Die Oliver’s Castle Video-Affäre (11)

Das Ende eines Mythos von Joachim Koch

Das mysteriöse Verschwinden von Wheyleigh (II)

In den nächsten Tagen machte Lee Winterson eine Präsentation über den fehlgeschlagenen Nippon-TV-Überfall. Lee hatte mitgeholfen, der japanischen Fernsehgesellschaft das Studio von Wabe in Bristol ausfindig zu machen und saß an dem betreffenden Tag zusammen mit Peter in deren Van, als Wabe aus dem Studio flüchtete. Lee rannte dem Pkw hinterher und schrie: „Warum hast Du das gemacht? Komm zurück und rede mit uns!“
Während der Präsentation – das Barge Inn war total überfüllt – gab Lee bekannt, dass Wabe ein Interview mit Nippon-TV abgelehnt hatte, weil er mit einer großen amerikanischen Fernsehgesellschaft unter Vertrag stand. Er würde eine Sendung mit NBC machen, wie er die Welt hinter das Licht geführt habe (das sagten damals auch Doug & Dave). Natürlich brach ein Sturm der Argumente der Pro und Contras los, nachdem die Präsentation mit Peters Fotos von „Wheyleigh“ und Wabe endete.
Nahezu jeder glaubte in diesem Moment, dass die NBC-Sendung schließlich alles aufklären würde, denn einige hatten Wheyleigh/Wabe ja gesehen, als er seine Kamera im Barge an dem Abend herumzeigte. Aber sogleich kam auch die Verschwörungstheorie auf, dass Wheyleigh und sein Video absolut real seien und er bezahlt worden sei und seinen Namen durch Druck böser Mächte nur habe ändern und in dem Studio habe arbeiten müssen.
Zur Frustration aller Beteiligten ist das Video von Wabe „How I Fooled The World“ nie erschienen. Auch von John Wabe hat man nie wieder etwas gehört oder gesehen.
Im Jahre 1999 berichtete Colin Andrews, dass Wabe mit Nippon TV eine Sendung produziert hat, in der er zugab, das Video angefertigt zu haben. Colin hatte das Video gesehen und bestätigte, dass Peter völlig korrekt in seiner Recherche und seinen Schlüssen gewesen ist, wie dieses OC-Video angefertigt worden war.
Nach den Enthüllungen von Doug & Dave, die sich wie ein Lauffeuer um den Erdball verbreiteten, sie hätten „hunderte von Kornkreisen“ mit einem einfachen Brett und einem Zieldraht am Mützenschirm in der Vergangenheit hergestellt, war das Oliver’s-Castle-Video der zweite große Anschlag auf das Kornkreisphänomen, dessen Auswirkungen bis heute zu spüren sind. Nach wie vor weigert sich das Pro-Lager, das Video als Fälschung anzuerkennen, weil nicht sein kann, was nicht sein darf und deren künstlich erschaffene, kommerzdurchsetzte Kornkreiswelt zusammenbrechen würde. Dies erinnert ein wenig an die berühmte Fälschung des Piltdown Man, bei der die Darwinisten bis zum Schluss daran fest halten wollten, dass es kein Hoax war. Letztlich mussten sie klein beigeben. So wird es nun auch den Befürwortern des OC-Videos ergehen.


::Inhaltsverzeichnis zur Oliver’s Castle Video-Affäre
Teil 01 – Einige einleitende Worte
Teil 02 – Die Hintergrundgeschichte (I)
Teil 03 – Die Hintergrundgeschichte (II)
Teil 04 – John Wheyleigh
Teil 05 – Erste Zweifel durch die Slow-Motion-Maschine
Teil 06 – Die Smoking Gun
Teil 07 – Der letzte Sargnagel (I)
Teil 08 – Der letzte Sargnagel (II)
Teil 09 – Der letzte Strohhalm
Teil 10 – Das mysteriöse Verschwinden von Wheyleigh (I)
Teil 11 – Das mysteriöse Verschwinden von Wheyleigh (II)
Teil 12 – Anmerkungen

Datum: Freitag, 27. Mai 2016 9:00
Themengebiet: crop circle, FGK, FGK-Blogroll, Koch, Kornkreis, Kornkreis-Kunst, Kornkreise 1996, LandArt, Verschwörungen, Wiltshire Trackback: Trackback-URL
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