Die Oliver’s Castle Video-Affäre (3)

Das Ende eines Mythos von Joachim Koch

Die Hintergrundgeschichte (II)
Peters Puls sprang über die 100-Marke, als Wheyleigh ihm auch noch mitteilte, dass er eine Kopie an Colin Andrews und an Peter zur Analyse geben wollte. Wheyleigh berichtete mit leiser Stimme, dass er gegen Morgen nach der regnerischen Nacht unter seiner Plastikplane das in der Kornkreisszene bekannte „elektronische Zirpen“ vernahm. Er kroch hervor und sah, dass in dem Feld unterhalb des steilen Abhangs Lichter kreisten. Er griff nach seiner Kamera, die aber wegen der Feuchtigkeit nicht funktionieren wollte. Inzwischen seien die Lichter verschwunden. Dann begann die Kamera doch zu laufen und auch die Lichter kehrten plötzlich zurück. Er konnte erkennen, dass unter den Lichtern ein Kornkreis erschien. Noch atemlos von dem eben erlebten, wurde er einer Gruppe Armeesoldaten auf ihrem Morgenlauf gewahr, aus der er heraus angesprochen wurde: „Hast Du bekommen, weswegen Du herkommen bist?“. Da glaubte John, die Armee wüsste über das eben Geschehene Bescheid und verließ beunruhigt und hastig den Platz.
John erschien die ganze Zeit über, in der er Peter sein Erlebnis berichtete, sehr nervös, manchmal zitterten ihm die Hände. Er habe Angst vor verfolgenden Reportern und vor der CIA oder dem MI5, die in seine Wohnung einbrechen könnten. Peter erhielt eine geheime Nummer von Johns Freund und versprach, Peters Anrufe zu beantworten, was er bis zu einem bestimmten Zeitpunkt auch tat. Ob er sein Originalvideo, wie jeder es ihm riet, auch wirklich versteckt hat, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden, denn nach dem Treffen mit Peter im Barge gab es Berichte von anderen, die da Video in der Folgezeit auch noch gesehen haben und John habe es als das Originalvideo ausgegeben, abgespielt mit derselben Kamera, von der er sagte, dass sie manchmal die Filme falsch spulte und zerstörte!
Peters hatte von John einen ziemlichen überzeugenden Eindruck und tendierte John zu glauben und hoffte, das Video wäre nun der Beweis, auf den damals alle hofften. Der deutsche Kornkreisforscher Ulrich Cox, ein Freund von Peter, war die ganze Zeit anwesend und berichtete jedoch, dass er Wheyleigh, der allen in der Szene völlig unbekannt war, am Abend, bevor der Kornkreis bei Oliver’s Castle erschien, im Pub gesehen hat. Dort habe Wheyleigh getönt, dass er trotz des schlechten Wetters in der Hoffnung, etwas sehen zu wollen, am Oliver’s Castle campen werde.
Waggon+Horses

Das Waggon & Horses in Beckhampton

Schließlich musste Peter noch weitere drei Wochen auf die Übergabe einer Kopie auf einer VHS-Kassette warten. Die Übergabe fand im Waggon & Horses in Beckhampton statt, einem wunderbaren, alten Pub in Beckhampton. Er war früher der Haupttreffpunkt der Szene, bevor sie sich rüber zum Barge Inn mit seinem verschworenen Campingplatz verlagerte.


::Inhaltsverzeichnis zur Oliver’s Castle Video-Affäre
Teil 01 – Einige einleitende Worte
Teil 02 – Die Hintergrundgeschichte (I)
Teil 03 – Die Hintergrundgeschichte (II)
Teil 04 – John Wheyleigh
Teil 05 – Erste Zweifel durch die Slow-Motion-Maschine
Teil 06 – Die Smoking Gun
Teil 07 – Der letzte Sargnagel (I)
Teil 08 – Der letzte Sargnagel (II)
Teil 09 – Der letzte Strohhalm
Teil 10 – Das mysteriöse Verschwinden von Wheyleigh (I)
Teil 11 – Das mysteriöse Verschwinden von Wheyleigh (II)
Teil 12 – Anmerkungen

Datum: Montag, 9. Mai 2016 9:00
Themengebiet: crop circle, FGK, FGK-Blogroll, Koch, Kornkreis, Kornkreis-Kunst, Kornkreise 1996, LandArt, Lichtphän./Orbs, Technologie, Verschwörungen, Wiltshire Trackback: Trackback-URL
Feed zum Beitrag: RSS 2.0 Diesen Artikel kommentieren

Kommentar abgeben