Bis zu 30.000° – die Temperatur des Blitzes

Mit heftigen Gewittern, Sturmfluten, Böen, peitschendem Regen und vielerorts auch mit Schnee tobt momentan ein Orkan nach dem anderen durch die deutschen Lande und verwüstet ganze Landstriche. Tote und Verletzte, umgestürzte Bäume, abgedeckte Dächer, umgekippte Wagen und vieles mehr … Bundeswehr, Feuerwehr, Polizei und THW befinden sich im Dauereinsatz.

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Ängstlich, ohnmächtig und fasziniert zugleich verfolgt der Mensch seit Beginn der Geschichtsschreibung den Blitzen und Gewittern. So bedrohlich sie schon manchmal auf uns wirken, wie müssen sich erst unsere Vorfahren in grauer Vorzeit davor gefürchtet haben, wenn ihre Götter grollten und zürnten. Noch heute wird der Blitz als „Waffe der Götter“ bezeichnet, denn er erschlägt Menschen und Tiere, spaltet Bäume und sprengt Felsen. Im 19. Jahrhundert waren es in Deutschland noch an die 300 Personen jährlich, da wesentlich mehr Menschen auf dem freien Feld gearbeitet haben und sich nicht in Faradaysche Käfige zurückziehen konnten. Heute werden im Jahr kaum mehr als 10 Menschen durch Blitzschlag getötet.
::Wie entstehen Blitze? – Warme Luft trifft auf kalte Luft und erzeugt dann oft ambossförmige Quellwolken. Die Verwirbelung der Aufwinde laden Wassertropfen und Eisteilchen in der Wolke elektrisch auf. Die Folge sind Entladungen in Form heftiger Blitze mit einer Temperatur von 1.000 bis 30.000 Grad Celsius und dabei 4x so heiß wie die Oberfläche der Sonne. Zwischen Wolken wurden Blitze mit einer Länge bis zu 140 km gemessen, diese waren dann aber nur wenige cm stark. Der Blitz ist so schnell, dass er in einer Sekunde fast einmal um die Erde rasen könnte. Die elektrische Spannung erreicht einige Milliarden Volt und die Stärke über 100.000 Ampere, so dass zum Beispiel Glas und Sand schmelzen.
20110818_baunatal_1.jpg::Wo schlägt der Blitz ein? – Der Blitz ist eine elektrische Entladung, d. h. er nimmt nicht unbedingt den geometrisch kürzesten Weg, sondern den Weg des geringsten elektrischen Widerstands. Bei großem Spannungsunterschied zwischen Wolke und Erde beginnt sich der Blitzkanal von oben an aufzubauen. Wenn er sich der Erde nähert, kommen ihm von unten her mehrere sog. Fangblitze entgegen – diese können sein, z. B. eine Kirchturmspitze, ein danebenstehender Baum, ein Fahnenmast und die Antenne eines Einfamilienhauses, die sich auch in der Nähe befindet. Der Fangblitz, der zuerst den Hauptblitz erreicht, schließt den Blitzkanal. Dort entsteht ein Kurzschluss und an der Stelle fließt dann auch der Großteil des Blitzstroms ab. Manchmal fächert sich der Blitz unten auch in mehrere Finger auf, durch die er parallel fließt. Man kann also nicht genau vorhersagen, wo der Blitz genau einschlägt – aber sehr wahrscheinlich in Punkte, die hoch liegen und die elektrisch leitend sind. Dazu gehört z.B. auch ein nassgeregneter Baum.
20110818_baunatal_2.jpg::Was sagen die Rutengänger dazu? – Es ist sicherlich interessant für Wetterforscher, Blitzschlagstellen systematisch auch einmal über einen längeren Zeitraum radiästhetisch zu untersuchen und zu dokumentieren. Um 1900 wurde dies bereits von den Landräten von Uslar und von Bülow-Bothkamp durchgeführt, die an den jeweiligen Blitz-Einschlagstellen immer Wasseradern feststellen konnten, und diese dann auch passend Blitz-Adern nannten. Auch Rutengänger aus dem FGK können dies bestätigen. Ich habe selbst schon einige Blitz-Einschlagstellen untersucht und konnte immer Wasseradernkreuzungen oder starke Verwerfungen feststellen. Man kann mit großer Gewißheit sagen, dass Blitze u.a. immer an Stellen einschlagen, an denen sich vorher schon ein großes Potential negativ-elektrisch geladener Energie, verursacht durch Erdstrahlung, als Kreuzung von Untergrundströmen, gebildet hat, die bis in die Gewitterwolkenhöhe hineinreicht und dass allein der Überschlag der positiven Wolkenelektrizität den Blitz dann auslöst.
