16.8.2014 – Der Kornkreis am Nettle Hill

in der englischen Grafschaft Warwickshire, unweit Ansty, einer kleinen Ortschaft am nordöstlichen Stadtrand von Coventry (Teil IV/VI)

Der Punkt im Auge
Der Kornkreis bei Nettle Hill, Ansty in der englischen Grafschaft Warwickshire zeigt ein Auge in seiner Mitte. Neben der Pupille ist deutlich ein Punkt erkennbar. Was hat es damit auf sich?
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Abbildung 12

Das vorliegende Bild (Abbildung 12) wurde mit einer Drohne aufgenommen und ist für die geometrische Analyse leider völlig ungeeignet. Die Linsenverzerrung ist so stark, dass Kreise keine Kreise, Geraden keine Geraden mehr sind. Es ist so, als würde man ein Bild über eine Kugel spannen, deren Mittelpunkt und Radius unbekannt ist. Ich verwende daher ein Bild, das aus großer Höhe und lediglich in einer Ebene verzerrt ist. Solche Verzerrungen kann man einfach korrigieren. Der Nachteil dabei ist, dass die nötige Bildschärfe fehlt (Abbildung 13).
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Abbildung 13

Wie man in Abbildung 13 sieht, steht der Punkt im Auge in einem festen einfachen Verhältnis zum Innenkreis. Das Verhältnis beträgt 2 zu 3. Damit ist die ganze Abbildung, ja der ganze Kornkreis maßlich bestimmt. Man kann von diesem Maßverhältnis alle weiteren Größen bestimmen. Etwa den Radius des Innenkreises, der nun gemäß dem Satz des Pythagoras mit Wurzel aus 13 fest steht. Das Verhältnis des Innenkreises zu den Ringen, die ihn umgeben ist eine sogenannte „Quadratur“. Darunter versteht man in diesem Fall nicht etwa eine Zahl zu quadrieren. Der Begriff „Quadratur“ stammt aus der Zeit des Kathedralenbaues und besagt, dass Größen, wie Säulen oder Fialen an mehrere ineinander gefügte Quadrate angeschmiegt werden (Abbildung 14).
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Abbildung 14

::Quelle – Abbildung 14 – Kamke, Wolfgang; Die Verwendung verschiedener Dreiecke und der Quadratur bei der Gestaltung mittelalterlicher Kirchen, Studienarbeit. Diplom.de.
Der Durchmesser der Augenpupille ergibt sich aus der Platzierung des Punkts im Auge. Die Rechnung lautet (Skizze zur Rechnung Abbildung 14a):
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Abbildung 14a

Die Rechnung ergibt als Durchmesser für die Pupille des Kornkreises wieder das Zollmaß von 2,54 cm. Dieses Ergebnis kennen wir bereits vom Raistinger Kornkreis. In Abbildung 15 habe ich beide nebeneinander dargestellt.
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Abbildung 15

Fassen wir nochmals zusammen: Aus einer architektonischen Quadratur, wie sie im Kathedralenbau verwendet wurde, können wir die Pupille konstruieren. Daraus könnten wir jedoch kein absolutes Maß ermitteln, sondern nur eine Proportion, ein Maßverhältnis. Aufgrund des auffälligen Punktes, der in das Auge, neben die Pupille gesetzt ist, kann ein ganzzahliges Verhältnis von 2 zu 3 zum Zentralkreis ermittelt werden. Mit dem Satz des Pythagoras ermitteln wir den Radius R des Zentralkreises (R= Wurzel (2 x 2 + 3 x 3) = Wurzel (13)). Dieser geteilt durch Wurzel (8) ergibt den Radius der Augenpupille 1,274755…
Anmerkung: 1,274755 ist eine Näherung für 4/Pi = 1,27324… und hat mit den Konstruktionsmaßen der großen Pyramide bei Gizeh zu tun.
Mit diesem erhalten wir das tatsächliche Maß von 2,54 cm für ein englisches Zoll (engl. Inch). In der Beschreibung zum Raistinger Kornkreis habe ich schon darauf hingewiesen, dass das Zoll aus dem Durchmesser eines Kreises mit Umfang 8 (8/pi=2,54647…) ermittelt werden kann. Dieser Kornkreis erweist sich als Bestätigung dieser Aussage.

Fortsetzung folgt …


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Datum: Samstag, 18. Oktober 2014 12:01
Themengebiet: crop circle, FGK, FGK-Blogroll, Kornkreis, Kornkreise 2014, Müller, R. U. Trackback: Trackback-URL
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