Das Kornkreisphänomen – reloaded (8/10)

Kornkreistourismus und der Kornkreis am Ammersee
Es gibt seit Jahren einen regelrechten Kornkreistourismus mit geführten Touren nach England. Unter den Führern sind bekannte Namen beiderlei Geschlechts, teilweise aus alter Kornkreiszeit, teilweise aus den nachgewachsenen Generationen. Nichts ist dagegen einzuwenden, den Menschen die Faszination und vielleicht auch das eine oder andere Geheimnis in der Landschaft Wiltshires nahezubringen und ihnen dazu auch noch Kornkreise zu zeigen, die als „Land Art“ teilweise recht hübsch anzusehen sind. Nicht wenige erfuhren in Avebury, auf Silbury oder Walkers Hill mit der Ansicht eines Piktogramms in den Feldern unterhalb des Cliffs im Vale of Pewsey regelrechte Bewusstseinserweiterungen und kamen als veränderte, bessere Menschen in ihre Heimat zurück. Wer „Enya“ nachts unter den Sternen oben auf dem Wandsdyke Path gehört hat, wird den Moment kosmischer Berührung nie wieder vergessen. Bis heute führen jedoch einige dieser berechnenden „Wissenden“ gutgläubige Menschen in Kornkreise, die „zufällig“ gerade zur Tour erschienen oder angeblich sogar in Meditationen vor oder während der Tour „vorausgedacht“ sind. Obwohl sie eindeutig menschengemacht oder sogar eigene Auftragsarbeiten sind, was diese Gurus wissen, verkaufen sie den ahnungslosen Mitläufern die Landschaftskunst als „echte Kornkreise“ und die damit dekorierten Bildbände und grafisch aufgemotzten Kalender gleich mit. Somit erhöht man die Akzeptanz der eigenen Tour und das Klingelgeräusch in der eigenen Kasse. Eine Win-win-Situation. Hierzu gibt es bemerkenswerte aktuelle Beispiele aus verschiedenen europäischen Ländern.
Ich nenne so etwas Scharlatanerie. (Dazu Duden Bd. 10, S. 760: „Scharlatan: Person, die Sachwissen und Fähigkeiten auf einem Gebiet nur vortäuscht und damit andere betrügt.“)
Landschaftskunst wie die am Ammersee mag anfangs von oben schön anzusehen gewesen sein, deswegen wurden schnell ein paar Ballonfahrten unternommen, um möglichst viele, gut verwertbare Fotos zu schießen. Am Boden war nach zwei Tagen eh alles zerlatscht. Aber das Piktogramm war nichts weiter als eine Art Plagiat im Design und in der Lage, denn man wollte die gleiche Wirkung erzielen, wie damals mit den Piktogrammen beim Chilbolton Radioteleskop in England, die vermutlich von den Betreibern selbst oder zumindest mit deren Zustimmung dort hergestellt wurden. Warum haben die Ammersee-Kornkreisleute dem Landwirt nicht den Schaden bezahlt, den sie in dessen Feld angerichtet haben? Hätten sie ja auch problemlos anonym machen können. Warum treten sie nicht hervor und erklären, warum sie dieses Piktogramm erstellt haben und was dessen Bedeutung sein soll? Weil sie mit dem wahren Kornkreisphänomen nichts, aber auch gar nichts zu tun haben und ihre wahren, rein pekuniären Beweggründe hätten zugeben müssen. Stattdessen saßen sie bildlich hinter den Büschen und haben sich auf Kosten wohlmeinender Menschen eins gefeixt.


::Inhaltsverzeichnis
Teil 01 – Wie soll man das Phänomen „Kornkreis“ beschreiben?
Teil 02 – Astronomische Merkmale
Teil 03 – „Echt“ oder „nicht echt“?
Teil 04 – Nur noch „unechte“ Kornkreise seit 1993
Teil 05 – Seriös durchgeführtes Rutengehen ist die einzige Methode
Teil 06 – Die Kornkreismacher, Landschaftskünstler – Hoaxer
Teil 07 – Zwischen Gläubigen und Inquisitoren
Teil 08 – Kornkreistourismus und der Kornkreis am Ammersee
Teil 09 – Warum es Kornkreise zuerst nur in England gab
Teil 10 – Das Vermächtnis der „echten“ Kornkreise


::Weiterführende Informationenkochkyborg.de
::Synesis ist die interdisziplinäre Zeitschrift des EFODON e.V.

Datum: Freitag, 19. Juni 2015 8:00
Themengebiet: crop circle, FGK, FGK-Blogroll, Koch, Kornkreis, Kornkreis-Kunst, Kornkreise - crop circles, LandArt, Wiltshire Trackback: Trackback-URL
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2 Kommentare

  1. 1

    Was Sie da alles behaupten und wissen wollen wäre beeindruckend, wenn Sie es irgendwie belegen könnten.
    Wir verstehen ihren Unmut über den Kornkreis Turismus, das mag es geben. Ich war damals selbst am Ammersee. Diese Leute kamen nicht organisiert, sondern einzeln und ich habe dort nur nette und aufgeschlossene Zeitgenossen erlebt. Es gab allerdings damals sehr böse Zeitungsartikel, wo man diese Leute als kritiklose Idioten dargestellt hatte.
    An dieser Grenze muss ich ihren Beitrag leider einordnen. Sie gehen da mit Ihren zahllosen Behauptungen einfach zu weit.
    Belegen sie doch wenigstens Mal einige ihrer Mutmaßungen.
    Was mich an diesem Kornkreis beeindruckt hatte, das waren die Fotos der Orbs.

  2. 2

    Hallo „Josef“,
    vielen Dank für Ihren Beitrag.
    Sie schreiben: „Wir verstehen …“. Mich interessiert, wen Sie mit „Wir“ meinen.

    Herzlich,Joachim Koch

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