Das Kornkreisphänomen – reloaded (9/10)

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Die gewaltige Anlage von Avebury, hier zwischen den riesigen Eingangsplatten des südlichen Henge-Bereiches. Avebury ist eines der wichtigsten megalithischen Zentren auf dem Planeten.

Warum es Kornkreise zuerst nur in England gab
Immer wieder wurde gefragt, warum die Kornkreise ausgerechnet in England entstanden bzw. zuerst aufgetreten sind. Heute kennen wir zumindest eine Antwort darauf. In England ist über die Jahrtausende etwas erhalten geblieben, das es z. B. in Deutschland so nicht mehr gibt. Es ist einmal das einigermaßen intakte Verhältnis der Menschen dort zum eigenen kulturellen Erbe. Man achtet die alten Plätze noch mehr und anders als bei uns, ja man schützt und erhält sie durch Organisationen wie z. B. das „National Heritage“. Ein Aufschrei verschiedenster Zentralräte würde hierzulande erfolgen, wollte man in Deutschland eine vergleichbare Stiftung mit dem Namen „Nationales Erbe“ schaffen. Zum anderen sind es Bauwerke, die dort immer noch prominent in der Landschaft stehend an Zeiten erinnern, in denen die Menschheit einen offenbar inniglicheren Bezug zur kosmischen Nachbarschaft hatte als heute. Vor tausenden Jahren wurden auf der Erde auf fast allen Erdteilen tonnenschwere Steine bewegt, bearbeitet und an bestimmten Orten in Kreisen oder linienartig aufgestellt. Verbunden damit waren Erdwerke, die wir heute als Grabenwallanlagen (engl. henge) oder Höhenburgen (engl. hillfort) bezeichnen, unzählige sogenannte „Hügelgräber“ (tumuli, cairns und Dolmen), kilometerlange Alleen, längliche, flache, in sich mit verschiedenen Materialien geschichtete Hügel (engl. barrows) und unterschiedlich große Siedlungsanlagen.
Die Rede ist hier von der rätselhaften Megalithkultur. Allein im Vereinigten Königreich existieren noch ca. 900 mehr oder weniger intakte Steinkreise, Stonehenge und Avebury sind weltweit die bekanntesten Beispiele. Wir wissen heute, dass die Megalithbauten nach ausgeklügelten Plänen entstanden sind, wir wissen um deren astronomische Ausrichtungen und Beziehungen und um die Verbindungen mit dem lokalen und globalen Erdmagnetfeld. Wir kennen ihre verschiedenen Wechselwirkungen mit der umgebenden Landschaft und die Möglichkeit individueller Beeinflussung. Wir ahnen, dass in und mit ihnen möglicherweise Wissen hinterlassen wurde, das nicht von diesem Planeten stammt und das viel älter ist, als es uns bisher zu glauben erlaubt ist. Und genau hier, mitten hinein in diese alte Kulturlandschaft, manifestiert sich ein Phänomen, das uns so extrem erschreckt, aufgerüttelt und nachhaltig nachdenklich gemacht hat. Vergessen wir nicht, dass das geradezu explosionsartige Auftauchen der größeren Kornkreispiktogramme damals mit anderen, welterschütternden Ereignissen – der belgischen UFO-Welle, dem Fall der Berliner Mauer, der Auflösung des Warschauer Paktes – einherging, und lassen sie, aus heutiger Sicht, wie in einem globalen Kontext erscheinen. Wo also hätte es besser sein können als in England?


::Inhaltsverzeichnis
Teil 01 – Wie soll man das Phänomen „Kornkreis“ beschreiben?
Teil 02 – Astronomische Merkmale
Teil 03 – „Echt“ oder „nicht echt“?
Teil 04 – Nur noch „unechte“ Kornkreise seit 1993
Teil 05 – Seriös durchgeführtes Rutengehen ist die einzige Methode
Teil 06 – Die Kornkreismacher, Landschaftskünstler – Hoaxer
Teil 07 – Zwischen Gläubigen und Inquisitoren
Teil 08 – Kornkreistourismus und der Kornkreis am Ammersee
Teil 09 – Warum es Kornkreise zuerst nur in England gab
Teil 10 – Das Vermächtnis der „echten“ Kornkreise


::Weiterführende Informationenkochkyborg.de
::Synesis ist die interdisziplinäre Zeitschrift des EFODON e.V.

Datum: Sonntag, 21. Juni 2015 7:22
Themengebiet: crop circle, FGK, FGK-Blogroll, Koch, Kornkreis, Kornkreis-Kunst, Kornkreise - crop circles, LandArt, Wiltshire Trackback: Trackback-URL
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