Buchtipp: „Bäume“ von Helmut Schreier

In einer regnerischen Mainacht im Jahr 1992 hörte ich, wie der Baum trank. Ich presste mein Ohr an den Stamm und vernahm sein Saugen, sein Pumpen, Schmatzen und Schlürfen, das in einen metallischen Klang überging, als ob jemand in der Ferne Milchkannen aus Zink aneinander schlüge.“
baeume_schreier.jpgBegegnungen mit einem der ältesten Lebewesen der Erde.
Bäume sind geniale Überlebenskünstler und statische Wunderwerke, Bäume gehören zu den ältesten und größten Lebewesen der Erde. Bäume sind geheimnisvoll und erhaben. Bäume stehen im Weg, Bäume sind Rohstoff. In der antiken Welt hatte jeder Baum seinen ganz speziellen Schutzgeist. Bevor man einen Baum fällen durfte, musste man die Götter besänftigen. Das ist passé.
„Es kommt darauf an, etwas verloren Gegangenes zurückzugewinnen“, fordert der renommierte Hamburger Umweltpädagoge und Erziehungsphilosoph Helmut Schreier. Er unternimmt unterhaltsame „Streifzüge durch eine unbekannte Welt“.
Schreiers Erzählungen berichten über Bäume wie den Ginkgo, der den Atombombenabwurf auf Hiroshima überlebt hat, von dem Wurzelwerk der Espen in den Rocky Mountains, das seit einigen hunderttausend Jahren unter der Erde durch das Land wandert.
Er erzählt von den kaum zählbaren unterschiedlichsten Blattformen an einem einzigen Baum, von der alten Eiche im Park, von der dem Haselholz unterstellten Zauberwirkung, dem deutschen Wald als Projektionsfläche nationaler Identität, erzählt von den Baumbesetzern in Oregon, von Walter Benjamin, der die Stimme eines Baumes auf Ibiza vernahm, von Goethe und Robert Musil, von Alexander von Humboldt, Thoreau, Canetti, Leonardo da Vinci, Martin Buber, Albert Schweitzer u.a.
Helmut Schreiers „große Liebeserklärung an die Bäume“. (Geo Saison)
Schreier „zieht den Leser in einen eigentümlichen Bann. Fasziniert liest man weiter, mag das Buch gar nicht aus der Hand legen … Man sieht Bäume nach der Lektüre anders, differenzierter; man bekommt Lust, sich mehr mit ihnen zu befassen, draußen in der Natur und beim Lesen. Und man beginnt, vor lauter Bäumen den Wald zu sehen“. (Süddeutsche Zeitung)
Helmut Schreier „Bäume“. 14 Bilder. 334 Seiten. Taschenbuch, nur 9,90 €
::Zweitausendeins-Versand – Helmut Schreier – Bäume

Datum: Mittwoch, 29. Juni 2011 21:13
Themengebiet: Buch/DVD-Tipps, FGK, FGK-Blogroll, Flora + Fauna, Geomantie, Para-Phänomene, Peters Trackback: Trackback-URL
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