Das Kornkreisphänomen – reloaded (6/10)

Die Kornkreismacher, Landschaftskünstler – Hoaxer
Nachdem das Phänomen 1990 international so bekannt wurde und viele Menschen nach England gezogen hatte, wurden die Kreise bald auch in anderen Ländern gesichtet. Dafür gibt es eine einfache Erklärung. Jeder und jede, die einmal in England waren und erfahren haben, wie leicht es ist, einen schönen Kornkreis herzustellen, haben das dann auch nach ihrer Rückkehr zu Hause gemacht. Es ist bekannt, dass sich niemand dieser Versuchung entziehen konnte, alle haben sich an den Kreisen versucht.
Hat man einmal damit angefangen und sieht, wie der eigene Kreis ein Objekt der Bewunderung wird, können nicht wenige nicht mehr damit aufhören, es ist wie eine Sucht. Selbst jene, die sonst die sogenannten Hoaxer auf allen Ebenen verfolgten, brandmarkten und verfluchten, wurden ertappt, bei einem bekannten Farmer um die Herstellung eines Kreises ersucht zu haben, was natürlich keiner wissen sollte.
Schon in den ersten Jahren waren und erst recht heute sind den Insidern der Szene die Namen der Kornkreiskünstler und der Teams längst bekannt, in England wie in Deutschland. Man kann ihnen ihre Werke nach Stil und Signatur zuordnen. Ich selbst besitze z.B. drei Kassetten und DVDs, auf denen menschliche Kornkreismacher über ihre Motivationen und Erlebnisse in den Feldern berichten. Während der letzten zwei Jahrzehnte habe ich in England und Deutschland fast alle der bekannteren Landschaftskünstler kennengelernt. Es gibt keine Illusionen mehr.
Nach jeder Ernte im Herbst beginnen die Planungen für die neue Saison und gerade jetzt im Frühjahr/Frühsommer sind sie alle wieder aktiv. Die Designs für die neuen Piktogramme stehen lange fest, nun werden die Felder beobachtet, um das bestgeeignete nach Bewuchs und Bodenbeschaffenheit zu finden.
Die ersten Kreise einer Saison entstehen häufig im Raps, und man dachte lange, das kann doch nicht sein, diese dicken Stängel kann kein Mensch umbiegen, ohne sie zu brechen. Was anfangs nur die Insider wussten: Kornkreise mit wenig Bruch kann man nur in jungem Raps herstellen, der unmittelbar über dem Boden noch weich ist und dort eine biegsame S-Kurve im Halm besitzt. Nach 26 Jahren Kornkreismacherei gibt es auch keine Grenzen mehr. Selbst für die größten Piktogramme oder die kompliziertesten Binnenstrukturen braucht es nur eine kleine, verschworene und extrem gut eingespielte Gruppe oder mehrere davon, bei der jeder genau weiß, was er oder sie zu tun hat, um in drei Stunden das entsprechende Werk zu vollenden. Manche Teams fanden es in den letzten Jahren besonders originell, ihren Piktogrammen später sogar noch massive Erweiterungen hinzuzufügen.


::Inhaltsverzeichnis
Teil 01 – Wie soll man das Phänomen „Kornkreis“ beschreiben?
Teil 02 – Astronomische Merkmale
Teil 03 – „Echt“ oder „nicht echt“?
Teil 04 – Nur noch „unechte“ Kornkreise seit 1993
Teil 05 – Seriös durchgeführtes Rutengehen ist die einzige Methode
Teil 06 – Die Kornkreismacher, Landschaftskünstler – Hoaxer
Teil 07 – Zwischen Gläubigen und Inquisitoren
Teil 08 – Kornkreistourismus und der Kornkreis am Ammersee
Teil 09 – Warum es Kornkreise zuerst nur in England gab
Teil 10 – Das Vermächtnis der „echten“ Kornkreise


::Weiterführende Informationenkochkyborg.de
::Synesis ist die interdisziplinäre Zeitschrift des EFODON e.V.

Datum: Montag, 15. Juni 2015 8:00
Themengebiet: crop circle, FGK, FGK-Blogroll, Koch, Kornkreis, Kornkreis-Kunst, Kornkreise - crop circles, LandArt, Wiltshire Trackback: Trackback-URL
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2 Kommentare

  1. 1

    Sie schreiben:
    „Nachdem das Phänomen 1990 international so bekannt wurde und viele Menschen nach England gezogen hatte, wurden die Kreise bald auch in anderen Ländern gesichtet.“
    Das ist leider falsch.
    Lesen Sie die Bücher von Andreas Müller. Dort finden Sie zahlreiche Fotografien, Erzählungen, Legenden, Augenzeugenberichte. Dieses Material ist sehr gut Belegt.
    Diese Nachweise zeigen, dass es Kornkreise zu allen Zeiten und in vielen Kulturen gegeben hatte.

    Nun habe ich ihren Beitrag, der nur als hohlen Behauptungen besteht, etwas mit Faktischem angereichert.

    Fragen Sie mich doch, wenn sie etwas wissen wollen, bevor sie noch einmal so einen Beitrag schreiben.

  2. 2

    Hallo „Josef“, danke, dass Sie einen Kommentar geschrieben haben.

    Hier wunschgemäß meine Fragen:

    Wie heißen Sie vollständig und wo leben Sie? Wie sind Sie an die Kornkreise gekommen? Haben Sie schon einmal mit/im Korn gearbeitet?
    Herzlich, Joachim Koch

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