20110818_baunatal_3.jpg::Wie schützt man sich?Es gibt den Spruch „Vor Eichen sollst du weichen, Buchen sollst du suchen“. Diese Weisheit ist leider falsch! Man sollte bei einem Gewitter alle Bäume meiden. Doch auch hohe Holzmasten, Gewässer und metallische Gegenstände, die in die Höhe ragen, sind gefährlich. Am sichersten ist man in einem Haus oder im Auto, da beide wie ein Faradayscher Käfig funktionieren und den Blitz außen ableiten. Um herauszufinden, wie nah das Gewitter ist, gilt die Regel: Die Sekunden zwischen Blitz und Donner zählen und durch drei teilen. Der Schall legt etwa 330 m pro Sekunde zurück.
Obwohl die instinktive Angst vor dem Blitz manchmal übertrieben wird, ist es eindeutig am besten, bei Gewitter ein Gebäude aufzusuchen. Wenn man draußen vom Gewitter überrascht wird, sollte man sich aller metallenen Gegenstände entledigen, den Kopf einziehen, in die Hockstellung gehen und die Füße zusammenstellen, besser als weiterzulaufen oder sich ausgestreckt hinzulegen. Hintergrund ist die sog. Schrittspannung. Wenn der Blitz in die Erde einschlägt, verteilt sich die Spannung in Form einer Halbkugel in den Boden – an der Oberfläche ist sie also kreisförmig, wie wenn man einen Stein ins Wasser wirft. Steht man nun mit weit ausgestreckten Beinen da, so erreicht die elektrische Schockwelle zuerst das eine, dann das andere Bein – die Spannungsdifferenz zwischen beiden fließt dann nicht nur durch die Erde, sondern eben auch das eine Bein hoch – durch den Körper (das Herz) – und das andere Bein wieder runter. Deshalb ist selbst ein Einschlag in der Nähe sehr gefährlich, auch wenn man nicht direkt getroffen wurde.
20110818_baunatal_5.jpg::Welchen Schaden kann der Blitz an Gebäuden verursachen? – Durch Blitzschlag entstehen jedes Jahr Schäden in Millionenhöhe. Dreimal höher liegen die Überspannungsschäden. Ein Blitzeinschlag verursacht Schäden an der Bausubstanz und an den Installationen des Hauses. Mechanische Schäden sind zerstörte Dachflächen, gespaltene Dachbalken, abgesprengte Putzflächen an Decken und Wänden, zerstörte Fenster und Türen. Dazu kommen durch die große Hitzeentwicklung Brände am Dachstuhl und Wasserschäden durch Löschwasser. Installationsschäden treten als herausgesprengte Unterputzleitungen, verschmorte Verteiler- und Steckdosen sowie zerstörte Zählerkästen auf. Speziell Heimcomputer, Haushalts- und Unterhaltungsgeräte, elektronisch gesteuerte Heizungsanlagen, Telefon- und Faxgeräte werden durch Blitz- und Überspannungsschäden zerstört.
::Die Häufigkeit von Blitzen – Weltweit gibt es andauernd ca. 3.000 Gewitter, was auf der gesamten Erde täglich 20-30 Millionen Blitze ergibt. Doch nur 10 % aller Blitze schlagen auch in den Boden ein.
Die Blitzhäufigkeit hängt sehr stark von der Jahreszeit ab. Im Juli und August kommt es in Deutschland zu einer hohen Zahl der Blitzeinschläge, im Januar gibt es weniger. Am häufigsten blitzt es im Schwarzwald. Als „Die Stadt der Blitze“ bezeichnet man allerdings die südafrikanische Stadt Durban.

