Kinofilm – „Alphabet – Angst oder Liebe“

Unser Bildungssystem macht Kinder zu Verlierern. So lautet die These des Dokumentarfilms „Alphabet“. Unser Wirtschafts- und Gesellschaftssystem wird durch krisenhafte Entwicklungen zunehmend in Frage gestellt, und eine Antwort ist nicht in Sicht. alphabet.jpgDie politischen und wirtschaftlich Mächtigen wurden zum Großteil an den besten Schulen und Universitäten ausgebildet. Ihre Ratlosigkeit ist deutlich zu spüren, und an die Stelle einer langfristigen Perspektive ist kurzatmiger Aktionismus getreten. Mit erschreckender Deutlichkeit wird nun sichtbar, dass uns die Grenzen unseres Denkens von Kindheit an zu eng gesteckt wurden. Gleich, welche Schule wir besucht haben, wir bewegen uns in Denkmustern, die aus der Frühzeit der Industrialisierung stammen, als es darum ging, die Menschen zu gut funktionierenden Rädchen einer arbeitsteiligen Produktionsgesellschaft auszubilden. Die Lehrinhalte mögen sich seither stark verändert haben, auch ist die Schule kein Ort mehr des autoritären Drills. Dennoch beherrscht die Fixierung auf normierte Standards den Unterricht mehr denn je. Seit geraumer Zeit weht an den Schulen ein rauer Wind. „Leistung” als Maxime der Wettbewerbsgesellschaft ist weltweit zum unerbittlichen Maß aller Dinge geworden. Doch die einseitige Ausrichtung auf technokratische Lernziele und auf die fehlerfreie Wiedergabe isolierter Wissensinhalte lässt genau jene spielerische Kreativität verkümmern, die uns helfen könnte, ohne Angst vor dem Scheitern nach neuen Lösungen zu suchen.
Nach „We Feed The World“ und „Let’s Make Money“ ist „Alphabet“ der abschließende Teil seiner Trilogie und Erwin Wagenhofers bisher radikalster Film.
::Dokumentarfilm von Erwin Wagenhofer. Mit Yang Donping, Gerald Hüthner, Yakomoz Karakurt u.a., D/AT 2013, 105 Min.
::Kinostart in Deutschland war der 31. Oktober 2013
::Webseite zum FilmAlphabet

Datum: Mittwoch, 13. November 2013 7:17
Themengebiet: FGK-Blogroll, Gesundheit, Hören + Sehen, Peters Trackback: Trackback-URL
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