.
03 – East Kennett, Marlborough, Stonehenge und Devizes
04 – Einparken, „Silent Circle“ und West Kennett Long Barrow
05 – Cherhill Down
06 – Der Kornkreis am Savernake Forest bei Marlborough
07 – „Royal Oak“, Abendstimmung am Knap Hill und Reisefazit

Datum: Samstag, 14. August 2010 20:00
Themengebiet: Diedrich, FGK, FGK-Blogroll, Kornkreise - crop circles, Kornkreise 2010 Trackback: Trackback-URL
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3 Kommentare

  1. 1

    Hallo Kurt,
    nach meiner schnellen, also nur teilgründlichen Prüfung, ist das Grabeslicht keine Lichterscheinung alias ORBs. Da beibt die Linsenspiegelung, auch wegen der anderen optischen Effekte.
    Gruß Horst

  2. 2

    Gut so, jetzt kommt der Kurt so langsam in Schreiblaune. Weiter so! Und es
    darf auch noch ausführlicher sein. Ein Gespür für die kleine Anekdoten hattest Du ja schon immer.
    Und zu den beiden wunderschönen, blauen Punkten:
    Ich halte sie auch für eine Sonnenreflektion. Leider. Aber es ist bestimmt die Schönste, die je fotografiert wurde!!!

    Es grüßt Der Klaus

  3. 3

    Hallo Klaus,

    freut mich, dass Dir der Bericht gefällt. Mir hat es auch viel Spaß gemacht, ihn zu schreiben. Es kommt jetzt noch der letzte Teil (V), und dann muss ich wohl wieder verreisen, um was Neues zu schreiben ;-).

    Zur Linsenspiegelung (Horst und Klaus): Ja, ich glaube auch, dass es eine ist, aber eigentlich müssten die „Kugeln“ dann doch auf einer Linie liegen (oder nicht?).

    Viele Grüße: Kurt

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