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Historische Kornkreise?

Historische Kornkreise?

„The Mowing-Devil“ oder „Strange News out of Hertfordshire“ ist der Titel eines englischen Holzschnittprospekts aus dem Jahr 1678. Die Broschüre erzählt von einem Bauern in Hertfordshire, der sich weigerte, den Preis zu zahlen, den ein armer Arbeiter für das Mähen seines drei halben Hektar großen Haferfeldes verlangte, und schwor, dass er es lieber dem Teufel überlassen würde, als von dem Arbeiter mähen zu lassen.

Laut der Broschüre schien sein Feld in dieser Nacht in Flammen zu stehen. Am nächsten Morgen stellte sich heraus, dass das Feld so perfekt gemäht war, „das kein Sterblicher in der Lage gewesen wäre, so etwas zu tun“.

Diese Broschüre und die dazugehörige Illustration werden von einigen Kornkreisforschern als einer der ersten dokumentierten Fälle von Kornkreisen zitiert. Andere sehen darin keinen historischen Präzedenzfall, da die Halme als geschnitten beschrieben werden, während sie in den Kornkreisen unversehrt oder auch oft geknickt, aber in voller Länge am Boden liegen.

Der englische Folk-Sänger Simon Barron aus Bristol hat die Broschüre „The Mowing Devil“ als Inspiration für sein Lied über einen Crop-Circlemaker (Kornkreismacher) verwendet.
soundcloud.com/barronbrady/the-mowing-de▸

The Mowing Devil

„Wiltshire’s summer night and the plough is burning brightly
Over wheat ears waving in the breeze
Up and over on the style there’s a flicker of a light
And someone’s quiet footfall in the fields
Picking out the centre where the pattern can begin
He treads a path with a plywood board that’s tied about with string
Just like a spider round and round again
Weaving giant circles on the ground
I’m the mowing devil I’m the mowing devil
I work all night to my plans
An English eccentric that’s what I am
That’s what I am I suppose
All across the papers in summer ‘91
Final story on the evening news
They say its hedgehogs or whirlwinds something Alien
And everyone’s entitled to their views
For all I know they might be right concerning all the rest
As I make only one for every thirty in the west
But mine are counted among the very best
I’m an artist who remains anonymous

Well I wonder what the world be like in a hundred years from today
And I wonder what the world will be like when we are gone
When we are all gone to dust and clay
Drivers on the A roads staring from their screens
And wondering how in the blazes it was done
I’m just like a public servant I rouse them from their dreams
And I give them little glimpses of the unknown
Keep your London galleries and your Turner prize
They’re as relevant as Martians in the English countryside
Leave the morning sun that’s now upon the rise
Shining down on a circle in the corn.“

Begibt man sich auf die Suche nach Überlieferungen, alten Sagen und Geschichten aus Getreidefeldern im deutschsprachigen Raum findet man eine Sage in der Mark Brandenburg, unweit von Berlin.

Die gespenstigen Mäher

Bei der Haferernte zeigte sich 1559 dieses wunderbare Gesicht in der Nähe von Berlin. Es wurden plötzlich viele Männer auf dem Feld gesehen, zuerst fünfzehn, danach weitere zwölf. Und die letzten waren noch grässlicher und abscheulicher anzusehen als die ersten, denn sie waren ganz ohne Häupter.

Alle siebenundzwanzig hieben mit ihren Sensen mit aller Gewalt in den Hafer, dass man es rauschen hörte, aber der Hafer unberührt stehen blieb. Da das Gerücht irgendwann den Hof erreichte, gingen viele Leute aus der Stadt hinaus, um das Wunder mit anzusehen; als aber die Männer gefragt wurden, wer sie wären, woher sie kommen und was sie machten, antworteten sie nicht, sondern hieben immer weiter in den Hafer. Und als die Leute manchmal hinzutraten und sie angreifen wollten, entwischten sie ihnen, liefen schnell weg und hieben während des Laufens weiter auf den Hafer ein.

Da nun die Leute wieder in die Stadt zurück kamen und gefragt wurden, um wen es sich bei den Männern handeln würde, gaben sie zur Antwort, dass sie diese für böse Geister hielten. Darum ließ der damalige Kurfürst Joachim der Andere die vornehmsten Prediger in der Mark Brandenburg versammeln, um von ihnen zu erfahren, was solch ein Gesicht zu bedeuten hätte. Diese waren einer Meinung, dass dadurch eine göttliche Strafe zu erwarten sei oder die Pest Brandenburg heimsuchen würde.

Fragen die offen bleiben:

Was ist in dieser Sage mit dem „wunderbaren Gesicht“ gemeint? Der Anblick der siebenundzwanzig hauptlosen Männer als Gesamteindruck wird es wohl kaum gewesen sein. Da der Hafer trotz der Sensenhiebe stehen geblieben ist, darf man auch annehmen, dass keine Kornkreisformation im Hafer zu sehen war, die einem Gesicht glich, so wie es z.B. am 14. August 2001 in einem Weizenfeld bei Chibolton in der englischen Grafschaft Hampshire der Fall war.
14. August 2001 – „The face“ Kornkreisformation bei Chibolton/Hampshire<br>Copyright: Lucy Pringle
14. August 2001 – „The face“ Kornkreisformation bei Chibolton/Hampshire
Copyright: Lucy Pringle
Frank Peters, FGK

August 2020
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