„Glaner Braut“ mit Feenring

DÖTLINGEN, 7.12.2014 – Der Rundwanderweg „Huntepadd“ im Landkreis Oldenburg ist nicht nur ein wunderschöner Spazierweg entlang der Hunte sondern auch Lehr- und Entdeckungspfad in der „Glaner Heide“, südlich des Vorzeigedorfes Dötlingen. Der Weg führt aus Dötlingen heraus über eine Huntebrücke zu den Großsteingräbern der „Glaner Braut“.

glaner_braut.jpgGlaner Braut, Lageplan der vier Großsteingräber (nach Ernst Sprockhoff, Atlas der Megalithgräber Deutschlands. 1975, Bd. 3, Großsteingräber Nr. 948-51). Der grüne Punkt kennzeichnet den aktuellen Feenring auf dem westlichen Bereich des Großsteingrabes 948.

Vier beachtliche Großsteingräber aus der Jungsteinzeit, liegen in einem reizvollen 16 ha großen Naturschutzgebiet, dass der Landschaft in der Lüneburger Heide sehr ähnelt. Die am Westufer der Hunte errichtete „Glaner Braut“ zählt zu Recht zu den begehrtesten Ausflugszielen der Region rund um Dötlingen und Wildeshausen. Die Hunte ist hier in ihrem ursprünglichen Verlauf belassen worden. Kurzum: Ein Fleckchen Erde, dass nicht nur zur Besichtigung der vier dicht beisammen liegenden jungsteinzeitlichen Monumente einlädt, sondern Ende des Jahres noch eine weitere sichtbare Überraschung zu bieten hat.
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Kreisförmige Veränderungen im Gras sind nicht unbedingt Hinterlassenschaften von heidnischen Feuer-Ritualen oder gar UFOs. In den meisten Fällen handelt sich um sog. Feen-, Elfen- oder Hexenringe, die im englischen Sprachraum als „fairy rings“ bezeichnet werden. Das geht auf den Aberglauben im Mittelalter zurück als man in diesen runden Formen Versammlungsorte der Hexen bzw. Feen oder Elfen sah. Das Betreten der Kreise war angeblich gefährlich, weil man sich dort ansteckende Krankheiten holen konnte. Wie ihre bekanntere „Schwester“, die „Visbeker Braut“, das unweit enfernte Großsteingrab, kann auch die „Glaner Braut“ mit einer Erzählung aufwarten: Noch im 20. Jahrhundert sprach man davon, dass hier der wohlhabende Stamm Glane gelebt haben soll. In Grab 948, d.h. in der größten der vier Grabanlagen der „Glaner Braut“ (mit Feenring), soll der Fürst Glanos residiert haben. Die kleineren Gräber 949 bis 951 waren dem Volk als Hütten vorbehalten.
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Der ca. 2,70 m Ø große Ring (9 Fuß), der sich dem Betrachter auf dem Großsteingrab 948 zeigt, ruft zuerst Verwunderung und Erstaunen hervor.
Wie kommt so ein Kreis aber zustande? Man muss wissen, dass viele der Pilzarten unterirdische Geflechte aus Myzelfäden bilden, die an einem Punkt in alle Richtungen gleich schnell zu wachsen beginnen, sofern sie nicht behindert werden. Am Ende der Myzelien bildet sich bei Pilzkreisen der sichtbare Fruchtkörper als kreisförmige Pilzansammlung, bei Graskreisen verfärbt sich an diesen Stellen das Gras zu einem dunkleren Grünton. Es wächst zudem üppiger, was darauf hinweist, dass der Pilz gegenüber dem Gras nicht als Schmarotzer auftritt, sondern mit ihm eine Symbiose eingeht, bei der beide begünstigt werden. Mit der Zeit verlieren die Nährstoffe im Boden im inneren Bereich des Kreises ihre Wirkung und die Myzelfäden sterben dort ab. Übrig bleibt dann bei den Pilz-, wie auch bei den Graskreisen eine ringförmige Struktur, der so genannte Feen-, Elfen- oder Hexenring. In der Regel ist das ganze Gebilde ein einziger Organismus. Bei günstigen Bedingungen kann das Myzel sehr schnell Fruchtkörper bilden, somit ist es möglich, dass solche Ringe plötzlich auch über Nacht entstehen. Bei mehr als 60 heute bekannten Pilzarten können solche Ringstrukturen auftreten. Im allgemeinen haben die Ringe einen Durchmesser von 20 cm bis zu einigen Metern. Bei sehr günstigen Wachstumsumständen kann auch die gesamte Kreisfläche ausgefüllt sein. In der Folge können die Ringe von Jahr zu Jahr größer werden. Der größte bisher entdeckte Ring hatte einen Durchmesser von ca. 150 m.

Datum: Montag, 8. Dezember 2014 20:53
Themengebiet: FGK, FGK-Blogroll, Naturphänomene, Peters Trackback: Trackback-URL
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