Kornkreise, Fälschung oder Phänomen? (3)

Spuren in der Geschichte
Vesica_Piscis_1
Abbildung, links: Tarot Karte Nr. 22, „Die Welt“, 16. Jahrhundert (1)
Abbildung, Mitte: Christus in einer Mandorla, Elfenbeinschnitzerei,
Abbildung, Mitte: 13. Jahrhundert (2)
Abbildung, rechts: Tierkreisdarstellung

Diese drei Beispiele zeigen, dass die Vesica Piscis stets in einer senkrechten Position Verwendung fand. Bei Wikipedia findet man unter dem Begriff „Mandola“ (ital. mandelförmig)
Zitat: „Mandorlen werden – wie Heiligenscheine – als sichtbarer Ausdruck der Licht- bzw. Heilskraft einer göttlichen oder quasi-göttlichen Figur gedeutet; sie sind Symbole mittelalterlichen Gottes- und Weltverständnisses. (3)
Der Link Vesica_piscis enthält interessanterweise, seit ich diesen Text schrieb (1.3.2014), keine Hinweise mehr auf „Flower of Life“ (Blume des Lebens). Gut so, denn seit Erscheinen dieses Werks wurden historische Begrifflichkeiten erheblich verzerrt. Nun ist kein Hinweis mehr auf der Seite zur Vesica Piscis zu finden. Man hat endlich erkannt, dass es zu erheblichen Geschichtsverdrehungen kam.
„Flower of Life“ (Blume des Lebens) ist eine Wortschöpfung des 20. Jahrhunderts. Weder der Begriff, noch dieses Symbol war jemals Gegenstand philosophischer oder religiöser Erörterung. Diese Kreisscharen findet man allenfalls in der Ornamentik.

Vesica Piscis, Mandorla, Aureole
Weiter bei Wikipedia: Zitat: “More recently, numerous New Age authors have interpreted it as a yonic symbol and claimed that this, a reference to the female genitals, is a traditional interpretation. (4)
“Traditional interpretation”, das wird behauptet, aber ist es auch wahr? Ich konnte, außer in der „Blume des Lebens“ und bei denen die davon abgeschrieben haben, in keinem Werk einen Hinweis auf die Vesica Picis als Symbol der weiblichen yoni (Vulva) finden. Es bleibt daher wohl auch eine Behauptung der New Age Autoren, insofern sie von Drunvalo Melchesideks Buch, „Die Blume des Lebens“ abgeschrieben haben.
Hingegen führt die Spur der Vesica Piscis über den Begriff „Mandorla“ (ital. Mandel) und „Areole“ (engl. aureolas) weiter:
Zitat: “In Christian art, some aureolas are in the shape of a vertically oriented vesica piscis, and the seals of ecclesiastical organizations can be enclosed within a vertically oriented vesica piscis (instead of the more usual circular enclosure). Also, the icthys symbol incorporates the vesicapiscis shape. (5)

Vesica_Piscis_2Abbildung, links:
Tierkreisdarstellung

Der Begriff „Areole“ (engl. Aureola) führt weiter. Bei Wikipedia finden wir unter dem Begriff „Aureole“: Zitat: „Der Heiligenschein (lat. Nimbus, auch Glorienschein, Gloriole, Strahlenschein, Aureole) ist eine Leucht- oder Lichterscheinung um den Kopf oder ganzen Körper einer Personendarstellung. Unterformen des Glorienscheins, die den kompletten Körper der Persondarstellung umfassen, sind die kreisförmige Aureole und die mandelförmige Mandorla. Der Glorienschein ist in der Kunst ein Symbol für Mächtige, Erleuchtete, Heilige oder Götter. Eine Leucht- oder Lichterscheinung, eine Sonnenkrone oder Strahlenkranz um den Kopf oder Körper von Darstellungen besonderer Menschen ist gleichförmig aus allen Kulturen überliefert. (6)

odische_AuraAbbildung, links:
Die odische Aura des Menschen

Man mag dazu stehen wie man will. Hellsehende Personen sprechen unisono von der Aura, einer magnetischen Sphäre die jeden Menschen umgibt. Diese hat eine ganz ähnliche Form.
Zitat: „Wenn wir den astralmagnetischen Organismus des Menschen betrachten, so sehen wir, dass er eine ovale Form bildet in Gestalt eines Eies; dessen Spitze umschließt die Füße, dessen breitere Wölbung das Haupt. Dieses Oval ist die magnetische Aura oder die Odische Hülle der Persönlichkeit, und besteht aus sieben konzentrischen Kraftfeldern. Jeder der selben hat eine direkte Beziehung zu den sieben schöpferischen Prinzipien der Natur(7)Farbe auch den sieben prismatischen Farben des Sonnenspektrums.“ (8)
Das angegebene Bild der Aura gibt lediglich deren Form wieder, nicht ihre vielgestaltigen Farbnuancen. Eine eingehende Beschreibung zur Funktion und Form der menschlichen Aura finden Sie in:
Der sichtbare und der unsichtbare Mensch [Taschenbuch]
Charles W. Leadbeater (Autor)


Quellenverzeichnis:
(1) http://de.wikipedia.org/wiki/Tarot_de_Marseille
(2) http://de.wikipedia.org/wiki/Mandorla
(3) http://de.wikipedia.org/wiki/Mandorla#Symbolik
(4) http://en.wikipedia.org/wiki/Vesica_piscis#Mysticism
(5) http://en.wikipedia.org/wiki/Vesica_piscis#Uses
(6) http://de.wikipedia.org/wiki/Heiligenschein
(7) Drunvalo, Melchizedek; Die Blume des Lebens, Koha, Burgrain,
(7) 10. Aufl., 2008, Bd. 1, S.3
(8) Raphael, Hermetische Lehrbriefe, Theos. Verl., Leipzig, 192, S. 16


Inhaltsverzeichnis zu Kornkreise, Fälschung oder Phänomen?
Teil 01 – Feldzeichen … Kornkreise
Teil 02 – Aspekte der Dualität – Die Idee der Dualität
Teil 03 – Spuren in der Geschichte
Teil 04 – Dualität gründet auf Dreiheit
Teil 05 – Die Spiegelsymmetrie
Teil 06 – Logos
Teil 07 – Der Kornkreis

Datum: Mittwoch, 22. Juni 2016 9:00
Themengebiet: crop circle, FGK, FGK-Blogroll, Geometrie, Geschichte, Kornkreis, Kornkreis-Kunst, Kornkreise 1996, Müller, R. U., Philosophie Trackback: Trackback-URL
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