1.7.2012 – Kornkreis Waden Hill (2/12)

Die Pythagoreische Tetraktys
Diese dreieckige Grundstruktur ist eines der ältesten Darstellungen der Pythagoreischen Tetraktys. Tetraktys ist griechisch und heißt Vierheit. Die Pythagoreer, ein von Pythagoras gegründeter Geheimbund nannten Tetraktys: Quelle und Wurzel der immer strömenden Natur. 1] Ihre Mitglieder mussten auf diesen Hymnus ihren Treue- und Verschwiegenheitseid leisten.
Die Summe der ersten vier Zahlen 1 + 2 + 3 + 4 = 10, ergibt Zehn (Abbildung unten). Die Zehnzahl hieß vollkommen weil sie alle Zahlen umfasst, ja das ganze Wesen der Zahl in sich schließen schien. 2]
Der griechische Philosoph Philolaos von Kroton, der im 5. Jahrhundert lebte schrieb: Man muss die Werke und das Wesen der Zahl nach der Kraft beurteilen, die in der Zehnzahl liegt. Denn sie ist groß, allvollendend, allwirkend und göttlich und himmlischen und menschlichen Lebens Anfang und Führerin. 3]

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Warum die griechischen Philosophen der neuplatonischen Bewegung die Zahl Zehn so verehrten darauf kann im Rahmen dieses Artikels nicht genauer eingegangen werden.
Die Tetraktys in der vorliegenden Form wurde in die jüdische Kabbala und in die Alchemie überliefert und wurde dort als Symbol Gottes verehrt. Tetraktys und der Pythagoreismus wurde über die Jahrhunderte über zumeist geheime Gesellschaften und Bünde, aber auch über Philosophen bis in die Neuzeit tradiert. Dem Interessierten sei das Buch Pythagoras von Christoph Riedweg empfohlen. Es gibt hierzu aber auch eine ganze Reihe an Fachliteratur und Internetbeiträge.

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Die kabbalistische Rosenkreuztafel um 1609, von Heinrich Kunrath, geb. 1560 (Abbildung oben)
Oben in der Tafel Kunraths ist die Tetraktys in der vorliegenden dreieckigen Form zu sehen. Einbeschrieben sind die Buchstaben des Namens Jehovah in hebräischen Lettern. Die Überlieferung der Tetraktys in der dreieckigen Form reicht bis in die Renaissance, wo wir sie in einem Fresko von Raffael wieder finden können. Siehe auch wikipedia.org – Die Schule von Athen

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::Bildzitat – wikimedia.org (Abbildung oben)
Im roten Kreis links unten ist Pythagoras in einem Buch lesend dargestellt. Einer seiner Schüler hält ihm eine schwarze Tafel hin. Auf dieser Tafel, die links vergrößert zu sehen ist, kann man unten die Tetraktys, sowie die Summe X in römischer Schreibung erkennen. In der darüber dargestellten Mäander sind die mit der Tetraktys verbundenen vier reinen Intervalle in griechischer Schreibweise aufgemalt.
Im Rahmen dieses Artikels kann darauf nicht genauer eingegangen werden. Der informierte Leser kann eine Reihe von Informationen dazu aus der folgenden Grafik entnehmen. Die ganze Herleitung habe ich in meinem Buch Zahl Seele Kosmos ausgebreitet.

Copyright by Willibald Limbrunner


1] Riedweg, Christoph; Pythagoras, C.H. Beck, München, 2002, S.110.
1] Naredi-Rainer, Paul;
2] Architektur und Harmonie, DuMont, Köln 1982, S.36, Anm. 14.
3] Ebenda Anm. 14.


Inhaltsverzeichnis
::Teil 01 – Einleitung: Kornkreis Waden Hill
::Teil 02 – Die Pythagoreische Tetraktys

Datum: Samstag, 18. Januar 2014 9:02
Themengebiet: FGK, FGK-Blogroll, Geometrie, Kornkreise 2012, Limbrunner Trackback: Trackback-URL
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