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Alle Fotos entstanden in der Nacht vom 18. auf den 19. August 2011. Ein dreistündiges schweres Gewitter über dem hessischen Baunatal und dem Habichtswald wurde begleitet von einem starken Westwind und starkem Regen. „Die meisten Langzeitbelichtungen fotografierte ich wegen des starken Windes und des Regens aus dem Innenraum meines Autos. Weil der Scheibenwischermotor die Batterien langsam aufbrauchte, mußte ich ab und zu den Motor laufen lassen.“ (Wolfgang Schöppe)
Bilder zum Vergrößern bitte anklicken!

::Bilder – ©Wolfgang Schöppe

Datum: Donnerstag, 5. Januar 2012 22:43
Themengebiet: FGK-Blogroll, Geomantie, Naturphänomene, Peters, Schöppe Trackback: Trackback-URL
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2 Kommentare

  1. 1

    Das sind aber großartige Bilder!
    Danke Wolfgang für deine ausdauer während das slechtes Wetter die aufnahmen mit langzeit Beleuchtung zu machen, und danke für die Umschreibung des Wetterphänomens.
    Ed Vos (Holland)

  2. 2

    Ralph Noyes schreibt in seinem Buch „DIE KREISE IM KORN“ 1991 (Seite 153 und 154).
    „Auch Blitzeinschläge können auf das System unserer vernetzten Energielinien erhebliche Wirkungen ausüben. Am 6. Juli 1989 sah ich während eines Gewitters einen Blitz in meinen Garten einschlagen und kurz darauf einen zweiten auf der anderen Seite des Hauses. Im Verlauf der vergangenen 2 Jahre hatte ich meinen Garten regelmäßig mit der Wünschelrute untersucht, um die Veränderungen der Energielinien zu verfolgen. An jenem Vormittag hatte ich sie ebenfalls geprüft: nach dem Gewitter führte ich einen weiteren Kontrollgang durch und stellte fest, daß sich der Abdruck eines Kreises mit sieben äußeren Ringen gebildet hatte. Dann sagte mir mein Nachbar …, daß er zwei Blitzeinschläge in kurzer Entfernung in östlicher Richtung gesehen habe, einen davon in einem Gerstenfeld und einen in der Graswiese vor seinem Haus. Ich erkannte, daß die nacheinander geschehenen Einschläge eine gerade Linie verfolgt hatten. Als ich diese Bahn mit der Wünschelrute abging, fand ich an jedem Einschlagpunkt einen Energieabdruck mit sieben Ringen. Was mich aber am meisten interessierte, war die Tatsache, daß die Einschläge nicht nur entlang einer positiven Linie erfolgt waren, sondern auch genau auf Punkte getroffen waren, wo sich diese Linie mit weiteren positiven Linien im rechten Winkel kreuzt. Diese Überkreuzungen oder Knotenpunkte sind denen in der Mitte der Kornkreise gleich. So machte ich die Entdeckung, daß Blitze nur in diese Knotenpunkte einschlagen; es scheint auch, daß, wenn eine Linie von Knotenpunkten aktiver ist als eine andere, die Blitze diese Linie bevorzugen. Meine Beobachtung über das ganze Jahr hinweg haben diesen Sachverhalt bestätigt wie auch die Tatsache, daß Blitze denselben Knotenpunkt mehr als einmal treffen können. So schlug am 9. Mai 1990 erneut ein Blitz in meinem Garten ein, traf den Mittelpunkt des kreisförmigen Abdrucks und vergrößerte ihn. Außerdem haben interessanterweise die sieben Ringe im Verlauf des Jahres ihre Polarität mehrere Male verändert – und zwar gleichzeitig mit den Ringspuren innerhalb der Kornkreise. Deren Energieströme scheinen eindeutig und unmittelbar mit dem Netz der Energielinien verbunden zu sein.“

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