Die Oliver’s Castle Video-Affäre (7)

Das Ende eines Mythos von Joachim Koch

Der letzte Sargnagel (I)

Ein letztes Argument wurde immer noch gegen eine Fälschung vorgebracht, nämlich das es fast unmöglich war und sehr zeitraubend sein würde, die Wackelei einer handgehaltenen Kamera mit animierten Effekten zu kombinieren. Aber ist es denn, wonach es aussieht – handgehalten? Für dieses scheinbare Problem gibt es eine einfache Lösung: es ist ein Stativ verwendet worden, mit dem der Kornkreis am OC aufgenommen wurde, so dass die animierten Lichter und das Erscheinen des Kornkreises mühelos drübergelegt werden konnten. Dann wurde diese „mehrschichtige“ Szene von einem Studiomonitor guter Qualität mit einer 8mm Videokamera abgefilmt und dabei die Wackelei vorgetäuscht! Dieser einfache Trick verlangt nicht im Entferntesten nach den Fähigkeiten eines George Lucas, wie einiger der Pro-Echt-Kreuzritter behaupteten.
Es erklärt dann auch, warum der Kameramann nicht den Lichtern gefolgt ist, was wohl eher in der Natur des Menschen gelegen hätte. Die Kamera hätte nach rechts und links schwenken müssen, was sie nicht tut.
Die eindrucksvollste technische Analyse des OC-Videos wurde seinerzeit von Jim Dilettoso durchgeführt, der in den Jahren vorher schon hunderte von Ufo-Bändern untersucht hatte. Er wusste zu dem Zeitpunkt noch nichts von Huckvales Entdeckung der Video-Felder ohne Bewegung der Lichtbälle und konnte keinerlei Bearbeitungsspuren an den nicht-bildlichen elektromagnetischen Teilen der Bänder finden, den quasi digitalen Fingerabdruck in den vertikalen Intervallen, finden und erklärte somit das Videoband selbst als nicht computermanipuliert.
Als Peter Soerensen ihn dann 1998 erneut traf und ihm von dem Trick mit der Wiederaufnahme erzählte, um den Eindruck einer handgehaltenen Kamera hervorzurufen und somit auch kein digitaler Fingerabdruck auf dem Videoband sein konnte, erkannte er diesen Trick als wirklich einfach durchzuführen an und relativierte so seine frühere Expertise.
Insgesamt ist das Video völlig in dem Zeitrahmen zu erstellen, den sich Wheyleigh selbst gegeben hatte, indem er morgens im Barge anrief und eine Vorführung für den Abend ankündigte. Die Erstellung der Flugbahnen dürfte nicht länger als eine Stunde gedauert haben, mit der Copy- und Paste-Technik wurde dann das Piktogramm zunächst zugedeckt und der vorher ausgeschnittene Patch dann wieder aufgezogen. Wer hat sich nicht schon gewundert, dass die Lichtkugeln nicht den Einzelteile des Piktogramms durch ihren Flugweg folgten und dass sie einfach nur im Kreis drüberflogen? Nun, es hätte sicher viel mehr Zeit in Anspruch genommen, dieses kompliziertere Muster zu animieren.


::Inhaltsverzeichnis zur Oliver’s Castle Video-Affäre
Teil 01 – Einige einleitende Worte
Teil 02 – Die Hintergrundgeschichte (I)
Teil 03 – Die Hintergrundgeschichte (II)
Teil 04 – John Wheyleigh
Teil 05 – Erste Zweifel durch die Slow-Motion-Maschine
Teil 06 – Die Smoking Gun
Teil 07 – Der letzte Sargnagel (I)
Teil 08 – Der letzte Sargnagel (II)
Teil 09 – Der letzte Strohhalm
Teil 10 – Das mysteriöse Verschwinden von Wheyleigh (I)
Teil 11 – Das mysteriöse Verschwinden von Wheyleigh (II)
Teil 12 – Anmerkungen

Datum: Donnerstag, 19. Mai 2016 9:11
Themengebiet: crop circle, FGK, FGK-Blogroll, Koch, Kornkreis, Kornkreis-Kunst, Kornkreise 1996, LandArt, Verschwörungen, Wiltshire Trackback: Trackback-URL
Feed zum Beitrag: RSS 2.0 Diesen Artikel kommentieren

Kommentar abgeben