Mouches volantes im alten Europa

Teil 2: Die frühen griechischen Hochkulturen
Von Floco Tausin

2. Hochkulturen in Griechenland ab 3000 v. Chr.

Punkte, konzentrische oder gepunktete Kreise, Wellen, Zickzacklinien, Gittermuster und Spiralen gehörten neben naturalistischen Darstellungen zum Repertoire der frühen Kunst in ganz Europa, von der Altsteinzeit bis in die Jungsteinzeit (Von Petzinger 2011; vgl. Mithen 1994). An der Schwelle von Jungsteinzeit und Bronzezeit lassen sie sich nicht nur als Felsbilder sowie als gravierte Verzierungen und Symbole auf megalithischen Bauwerken feststellen (Bradley 1997), sondern die Megalithgräber und –anlagen haben selbst die Kern-Umkreis-Struktur und weitere ähnliche Eigenschaften, die sich bei den Leuchtstruktur-Kugeln beobachten lassen (Tausin 2016). Währenddessen läuteten die zivilisatorischen Impulse aus dem Nahen Osten bereits die Bronzezeit am anderen Ende Europas ein. Ab 3000 v. Chr. entstanden in der Ägäis die ersten Hoch- und Schriftkulturen: die minoische Kultur auf Kreta und die mykenische Kultur auf dem griechischen Festland. Da die kretische Hieroglyphenschrift bisher nicht vollständig entziffert werden konnte, können nur die archäologischen Funde Zeugnis der minoischen Kultur geben. Sie zeichnen das Bild eines friedlichen Volkes, das Handel mit den östlichen Mittelmeerländern trieb, sich dem guten Leben widmete, die Künste schätzte, den Göttern opferte und die Rolle der Frauen in Gesellschaft und Religion betonte. Die Paläste wurden nicht befestigt, es gibt keine Spuren von Kriegen, die in Gräbern gefundenen Waffen dienten zeremoniellen Zwecken. Die Paläste, die ab dem 2. Jahrtausend auf Kreta gebaut wurden, waren tauschwirtschaftliche, politische und religiöse Zentren. Der grösste Palast in Knossos ist eine komplexe labyrinthähnliche Anlage mit Kammern und Speichern für Wertgegenstände, Getreide, Wein und Olivenöl. Hier soll nach dem Dichter Homer (ca. 8. Jh. v. Chr.) der König Minos gelebt haben, dessen Frau sich in einen Stier verliebte. Sie gebar den Minotaurus, ein Mischwesen aus Mann und Stier, das im Labyrinth von Knossos sein Unwesen trieb. Theseus, ein Held aus Athen, tötete den Minotaurus und entkam dem Labyrinth mit Hilfe von Minos‘ Tochter Ariadne.

::Der AutorFloco Tausin


::Inhaltsverzeichnis

::Teil 1 – Einleitung
::Teil 2 – Hochkulturen in Griechenland ab 3000 v. Chr.
::Teil 3 – Hochkulturen in Griechenland ab 1400 v. Chr.
::Teil 4 – Tholoi, Kernoi und der Herd des Megaron
::Teil 5 – Doppelaxt und Oktopus
::Teil 6 – Zusammenfassung


::Literatur

Von Petzinger, Genevieve (2011). Geometric Signs. A new understanding. http://www.bradshawfoundation.com/geometric_signs/geometric_signs.php
Mithen, Steven J. (1994): „The Mesolithic Age“. The Oxford Illustrated Prehistory of Europe, hrsg. v. Barry Cunliffe. Oxford/New York: Oxford University Press: 79-135
Bradley, Richard (1997): Rock Art and the Prehistory of Atlantic Europe. Signing the Land. London: Routledge

Datum: Montag, 15. Mai 2017 1:01
Themengebiet: Archäologie, FGK, FGK-Blogroll, Geometrie, Geschichte, Tausin Trackback: Trackback-URL
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