Die Sonne ist außer Rand und Band

Am Mittwoch, den 20. April, hatte eine neue gewaltige Explosion auf der Sonne die Radioübertragungen in Südostasien gestört. Das kann allerdings auch ein Vorgeschmack darauf sein, was da eventuell noch kommen kann. Stärkere Sonneneruptionen könnten wochenlang die Weltwirtschaft komplett lahm legen. Kann das auch in Deutschland passieren und wie kann ich Vorsorge treffen?

Eine gigantische Fackel aus Gas und Partikeln war in Richtung Erde gerauscht und beeinträchtigte in China und einigen anderen asiatischen Ländern die Kurzwellenfrequenzen. Das berichtete am Donnerstag u.a. die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua unter Berufung auf den Meteorologischen Dienst des Landes. Bei den Eruptionen, die von Wissenschaftlern als „koronaler Massenauswurf“ (KMA) bezeichnet werden, stößt die Sonne geladene Partikel aus den Sonnenflecken aus. Es handelte sich um die stärkste gemessene Eruption der Sonne seit Jahren. Viele Astronomen rechnen mittlerweile mit weiteren, allerdings schwerwiegenderen Folgen für die Erde durch erneute starke Plasmaausbrüche auf der Sonne.
Schon vor Wochen hatte die NASA davor gewarnt. Alle elf Jahre durchläuft die Sonne einen sog. Sonnenfleckenzyklus. Auf eine Phase großer Aktivität folgt eine Zeit der Ruhe – dann beginnt das Prozedere erneut. Die Satellitensysteme könnten dabei empfindlich gestört bzw. lahmgelegt werden. Bei diesen Sonnenstürmen werden große Mengen an Energie freigesetzt, sichtbar als besonders intensive Polarlichter. Die KMA können z.B. auch negative Auswirkungen auf Elektronikgeräte haben. Besonders gefährdet sind Telekommunikationssatelliten oder im All kreisenden Satelliten des Navigationssystems GPS, von dem Luft- wie auch Schifffahrt weitgehend abhängig ist.
Wenn die hochenergetischen Teilchenstürme, auch „Flares“ genannt, die Erde erreichen, dellen sie die Magnetosphäre der Erde ein. Wer tief im Süden der Südhalbkugel oder hoch im Norden der Nordhalbkugel lebt, wird mit Sicherheit Polarlichter sehen können. Polarlichter = auch Aurora borealis, d. h. Nordlicht, das am Nordpol, oder Aurora australis, d. h. Südlicht, das am Südpol auftritt. Es passiert, wenn das Erdmagnetfeld kleinste Plasmateilchen einfängt, die die Sauerstoff- und Stickstoffmoleküle der Luft dann zum Leuchten anregen.
Im Prinzip können die Eruptionen auch Folgen auf der Erde haben und so zum Beispiel Stromnetze komplett lahmlegen. Die hohe Elektronendichte in der Ionosphäre kann in den Leitungsnetzen auf der Erde für Spannungsspitzen sorgen, diese nennt man „geomagnetisch induzierte Ströme“. Diese sind ohne weiteres in der Lage Transformatorenstationen komplett lahmzulegen. Nach einer Prognose könnten allein in den USA bis zu ca. 150 Millionen Menschen tage- oder wochenlang von der Stromversorgung abgeschnitten sein. Das gilt nicht nur für die USA sondern kann möglicherweise auch in Deutschland passieren. Ohne Strom bricht ein ganzes Wirtschaftssystem in kurzer Zeit zusammen bis letztlich nichts mehr funktioniert. Es war zu erfahren, dass diese Sonnenstürme in Intervallen kommen, ca. 8 Tage dauern und uns jetzt wohl für die nächsten 2 Monate begleiten werden. Es wird dann sehr warm und es könnten vor allem unsere elektrischen und elektronischen Geräte ausfallen.
::Vorsorge
Aber darauf kann man sich vorbereiten, indem man Vorsorge trifft. Und Vorsorge heißt erst einmal: Keine Panik!
Wichtig ist vor allem, genügend Wasser zu Hause zu haben, ein paar Kerzen und Nahrungsmittel, die weder gekühlt noch gekocht werden müssen.
Wir brauchen keine Angst zu haben, es ist jedoch wichtig zu wissen, was da überhaupt passiert, da wir dann evtl. keine Nachrichten bekommen und unsere sonstigen Info-Quellen schlichtweg ein paar Tage Pause machen. Wir sollten dann beruhigend auf unsere Umgebung einwirken, informieren und uns gegenseitig unterstützen.
::Artikel zum Thema findet man u.a. bei der NASA, bei Spiegel Online und im Buch von Dieter Broers „(R)Evolution“.

Datum: Dienstag, 26. April 2011 0:01
Themengebiet: Astronomie, FGK, FGK-Blogroll, Gesundheit, Klima, Nahrung+Wasser, Peters, Umwelt Trackback: Trackback-URL
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